„Hängende Spitze“Investorenklubs, die Historie atmen

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Die Fans des VfL Wolfsburg präsentieren stolz ihr „Zinnenwappen“.
Die Fans des VfL Wolfsburg präsentieren stolz ihr „Zinnenwappen“. Swen Pförtner/dpa

Der VfL Wolfsburg kehrt zum alten Wappen zurück – da freuen sich auch die Tourismusbehörden. Und bei RB Leipzig trägt Ralf Rangnick seine Kurven-Credibility zur Schau.

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Es ist nicht so, dass es in Wolfsburg keine historische Sehenswürdigkeit gäbe. Da sind ja die „alten Schlote“ aus den Jahren 1961 und 1966, die zum Heizkraftwerk Nord/Süd im VW-Werk gehören. Sie stehen unter Denkmalschutz, als „Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders“. Nichts wie hin! Was bislang hingegen die wenigsten Leute wussten: In Wolfsburg gibt es tatsächlich eine Burg. Auf der Website der Stadt heißt es: „Die ,Wolfsburg‘ mit ihren Ziergiebeln und dem Zwiebelturm wurde ab dem 16. Jahrhundert zu einem der prachtvollsten Zeugnisse der norddeutschen Renaissance ausgebaut.“ Dazu ein Bild einer tatsächlich beeindruckenden Anlage, das offenbar nicht von einer KI generiert wurde.

Die örtliche Tourismusbehörde sollte den Fans des VfL Wolfsburg also dankbar sein. Ohne deren Hartnäckigkeit wäre ja nie jemand auf die Idee gekommen, sich die Frage zu stellen, ob es in Wolfsburg wirklich eine Burg gibt beziehungsweise überhaupt irgendwas anderes als das VW-Werk. Aber nun haben die Anhänger durchgesetzt, das moderne, glatt geschliffene Logo abzuschaffen und zum sogenannten „Zinnenwappen“ zurückzukehren, das bis 2002 verwendet wurde und bei dem der Buchstabe „W“ oben eben Zinnen trägt wie eine Burg. Damit drängte sich die Frage nach einer Burg in Wolfsburg auf, und siehe da: Neben der Wolfsburg gibt es im Stadtgebiet sogar noch die Burg Neuhaus, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Wasserburgen Norddeutschlands, und das Schloss Fallersleben in einem Park neben der klassizistischen Michaeliskirche.

Ralf Rangnick besucht die ehemalige sportliche Heimat in Leipzig – zur Freude der RB-Fans in Kutte.
Ralf Rangnick besucht die ehemalige sportliche Heimat in Leipzig – zur Freude der RB-Fans in Kutte. Jan Woitas/dpa

Wer sich für Investorenklubs begeistert, die Historie und Authentizität atmen, landete am Wochenende auch bei RB Leipzig. Dort tauchte plötzlich der frühere Klub-Architekt Ralf Rangnick mit einer sogenannten Kutte auf, einer Jeansweste mit allerlei Aufnähern. Zu lesen war darauf unter anderem „Aus dem SSV geboren“, weil der Verein 2009 aus dem altehrwürdigen Oberligisten SSV Markranstädt entstand. Außerdem zu sehen, Traditionalisten-Herzen schlagen höher: das frühere Wappen von RBL. Eine Rückkehr zum alten Emblem ist in diesem Fall allerdings ausgeschlossen. Es wurde von der DFL verboten, weil die Ähnlichkeit zum Logo eines Getränkeherstellers zu groß war.

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