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Arne Friedrich bei Hertha BSC:Der Performance Manager steigt auf

Fussball DFL 1.Bundesliga Berlin 07.03.2020 25 Spieltag Olympiastadion Berlin Hertha BSC geg SV Werder BREMEN 2 : 2 Arne; Arne Friedrich Hertha BSC

Will Hertha BSC als Sportdirektor in ruhigeres Fahrwasser führen: Arne Friedrich.

(Foto: imago images/Camera 4)

Der von Jürgen Klinsmann geholte Arne Friedrich wird Sportdirektor in Berlin. Eine Entmachtung von Geschäftsführer Preetz? Das dementiert Friedrich vehement.

Es ist Sommer in Berlin, die Straßen und Bars werden leerer, weil die Zahl der (Party-)Touristen noch lange nicht an jene der Vergangenheit heranreicht, viele Einheimische aber trotzdem wegwollen. Und auch Arne Friedrich, 41, beschleicht Fernweh. Er wird, so erzählte er es am Montag in einer virtuellen Medienrunde, schon bald für ein paar Tage im Auto nach Frankreich aufbrechen, aufs Meer schauen und - auch wenn er "auf Abruf bereit" sein wird, um seinem neuen Job Genüge zu tun - versuchen abzuschalten. Sein neuer Job? Seit Sonntag: Sportdirektor bei Hertha BSC. Nach einer Zeit, die er als "unfassbar herausfordernd" verbucht hat.

Zu Recht. Im Grunde reicht es, die Schlagworte der letzten Monate zu nennen, um das Spannungsfeld zu erahnen, in dem sich der frühere Hertha-Profi und Nationalspieler Friedrich bewegt hat. Als Jürgen Klinsmann im November im Abstiegskampf den Trainerposten übernahm, rekrutierte er Friedrich als Performance Manager und übertrug ihm damit ein Amt, von dem man nicht auf Anhieb wissen musste, was es bedeuten sollte. Außer: dass er, wie als Sportdirektor jetzt auch, ein Bindeglied zwischen Trainerteam und Mannschaft sein sollte.

Nur: Als Klinsmann im Januar überraschend stiften ging, wurde das berühmte Tagebuch publik, in dem der frühere Nationaltrainer überaus viele Hertha-Profis und auch die Führungsriege abqualifizierte. Dass auch Monate später noch, als Klinsmann in der Corona-Krise nahezu in Vergessenheit geraten war, ein Mitglied der Geschäftsleitung namens Paul Keuter verbal nachkeulte ("Egowahn"), zeigte vor allem, wie tief die Wunden waren, die Klinsmann gerissen hatte. Und erinnerte noch einmal daran, dass Friedrich zwischen den Stühlen saß: Hier Klinsmann, der von Investor Lars Windhorst installiert worden war und dann Friedrich aus den USA nach Berlin gelotst hatte; dort Friedrichs bisheriger Berater und Hertha-Funktionär Keuter, der jetzt aber, wie Friedrich betonte, keine Rolle bei der Aushandlung des neuen Vertrags hatte und der Friedrichs Interessen "derzeit nicht mehr" betreue.

Wie er jene Zeit erlebte, blieb am Montag im Nebulösen. Es habe Situationen gegeben, in denen er "Einfluss genommen" habe, sagte Friedrich lediglich. Fakt ist: Er ist noch immer da und unterzeichnete einen Beförderungsvertrag. Mit Michael Preetz, dem Sport-Geschäftsführer.

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