Bundesliga:Im Tabellenkeller wird die Liga spannend

Borussia Dortmund - Borussia Mönchengladbach

André Schubert (mi.): Erlebt gerade nicht die angenehmste Zeit mit Gladbach

(Foto: dpa)

Natürlich sorgt Leipzig für Aufregung, doch die neue Spannung in der Bundesliga erkennt man auch im Tabellenkeller. Dort geht die Hilflosigkeit um.

Kommentar von Benedikt Warmbrunn

Der Blick auf die Tabelle war für André Schubert vor diesem 14. Spieltag ein beunruhigender. Das hatte zwei Gründe. Der erste: Seine Mannschaft, Borussia Mönchengladbach, ging in dieses dritte Adventswochenende als 13., der Vorsprung auf die Abstiegsplätze schmilzt immer weiter. Der zweite: Fünf Trainerwechsel gab es in dieser Bundesliga-Saison - alle fünf neuen Trainer stehen auf den Plätzen hinter Schuberts Borussia.

Dass diese Bundesliga-Saison bisher recht eng verläuft, das zeigt sich am deutlichsten an der Spitze, an der nun wieder der FC Bayern steht (wirklich aussagekräftig wird die Tabellenführung aber erst nach dem direkten Duell mit dem punktgleichen Aufsteiger RB Leipzig drei Tage vor Weihnachten). Wie eng es in der Liga ist, das ist jedoch vor allem im Tabellenkeller zu erkennen.

Früher war es eigentlich ein ungeschriebenes Gesetz in der Branche, dass eine Mannschaft nach einem Trainerwechsel in den ersten Wochen ein paar Punkte holt, dass sie ein paar Plätze in der Tabelle nach oben klettert. Zu diesem Naturgesetz gehörte auch, dass viele dieser Mannschaften dann wieder abrutschten. In dieser Spielzeit jedoch sind die Trainerwechsel allesamt auch ein Symptom der Hilfslosigkeit gewesen. Die Vereine haben ihren Trainer getauscht, die entweder eine Mannschaft haben, die kaum mithalten kann mit der Mehrheit der Bundesliga-Konkurrenz (Ingolstadt, Darmstadt, Bremen). Oder sie haben ihren Trainer getauscht, um zu überspielen, wie verworren die Situation im Klub selbst ist (Hamburg, mit Abstrichen Wolfsburg). Wirklich befreit hat sich keine Mannschaft. Das Gute: Weiter abrutschen können sie ohnehin kaum.

Auch Wolfsburg bewirbt sich um die nächste Effekthascherei

Effekthascherei hat in dieser engen, ausgeglichenen Liga kaum noch eine Wirkung, zumindest keine kurzfristige, das ist die Botschaft der Tabelle. Dass nun Gisdol/Hamburg und Walpurgis/Ingolstadt am Samstagmittag gewonnen haben, dass sie noch näher heranrückten an Schuberts am Sonntagmittag gegen Mainz spielende Borussia, verstärkt lediglich das Engegefühl im Tabellenkeller. Es ist nicht leicht, aus dieser Gruppe der Abgehängten, zu der auch noch der FC Augsburg von Dirk Schuster zählt, auszubrechen. Für manche wird es nicht möglich sein, daran wird auch ein erneuter Trainerwechsel kaum etwas ändern. Die Mannschaften werden die Platzierungen noch untereinander wechseln, sie werden Hoffnung spüren, sie werden Bitternis erleben.

Bei den mal hoffenden, mal verzweifelten Vereinen wird es bald wieder Trainerwechsel geben, der VfL Wolfsburg zum Beispiel hat sich in München sehr für diese Maßnahme beworben, obwohl Trainer Valérien Ismael sicher nicht der alleinige Schuldige für die aktuelle Krise ist. Aber manche Reflexe wird sich die Branche nie abgewöhnen.

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