Bundesliga: Hamburger SV:Vehs fehlende Alternativen

Das Ungewöhnliche an dem Transferpoker ist, dass die beiden Parteien nicht miteinander pokern. Zwar hat Real-Trainer Jose Mourinho offenkundig ausführlich mit van Nistelrooy gesprochen (und keineswegs nur mit dessen Berater, wie der Profi behauptete), und er hat auch seine Meinung zur Sache geäußert ("es wäre großartig, wenn er kommen würde"), aber eine direkte Annäherung zwischen den Klubs hat es bisher nicht gegeben.

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Herzensangelegenheit Madrid: Ruud van Nistelrooy möchte unbedingt zu Real zurück, doch der HSV lässt ihn nicht gehen.

(Foto: AFP)

Auch van Nistelrooys Werbetour hat keinen neuen Stand gebracht. "Es gibt kein Angebot", sagte Sportchef Bastian Reinhardt am Sonntag, während Real-Sportchef Jorge Valdano bekanntgab: "Das mit van Nistelrooy ist sehr schwierig."

Warten auf Sammer

Es geht nämlich in diesem Fall ausnahmsweise nur am Rande ums Geld. Real will, wie aus Spanien berichtet wird, für die Transaktion nichts bezahlen, was sich wohl nur durch das monarchische Selbstverständnis des Vereins erklären lässt, aber selbst wenn sie doch noch ein bis drei Millionen anböten, dürfte das den HSV nicht reizen.

Der Klub ist finanziell nicht in Not. Aber auch der dritte Beteiligte wird nicht von kommerziellen Motiven getrieben: Vielmehr sieht Van Nistelrooy die Chance, in seinem vielleicht letzten Halbjahr als Profi noch einmal um Titel zu spielen, mit Einsatzgarantie sogar in der Champions League.

"Ich habe viel Verständnis und finde es menschlich absolut nachvollziehbar", sagte Armin Veh zu den Plänen seines Mittelstürmers, "aber ich als Trainer kann ihn nicht ziehen lassen." Ohne van Nistelrooy müsste Veh auf den notorisch unberechenbaren Paolo Guerrero zurückgreifen, der obendrein zur Zeit verletzt ist, oder auf Mladen Petric, der zur Zeit - wieder mal - verletzt ist.

Aber was passiert, wenn sich der HSV stur stellt und die Freigabe verweigert? "Ruud ist ein Spieler, der sehr professionell ist und seine Mannschaft sicher nicht im Stich lassen würde", sagte Veh. Aber restlos überzeugt davon scheint er nicht zu sein.

Vielleicht kommt dem Trainer die Politik zur Hilfe. Am Dienstag tritt beim HSV der neue Aufsichtsrat zusammen, dann wird auch über Matthias Sammers mögliches Engagement als Sportdirektor gesprochen. Kenner in Hamburg glauben, dass Sammer den Posten übernehmen wird. Ohne dessen Votum werde van Nistelrooy keine Freigabe bekommen, heißt es.

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