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Bundesliga: Freiburg - Hannover:Bayern, aufgepasst!

Hannover 96 gewinnt locker mit 3:1 beim SC Freiburg und schiebt sich in der Tabelle wieder an den Bayern vorbei auf Platz drei. Selbst die Ausfälle einiger wichtiger Spieler sind für Mirko Slomkas Elf kein Problem - der Europapokal ist den Niedersachsen beinahe sicher.

Das Schöne an dieser Bundesliga-Saison ist, dass so gut wie nichts gewiss ist. Wer beispielsweise den FC Bayern im kommenden Jahr in der Champions League sehen will und deshalb darauf gebaut hatte, dass Hannover 96 irgendwann einen Hänger bekommen würde, sieht sich getäuscht. Das Überraschungsteam der vergangenen Monate fügte mit dem 3:1 (2:0) beim SC Freiburg seiner bemerkenswerten Serie ein weiteres Kapitel hinzu und zog zum Auftakt des 31. Spieltags im Fernduell um den Qualifikationsplatz zur Champions League vorerst wieder am Rekordmeister vorbei - eine Wendung, die vor Saisonbeginn wohl kaum jemand für möglich gehalten hatte.

SC Freiburg - Hannover 96

Hannover 96 lässt nicht locker: In Freiburg gewannen Jan Schlaudraff (re.) & Co. mühelos mit 3:1 und stehen nun in der Tabelle wieder vor den Bayern.

(Foto: dpa)

Unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw erzielten der norwegische Nationalstürmer Mohammed Abdellaoue (24.), Jan Schlaudraff (31.) und Konstantin Rausch (58.) die Tore für den Tabellendritten, der zumindest bis Samstagnachmittag zwei Punkte vor den Münchnern liegt. Für Freiburg traf der eingewechselte Jan Rosenthal (79.) noch zum 1:3 - doch da war die Partie längst entschieden.Der FC Bayern tritt am Samstag bei Eintracht Frankfurt an und er wäre gut beraten, es wie Hannover zu machen und einen Sieg zu landen - sonst sähe es einigermaßen düster aus mit den Champions-League-Chancen der Münchner. Die Niedersachsen werden nach dem siebten Auswärtssieg in dieser Saison mit großer Sicherheit in der kommenden Saison erstmals seit 19 Jahren wieder auf der internationalen Bühne spielen.

"Wichtig war, dass wir wieder an den Bayern vorbeigezogen sind. Dadurch haben wir etwas Druck aufgebaut. Wir haben noch drei Spiele vor der Brust, die wollen wir gewinnen", sagte 96-Schlussmann Ron-Robert Zieler, während Freiburgs Trainer Robin Dutt sich beeindruckt von der Effizienz der Elf von Trainer Mirko Slomka zeigte: "Wir hatten eine schlechte Passqualität. Hannover hatte eine gute Kontertaktik und war eiskalt im Abschluss, Respekt."

Die 24.000 Zuschauer im ausverkauften Freiburger Stadion sahen in den ersten Minuten überlegene Gastgeber. Die Freiburger, die ohne Torwart Simon Pouplin, Oliver Barth, Felix Bastians, Yacine Abdessadki, Johannes Flum sowie Tommy Bechmann auskommen mussten, setzten Hannover früh unter Druck und drängten die Gäste in die Defensive. Nennenswerte Torchancen konnten sich die Breisgauer zunächst aber nicht erarbeiten. Die Niedersachsen, bei denen der überragende Torjäger Didier Ya Konan und Mittelfeldspieler Sergio Pinto (beide gesperrt) fehlten, agierten zunächst abwartend - doch das kennt man in dieser Saison von den gewieften Hannoveranern.

Die Gäste, die sich nach der Rückkehr aus dem Breisgau über einen von Mirko Slomka versprochenen Kurzurlaub während der Osterfeiertage freuen dürfen, brachten in der Offensive zunächst so gut wie nichts zustande. Dennoch wäre Hannover mit dem ersten gefährlichen Vorstoß fast in Führung gegangen. Nach guter Vorarbeit von Lars Stindl scheiterte Abdellaoue aus kurzer Distanz am stark reagierenden Freiburger Torwart Oliver Baumann (14.). Sieben Minuten später verfehlte Konstantin Rausch mit einem Direktschuss nur knapp das Freiburger Tor.

Ab diesem Zeitpunkt dominierte Hannover das Spiel. In der 24. Minute machte es Abdellaoue besser als zehn Minuten zuvor. Der Angreifer erzielte nach der starken Vorbereitung von Schlaudraff sein zehntes Saisontor. Kurz darauf sorgte Julian Schuster auf der Gegenseite mit einem Freistoß für ein wenig Gefahr (27.). Wesentlich gefährlicher blieben aber die Gäste bei ihren Kontern. Nach einem öffnenden Pass von Altin Lala traf Schlaudraff zum vierten Mal in dieser Spielzeit.

Die beste Chance der Freiburger im ersten Abschnitt vergab Anton Putsila. Der Weißrusse scheiterte nach gutem Zuspiel von Cedrick Makiadi in der 41. Minute an Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler. Insgesamt zeigten die Gastgeber, bei denen der frühere 96-Profi Rosenthal schon in der 38. Minute für den schwachen Daniel Caligiuri eingewechselt wurde, im ersten Durchgang eine enttäuschende Vorstellung. Nach dem Seitenwechsel konnten sich die Freiburger zunächst nicht steigern.

Die Defensive der Gäste hatte das Geschehen weitgehend im Griff. Nach einem Fehler des Freiburger Innenverteidigers Ömer Toprak, der bereits in den zurückliegenden Spielen gepatzt hatte, sorgte Rausch nach Vorarbeit von Manuel Schmiedebach per Kopf mit seinem vierten Saisontor für die Vorentscheidung. Auf der anderen Seite scheiterte Rosenthal in der 70. Minute zunächst an Zieler, ehe ihm knapp zehn Minuten später der Freiburger Ehrentreffer gelang. Beste Spieler auf Seiten Hannovers waren Schlaudraff und Karim Haggui. Bei den Freiburgern konnten Makiadi und Maximilian Nicu überzeugen.

"Wir haben in der ersten Halbzeit fast perfekt gespielt. In der zweiten Halbzeit haben wir kämpferisch überzeugt. Das Gegentor hat uns noch etwas in Bedrängnis gebracht," erklärte ein entspannter 96-Coach Slomka nach der Partie. Wenn es nach ihm ginge, könnte die Saison wohl durchaus noch weitere Überraschungen mit sich bringen.

© sueddeutsche.de/dpa/jbe

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