Europapokal Sechs Klubs streiten um Europa

Träumen erlaubt. Julian Nagelsmann kämpft mit Hoffenheim um den Europapokal.

(Foto: dpa)
Von Dariusch Rimkus

In der Bundesliga liefern sich Bayern und Dortmund das spannendste Titelrennen der vergangenen Jahre. Ihr Kräftemessen ist mitreißend, keine Frage. Der Kampf um die internationalen Plätze verspricht aber noch intensiveres Herzklopfen an den verbleibenden drei Spieltagen. RB Leipzig hat den dritten Platz bereits sicher, doch um die Ränge vier bis sieben streiten sich mit Frankfurt, Mönchengladbach, Leverkusen, Hoffenheim, Wolfsburg und Bremen gleich sechs Teams. An diesem Wochenende treffen vier von ihnen in zwei Duellen aufeinander: Gladbach empfängt Hoffenheim und Leverkusen trifft auf Frankfurt.

Ein Überblick über die verbleibenden Spiele und die Chancen der Teams im Rennen um die Europapokalplätze.

Platz 4: Eintracht Frankfurt, 54 Punkte

Die Frankfurter Erfolgsstory gleicht der eines Boxers, der schon fast ausgeknockt am Boden liegt, sich dann aber noch mal auf die Beine kämpft und den Gegner bezwingt: Vor drei Jahren entging die Eintracht in der Relegation noch der Zweitklassigkeit. Nach Abwendung des Abstiegs folgten zwei DFB-Pokalfinals, von denen eins gewonnen wurde, die Qualifikation für die Europa League, in der der Klub weiterhin die Chance aufs Finale hat.

In der Liga ist als weiteres Schmankerl die Champions-League-Qualifikation in Sicht. Derzeit hat Frankfurt drei Punkte Vorsprung auf die direkten Verfolger (und ein hervorragendes Torverhältnis). Am Sonntag geht es gegen das sechstplatzierte Team aus Leverkusen, das kräftezehrende 1:1 aus dem Europa-League-Halbfinale gegen Chelsea ist da rund 67 Stunden her. Zudem hat die Mannschaft von Adi Hütter seit drei Saisonspielen nicht mehr gewonnen und die zuvor so treffsicheren Jovic, Rebic und Haller (letzterer ist seit vier Spielen verletzt) genauso lang nicht mehr getroffen.

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Die Eintracht darf weiter auf den Einzug ins Europa-League-Finale hoffen. Nach dem 1:1 im Hinspiel gegen Chelsea ist klar: Der Gegner hat eindeutig Respekt.   Von Tobias Schächter

Platz 5: Borussia Mönchengladbach, 51 Punkte

Stürmer Alassane Plea trifft kaum noch, Thorgan Hazard arbeitet an seinem Wechsel zum BVB, Kapitän Lars Stindl fehlt verletzt und der Abschied von Trainer Dieter Hecking ist längst beschlossen. Die Borussia hat so viele Baustellen wie sonst nur deutsche Autobahnen. Die beachtlichen 51 Punkte stammen größtenteils aus einer formidablen Hinrunde.

Die Rückrunde bedeutet dagegen Krise. Die Gladbacher bangen um die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb, sowohl die schlechte Form als auch das Restprogramm mit Spielen gegen Hoffenheim, Nürnberg und Dortmund lassen wenig Raum für Optimismus. Sportdirektor Max Eberl rief bei der Jahreshauptversammlung am Montag zu Geschlossenheit auf: "Es wäre ein Albtraum für mich, wenn wir nicht alle gemeinsam alles für Platz fünf tun." Zum Trend würde passen, wenn die Mannschaft bis auf Rang acht oder neun durchgereicht würde.

Platz 6: Bayer Leverkusen, 51 Punkte

Unter dem neuen Trainer Peter Bosz hat Leverkusen in der Rückrunde im Schnitt über 1,9 Punkte pro Spiel gesammelt und die vergangenen drei Partien in Serie gewonnen. Besonders Stürmer Kevin Volland hat mit bereits 16 Scorerpunkten in der laufenden Halbserie großen Anteil an Bayers Erfolg. Leverkusens einziges Problem: Während sie sich gegen schlechtere Teams kaum Ausrutscher erlauben, haben sie gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte in der ganzen Saison nur neun Punkte geholt. Können die Leverkusener diesen Trend am Sonntag gegen die Eintracht stoppen, haben sie in den restlichen zwei Spielen gegen schwächelnde Schalker und Berliner beste Chancen auf das internationale Geschäft.