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FC Bayern München:Erinnerungen an Juventus

Die Bayern und van Gaal hatten sich in der zurückliegenden Rückrunde versöhnt, man akzeptierte in München dann doch die Vorgehensweise des Coachs. Nachdem im Herbst 2009 noch Spannungen vorlagen und eine rasche Trennung im Raum stand, ist der 59-Jährige seit dem Double-Gewinn und dem Einzug ins Champions-League-Finale geschätzt als strategischer Projektentwickler und Talentförderer. Selbst seinen eigenwilligen Verzicht auf Neuzugänge wie Sami Khedira haben sie ihm zuletzt abgesegnet.

FC Bayern Muenchen - 1. FSV Mainz 05

Thomas Tuchel (links) und seine Mainzer haben dem FC Bayern am Samstag eine empfindliche Niederlage beigebracht.

(Foto: dapd)

Es nun mal im ersten Herbststurm mit Gemütlichkeit zu probieren, ist gleichwohl ein neues Münchner Verhaltensmuster. Als die Bayern vor einem Jahr nach acht Spielen in nahezu identischen Lage steckten - Rang acht, zwölf Punkte nach acht Spielen, acht Zähler hinter der Spitze -, sprachen Rummenigge und Hoeneß distanziert über van Gaal und vom Zwischenzeugnis, welches nach der Hinrunde ausgestellt werde.

Die Wende

Nun dürfte van Gaal längeren Kündigungsschutz genießen, wenngleich das bayerische Wetteramt etwa nach einer Niederlage in Dortmund sicher erste Orkanwarnungen absetzen würde. "Nicht er ist gefragt, die Spieler sind es jetzt", betonte der Arbeitgeberchef Rummenigge, "unsere Nationalspieler müssen sich steigern". Am besten schon am Dienstagabend im ausverkauften St.-Jakob-Park beim FC Basel, wo erneut die beiden Besten fehlen werden. "Mit Robben und Ribéry haben wir mehr Kreativität", sagt van Gaal zu diesem Thema gereizt, "aber letztes Jahr haben wir die Wende auch ohne sie hinbekommen". Sie glückte damals mit einem 4:1 bei Juventus Turin.

Der FC Basel sei nicht zu unterschätzen, findet jedoch Torhüter Jörg Butt: "Dies ist nicht nur ein Vorrunden-Spiel, das wäre eine falsche Einschätzung", warnt er: "Das ist ein Champions-League-Spiel, und in unserer jetzigen Phase müssen wir gewinnen." Aggressiver habe man vorzugehen, empfiehlt er, und Butt, 36 Jahre alt, ist vielleicht kein schlechter Ratgeber für ungemütliche Verhältnisse. Er stammt aus dem Norden, und wenn er sagt, "beim FC Bayern bist du nie gelassen, wenn du nicht oben stehst", dann lächelt er trotzdem ausgesprochen entspannt.