So hatten sie sich dieses Spiel gegen den FSV Mainz 05 natürlich nicht vorgestellt. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte auf der großen Bühne, da wollten die Fußballerinnen des VfB Stuttgart einen Sieg liefern, statt 2:4 (0:1) zu verlieren. Das hätte ihnen nicht nur im Aufstiegskampf der zweiten Fußball-Bundesliga geholfen – sondern zudem so viele Zuschauer begeistert wie noch nie.
Im Durchschnitt kommen ein paar Hundert zu den Partien der Zweitliga-Klubs, am Samstag saßen 31 736 Menschen in der MHP-Arena, wo üblicherweise die Männer spielen. Damit überboten die Schwäbinnen die bisherige Bestmarke im Unterhaus deutlich, die im vergangenen Mai die Fußballerinnen des 1. FC Union Berlin mit 20132 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei gesetzt hatten. Das immerhin können sie beim VfB als gutes Omen nehmen, denn Union Berlin ist nach dem Publikumsrekord in die erste Liga aufgestiegen. Genau das haben sich die Stuttgarterinnen (im Bild Dafina Redzepi beim Fallrückzieher) ebenfalls fest vorgenommen.
Mit 42 Punkten ist das vom früheren VfB-Profi Heiko Gerber trainierte Team sechs Spieltage vor dem Saisonende mit einem Zähler Vorsprung auf den SC Sand und fünf Punkte vor Mainz Tabellenführer. Im Erfolgsfall würde Stuttgarts Fußballerinnen der direkte Durchmarsch vom Start in der Oberliga in der Saison 2022/23 bis in die höchste Klasse gelingen. Mit dem Zuschauerrekord als Bonus.

