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Bundesliga:Hertha zeigt Symptome der Besserung

MATTEO GUENDOUZI (Hertha BSC) beim Zweikampf mit Ridle Baku (Wolfsburg), Hertha BSC Berlin - VfL Wolfsburg 1. Bundesliga; Matteo Guendouzi

Mit wehendem Haar: Mattéo Guendouzi (l.) von Hertha BSC präsentiert sein Können gegen Wolfsburg

(Foto: imago images/Bernd König)

Zwar klappt es auch gegen Wolfsburg nicht mit einem Sieg, aber Zugang Mattéo Guendouzi deutet beim 1:1 gegen den VfL an, dass er eine Bereicherung für die ganze Liga sein könnte.

Von Javier Cáceres, Berlin

Hertha BSC wartet in der neuen Saison noch immer auf einen Heimsieg, zeigt aber Symptome der Besserung. Mit einem 1:1 gegen den VfL Wolfsburg holten die Berliner ihren ersten Punkt auf eigenem Grund, nach zuvor vier Niederlagen in Serie bleiben sie jedoch im unteren Tabellendrittel. "Wir müssen sagen, dass wir zwei Punkte liegengelassen haben", bilanzierte Hertha-Coach Bruno Labbadia: "Wir haben vor allem in der zweiten Halbzeit das Spiel in die Hand genommen, uns aber leider nicht belohnt. Vielleicht haben wir auch nicht das Spielglück gehabt."

Immerhin präsentierten die Berliner einen neuen Spieler, der Lust auf mehr macht: der Franzose Mattéo Guendouzi, der kurz vor Transferschluss beim FC Arsenal ausgeliehen wurde und wegen einer Corona-Infektion erst einmal aussetzen musste. Labbadia hatte auf die gleiche Startelf vertraut, die in der Vorwoche in Leipzig verloren, sich aber achtbar geschlagen hatte. Guendouzi, 21, saß also zunächst auf der Reservebank - obwohl er sich "zu 200 Prozent fit" gemeldet hatte.

Die Wolfsburger kamen besser ins Spiel, erzielten ein Abseitstor und mussten dann doch den Rückstand hinnehmen: Mateus Cunha, brasilianischer Stürmer der Hertha, rutschte zwar am Strafraumrand mit dem Standbein weg, sein Schuss aber landete zum 1:0 im Netz (6.). Wolfsburg antwortete mit eher schwachen Fernschüssen von Josip Brekalo und Yannick Gerhardt - und schließlich mit dem Ausgleich (20.).

Maximilian Philipp hatte von links in den Rücken der unsortierten Hertha-Abwehr gepasst und Ridle Baku bedient, der Cunha umkurvte und den Ball unter die Querlatte jagte. In der ersten Hälfte gab's nur noch einen Aufreger: Referee Martin Petersen entschied bei einem Zweikampf im Wolfsburger Strafraum auf Elfmeter, überzeugte sich nach Intervention des Videoschiedsrichters aber, dass Omar Alderete die Nähe von VfL-Profi Wout Weghorst zu einem theatralischen Auftritt genutzt hatte. Kurz vorher hatte er freistehend den Ball in die Hände von VfL-Keeper Casteels geköpfelt.

Das Spiel wogte nach der Pause weiter hin und her, die Berliner kamen nach einem Konter über Jhon Córdoba durch Dodi Lukébakio zu einer Chance, die Casteels vereitelte. Danach kam Guendouzi, 21, für seinen Landsmann Tousart. In den Tagen zuvor war so oft von der wallenden Mähne des Franzosen die Rede gewesen, dass man meinen konnte, die Umbenennung der Berliner in "Hairtha BSC" stünde kurz bevor.

Aber es folgten Auftritte, die Guendouzi als Spieler auswiesen, der nicht nur eine Bereicherung für Hertha sein kann. Er forderte und verteilte den Ball, wurde zur zentralen Figur auf dem Feld. Es dauerte, bis sich der VfL mit dem transformierten Gegner zurechtfand. Maxence Lacroix vereitelte mit einer Grätsche einen Treffer von Córdoba (71.), dann setzte der Kolumbianer einen Kopfball übers Tor (80.), wenig später hatte Dedryck Boyata ähnliches Pech. Ein Distanzschuss von Wolfsburgs Xaver Schlager ging am Tor der Hertha vorbei - es blieb beim 1:1.

© SZ vom 02.11.2020/ska
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