Bundesliga: FC Bayern "Hoffenheim will Fußball spielen"

Van Gaal verspricht bei allem Lamento: "Wir finden eine Lösung." Eine kurzfristige könnte sein, dass Hoffenheim und Mainz keinen Beton anrühren, sondern laufstarke, angriffslustige Kollektive mit kesser Vorwärtsverteidigung sind. "Ralf Rangnick ist eine Ausnahme, Hoffenheim will Fußball spielen", hofft van Gaal, und auch den von Rangnick inspirierten Trainer des Tabellenführers, Thomas Tuchel, erwähnt er lobend: "Mein Analytiker ist begeistert vom Mainzer Fußball, die sind nicht zufällig da oben" - Subtext: Wir müssen sie trotzdem besiegen. Denn van Gaal weiß: "Wir müssen oben stehen, sonst kommt Druck. Von den Medien, vom Vorstand, von allen."

Trotz des Wiesn-Auftakts war Louis van Gaal nach dem 0:0 gegen Köln nicht nach Feiern zumute.

(Foto: AP)

Wo Mainz jetzt grüßt, dort war Hoffenheim im Herbst 2008, man erinnert sich an die psychologischen Scharmützel damals mit den Bayern. Eineinhalb lehrreiche, triste Jahre folgten für die TSG, im Sommer wurde daher an vielen Stellschrauben gedreht. Hoffenheims Kader ist wieder jünger, die Stimmung besser. Mittelfeldspieler Luiz Gustavo bringt den guten Saisonstart auf einen simplen Nenner: "Wir sind fit und motiviert, das ist der Unterschied zum letzten Jahr."

So einfach ist die Gemengelage bei den Bayern nicht. Personell rotierte van Gaal zuletzt nur innerhalb eines kleinen Zirkels auserwählter Spieler auf einzelnen Positionen (gegen Köln: Klose für Olic, Kroos rechts, Müller Zehner, kaum Effekte). Doch Spritzigkeit und Rhythmus fehlen nach wie vor, weil fast alle Bayern in Südafrika waren. So sehr dieses Argument langweilt, es stimmt, findet Torwart Jörg Butt: "Wäre die kurze Vorbereitung kein Faktor, dann könnten sich ja in Zukunft alle Teams erst eine Woche vor dem Start treffen."