Bundesliga:Nouri gut wie Rehhagel

Und so zauberten die Statistiker mal wieder einen schönen Vergleich hervor. Mit sieben Punkten in vier Partien hat Nouri einen ebenso guten Einstand feiern können wie einst der Werder-Übervater Otto Rehhagel vor 35 Jahren. Aus der Weltuntergangs-Stimmung, die noch vor wenigen Wochen in Bremen herrschte, ist Aufbruchs-Stimmung geworden. Die Fans schreiben das besonders dem neuen Trainer zu, wie die "Nouri, Nouri"-Rufe bewiesen. Dieser hat das realistisch als "Mechanismus des Geschäfts" eingeordnet, das ahnt er auch schon als Neuling.

Tatsächlich aber sieht es zumindest im Moment so aus, als habe Nouri gegenüber seinem Vorgänger Viktor Skripnik psychologische und auch taktische Vorteile. Inzwischen hat das Team wieder so viel Selbstbewusstsein getankt, dass es zur Not sogar den Ausfall von Serge Gnabry kompensieren kann. Der Spätsommer-Zugang, der in den ersten Minuten wieder mit seinen Dribblings begeistert hatte, musste kurz vor der Pause wegen einer schmerzhaften Wirbelprellung durch Fin Bartels ersetzt werden.

Ousman Manneh hat das jedenfalls nicht aus Bahn geworfen. Er erzählte nur, dass er täglich mit seiner in Gambia gebliebenen Mutter telefoniere. Sie mache sich immer Sorgen, berichtet er, "aber das braucht sie nicht". Ist wohl auch unnötig, denn Manneh hat mit Nouri, der ihn schon in Werders Drittliga-Mannschaft förderte, offenbar den besten Coach, den er derzeit haben kann: "Alex fordert mich", sagt er, "er sagt, ich habe die Qualität und ich solle etwas daraus machen." Nouri selbst sagt: "Ich bin nur der Trainer." Es sei aber schon bemerkenswert, wie Manneh mit dieser "tief greifenden und berührenden Geschichte" umgehe.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB