Bundesliga:Hoffmann als Präsident könnte in Kühnes Sinn sein

Die Kooperation mit Kühne, der zu Hoffmanns Zeiten schon Mittel gegen sogenannte anteilige Transfererlöse bereitgestellt hatte, erwies sich auch in der AG zuweilen als schwierig, weil der HSV-Fan Kühne gern mal öffentlich ausspricht, was ihm missfällt. Und weil Kühnes Vertreter im Aufsichtsrat, Karl Gernandt, jetzt ausscheidet und kein neuer Mittelsmann des Investors auf der Liste der künftigen Aufsichtsräte steht, könnte eine Lösung mit Hoffmann in Kühnes Sinn sein. Wobei Hoffmann schon früher anmerkte, ein Vorstand müsse trotz eines Geldgebers "das Heft des Handelns in der Hand haben". Das war zweifellos nicht immer der Fall.

Hoffmann war als Boss nicht extrem beliebt. 2005 ging sein Versuch, die Profiabteilung auszugliedern, dramatisch schief. Allerdings auch deshalb, weil der HSV als e. V. damals Gewinne machte. Jetzt hofft Hoffmann, der intern einst als "Verkäufer des HSV" gebrandmarkt wurde, auf jene Mitglieder, die genug haben von der dauerhaften Erfolglosigkeit der Fußballer und sich eine Kurskorrektur wünschen. Dass Hoffmann aus seinem Scheitern gelernt zu haben glaubt, hat er bereits zu Protokoll gegeben. Den Versuch, nach der Trennung von Dietmar Beiersdorfer 2009 auch noch die Rolle des Sportchefs zu übernehmen, bezeichnete er im Nachhinein "als eine meiner schlechteren Entscheidungen".

Ob sein Team mit dem Immobilienkaufmann Thomas Schulz (Vizepräsident) und dem einstigen Vertriebsdirektor von Sportfive, Moritz Schaefer (Schatzmeister), gewinnen kann? Schulz ist beim HSV bisher kein Name, Schaefer wickelte damals den Verkauf des Stadionnamens an AOL, später an die HSH-Nordbank ab. Amtsinhaber Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority, hat in diesem Duell aber womöglich einen Nachteil: Er ist im Hauptberuf stark eingespannt. Wirtschaftssenator Frank Horch mahnte Meier mehrmals, er könne nicht noch Zeit mehr in sein Hobby stecken, was indirekt so viel heißt wie: Meier als HSV-Aufsichtsratschef ist in der Hamburger Politik nicht erwünscht.

Am 18. Februar haben die Mitglieder die Wahl. Wie die Stimmung an diesem Tag sein wird? Am Tag davor spielen die Profis gegen Bayer Leverkusen.

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