Trainer Enrico Maaßen:Augsburg macht Avancen

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Trainer Enrico Maaßen: Enrico Maaßen, Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund, ist der Wunschkandidat beim FC Augsburg für den vakanten Cheftrainerposten. Der BVB reagiert reserviert.

Enrico Maaßen, Trainer der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund, ist der Wunschkandidat beim FC Augsburg für den vakanten Cheftrainerposten. Der BVB reagiert reserviert.

(Foto: MIS/Imago)

Der FC Augsburg möchte Borussia Dortmunds U23-Trainer Enrico Maaßen als Nachfolger von Markus Weinzierl verpflichten - beim BVB reagieren sie verstimmt auf Vollzugsgerüchte.

Von Maik Rosner

Mit der zweiten Chance hatte Enrico Maaßen nicht gerechnet, jedenfalls nicht so schnell. Bayern Münchens Pokalgegner SV Drochtersen/Assel hatte der Trainer ja erst kurz zuvor verlassen, weshalb er den Regionalligisten im größten Spiel der Vereinsgeschichte nicht coachen durfte. Dafür gelang ihm mit seiner neuen Mannschaft, dem SV Rödinghausen, in der ersten Runde des DFB-Pokals ein 3:2 gegen den damaligen Zweitligisten Dynamo Dresden. Und wie es der Zufall wollte, bekamen Maaßen und der Regionalligist in der zweiten Runde jenen FC Bayern zugelost, der sich in Drochtersen zu einem 1:0 gemüht hatte. "Wir werden versuchen, unserer Favoritenrolle gerecht zu werden", witzelte Maaßen damals. Später machte er auch damit von sich reden, dass er die Münchner mit Rödinghausen beim 1:2 durchaus ärgerte.

Es lohnt sich, an Maaßens Pokalanekdote gegen die Bayern von 2018 zu erinnern, weil er damals dachte, dass dies für ihn "wahrscheinlich das Spiel des Lebens" bleiben werde. Aber wie das Leben so spielt: Künftig könnten Duelle gegen die Bayern fast regelmäßig auf Maaßens Agenda stehen. Jedenfalls dann, wenn es nach dem FC Augsburg geht. Beim FCA wollen sie Maaßen als Nachfolger von Markus Weinzierl verpflichten, das Interesse beruht offenbar auf Gegenseitigkeit. Bei Maaßens Arbeitgeber Borussia Dortmund, wo Maaßen aktuell die zweite Mannschaft (3. Liga) betreut, sind sie von dieser Idee allerdings gar nicht angetan. Erst recht nicht davon, dass manche den Transfer bereits als fix ansehen.

Er sei "sehr irritiert darüber, dass das Thema in den Medien auftaucht und hier mitunter sogar bereits Vollzug gemeldet wird", sagte Dortmunds neuer Sportdirektor Sebastian Kehl der Funke-Mediengruppe. Erst am Freitag habe er vom Augsburger Interesse an Maaßen erfahren. "Seitdem hat es exakt ein Gespräch gegeben. Von einer Einigung, geschweige denn von einem Vollzug kann Stand jetzt überhaupt keine Rede sein", ließ Kehl wissen. Maaßens Vertrag beim BVB läuft bis zum 30. Juni 2024.

Das Augsburger Interesse an Maaßen kommt wenig überraschend

Die Dortmunder U23 hatte der 38-Jährige in den vergangenen beiden Spielzeiten mit Erfolg gecoacht. Nach dem Aufstieg in die dritte Liga schlossen Maaßen und seine Mannschaft ihre zweite gemeinsame Saison auf dem neunten Tabellenplatz ab. Auch das wurde über Dortmund hinaus als beachtlicher Erfolg registriert. Völlig überrascht sind sie deshalb beim BVB natürlich nicht vom Interesse an ihrem Trainer. Zumal dieser inzwischen reflexartig gehandelt wird, sobald in der ersten oder zweiten Liga ein Trainerjob frei wird. Doch für die kommende Saison plane man fest mit Maaßen, hieß es zuletzt aus Dortmund.

Die Augsburger sorgen also schon wieder für Verstimmung. Diesmal allerdings nicht intern wie am Ende der vergangenen Saison, als innerhalb von 24 Stunden erst Präsident Klaus Hofmann und tags darauf, direkt nach dem letzten Ligaspiel am 14. Mai, Trainer Weinzierl dem Publikum und dem genauso verblüfften Vorgesetzten Stefan Reuter ihre Rücktritte mitteilten. Hofmanns Rückzug wurde offiziell mit gesundheitlichen Problemen begründet. Weinzierl machte sich dagegen keine Mühe, seine Differenzen mit dem Geschäftsführer zu kaschieren. Nun möchte der frühere Dortmunder Profi Reuter den U23-Trainer des BVB abwerben. Das Gerücht kursiert seit Weinzierls Rücktritt.

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