Borussia Dortmund – VfL Wolfsburg 4:0 (1:0), Tore: 1:0 und 2:0 Serhou Guirassy (3./59.), 3:0 und 4:0 Karim Adeyemi (69./73.)
Borussia Dortmund lag auf Tabellenplatz 11 als Niko Kovac im Februar das Amt des Cheftrainers übernahm. Seither ist bei den Westfalen zwar bei weitem nicht alles Gold – aber der BVB kletterte im Bundesligaranking Schrittchen für Schrittchen nach oben. Nach dem Leipziger 3:3 gegen den FC Bayern bot sich den Schwarz-Gelben die Gelegenheit, mit einem Sieg gegen Wolfsburg zumindest vorübergehend wieder auf einen Champions-League-Rang zu springen – zum ersten Mal seit dem dritten Spieltag. Und die Dortmunder nutzten diese Chance eindrucksvoll.
Es begann schon in Minute drei: Niklas Süle spielte von halbrechts in die Mitte, dort stolperte Julian Brandt zwar über den Ball, irritierte damit aber VfL-Verteidiger Denis Vavro, sodass plötzlich Serhou Guirassy frei vor dem Tor stand. Mit einem lässig angetäuschten Schuss schickte der Torjäger Keeper Kamil Grabara zu Boden und schob zur frühen Führung ein. Den Rest der ersten Halbzeit über agierte der BVB dann aber passiv, Wolfsburg konnte mehrere passable Chancen auf den Ausgleich nicht nutzen.
Nach einer guten Stunde drehten die Dortmunder dann richtig auf: Pascal Groß veräppelte an der rechten Strafraumkante die halbe VfL-Verteidigung, passte in die Mitte, wo ein blitzeblanker Guirassy seinen Doppelpack schnürte. Auch der kurz darauf eingewechselte Karim Adeyemi hatte sich offenbar einiges vorgenommen: Beim 3:0 dribbelte er praktisch durch Vavro hindurch, und auch beim 4:0 wenige Minuten später war Adeyemi körperlich und mental schneller als alle Gegenspieler. Der VfL hatte seine Gegenwehr zu diesem Zeitpunkt endgültig aufgegeben, die Verteidigungsleistung verdiente diese Bezeichnung nicht. Wolfsburg-Joker Mohamed Amoura hätte dann zwar fast noch das Tor des Jahres erzielt – sein artistischer Fallrückzieher landete aber nur am Außennetz.
Dank besserem Torverhältnis liegen die Dortmunder nun auf Platz vier vor Freiburg. Die Breisgauer können im Heimspiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen wieder am BVB vorbeiziehen.
FC St. Pauli – VfB Stuttgart 0:1 (0:0), Tore: 0:1 Nick Woltemade (88.), Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot für Siebe van der Heyde (57.) und Nikola Vasilj (90.+7/beide St. Pauli), Stuttgarts Woltemade verschießt Handelfmeter (60.)

Eine turbulente Szene dieses szenenreichen Bundesligaspiels zwischen dem FC St. Pauli und VfB Stuttgart ereignete sich in der 60. Minute. Stuttgarts Angreifer Nick Woltemade stand am Elfmeterpunkt, er hätte das entscheidende Tor dieses Nachmittags erzielen können und den Schwaben die Hoffnung in Richtung Europa erhalten können. Doch Nikola Vasilj hatte etwas dagegen. Er tauchte ins rechte untere Eck, hielt Woltemades Handelfmeter, ehe dessen Teamkollege Atakan Karazor im Nachschuss das 1:0 auf dem Fuß hatte. Aber erneut parierte Vasilj und hielt das Remis vorerst fest.
Stuttgart bemühte sich sichtlich und ernsthaft, doch trotz der gelb-roten Karte gegen St. Paulis Siebe van der Heyden, der – nach Videobeweis – den Strafstoß verursacht hatte, gelang dem VfB bis kurz vor dem Spielende kein Tor. Ein starker Keeper und das Torgestänge retteten den kämpfenden Kiezkickern lange das 0:0. In der 88. Minute gelang Woltemade dann aber doch noch der hochverdiente 1:0-Siegtreffer. Vasilj verlor am Ende noch die Nerven und flog wegen Meckerns ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz (90.+7). Der Klassenverbleib ist für den Aufsteiger damit noch nicht sicher. Zwei Spieltage vor dem Ende beträgt der Vorsprung der Hamburger auf den 16. Platz, wo Stand jetzt Heidenheim in die Relegation müsste, fünf Punkte.

FC Bayern gegen RB Leipzig:Elf Minuten Meisterfeier
Der FC Bayern freute sich schon, doch Yussuf Poulsen durchkreuzt in der vierten Minute der Nachspielzeit die Partypläne: Nach dem wilden 3:3 gegen Leipzig müssen die Münchner sich noch eine Woche gedulden – dann ist immerhin Harry Kane wieder dabei.
Borussia Mönchengladbach – TSG Hoffenheim 4:4 (2:1), Tore: 1:0 Fabio Chiarodia (5.), 2:0 Rocco Reitz (32.), 2:1 Arthur Chaves (43.), 2:2 Marius Bülter (54.), 3:2 Franck Honorat (64.), 3:3 Adam Hlozek (73.), 3:4 Haris Tabakovic (81.), 4:4 Tim Kleindienst (90.+1)
Spiele mit Gladbacher Beteiligung garantieren aktuell jede Menge Tore – und ein ständiges Auf und Ab innerhalb von 90 Minuten. Der Start gegen Hoffenheim verlief aus Borussen-Sicht ideal: Fabio Chiarodia köpfte nach einem Eckball zur frühen Führung, ein Tor von Franck Honorat nach etwa 20 Minuten zählte wegen Abseits nicht. Kurz darauf stand es dann aber doch 2:0: Hoffenheims Abwehr klärte nach einer Parade von Ersatztorwart Luca Philipp unbeholfen in die Mitte, Rocco Reitz dribbelte durch die TSG-Slalomstangen im Sechzehner und lupfte den Ball wundervoll ins Tor.
Doch Hoffenheim gab nicht auf: Noch vor der Pause erzielte Arthur Chaves mit weit ausgefahrenem Bein den Anschluss nachdem Gladbach-Torwart Jonas Omlin einen Schuss unglücklich abgewehrt hatte. Kurz nach Wiederanpfiff war die TSG mit einem schnellen Einwurf wacher und Marius Bülter erzielte das 2:2. Nun kam wieder Gladbach: Tim Kleindienst erkämpfte an der linken Seitenlinie den Ball, legte in die Mitte, wo Honorat nun zu seinem Tor kam. Doch wie zuletzt so häufig gelang es der Borussia nicht, das Spiel in den Griff zu bekommen – es ist die Unbeständigkeit und defensive Anfälligkeit, die Gladbach das europäische Geschäft kosten dürfte.
Adam Hlozek und Einwechselspieler Haris Tabakovic drehten das Spiel – mit einem Sieg wäre Hoffenheim der Klassenverbleib nach einer turbulenten Saison sicher gewesen. Doch auf diese Gewissheit muss die TSG noch mindestens eine Woche warten. Das letzte Wort hatte nämlich Gladbachs Kleindienst, der in der Nachspielzeit per Kopf auf 4:4 stellte.
1. FC Union Berlin – SV Werder Bremen 2:2 (1:2), Tore: 0:1 und 0:2 Jens Stage (2./15.), 1:2 Tom Rothe (37.), 2:2 Laszlo Benes (84.)
Werder Bremen pirschte sich auf leisen Sohlen an die europäischen Eliteplätze der Bundesliga an. Ein vor allem in Halbzeit eins grundsolider Auftritt der Bremer bei Union Berlin schien dem Team von Ole Werner zwei Spieltage vor Saisonende ungeahnte Möglichkeiten zu eröffnen. Jens Stage zeigte sich in Frühform, er traf in der zweiten und 15. Minute für Werder, ehe Tom Rothe in der 37. Minute der 1:2 Anschlusstreffer gelang. Kurz vor Schluss erzielte dann Laszlo Benes der Ausgleich für Union, er traf in der 84. Minute sehenswert aus 14 Metern in den rechten oberen Winkel.
Stand Samstagnachmittag liegt Werder Bremen nun mit 47 Punkten auf Rang acht, zwei Punkte hinter dem Fünften RB Leipzig, und vier Zähler hinter dem ersten Champions League-Rang. Dort steht der SC Freiburg, der allerdings am Sonntag noch Punkte gegen Leverkusen sammeln kann.

