bedeckt München 17°

Bundesliga: Elf des Spieltags:Bewerber in Form

Kevin Kuranyi und Stefan Kießling setzen Joachim Löw unter Druck, ein Österreicher und zwei Schiedsrichter empfehlen sich für Höheres. Die Kandidaten-Elf des Spieltags

J. Aumüller und J. Schmieder

11 Bilder

kevin kuranyi

Quelle: SZ

1 / 11

Kevin Kuranyi/Stefan Kießling

Im amerikanischen Journalismus hat es Tradition, dass sich Zeitungen kurz vor einer Wahl auf einen Kandidaten festlegen. sueddeutsche.de will sich vor der Kader-Wahl von Joachim Löw für zwei Kandidaten starkmachen: Kevin Kuranyi und Stefan Kießling. In der Scorer-Liste der Saison stehen Kießling (sieben Tore, zwei Vorlagen) und Kuranyi (sechs Treffer, zwei Assists) auf den vorderen Plätzen - während die gesetzten Stürmer Klose (null), Gomez (vier), Podolski (eins) und, ähem, Cacau (zwei) nicht einmal gemeinsam so viele Scorerpunkte haben wie einer der beiden formstarken Stürmer.

Fotos: dpa/dpa, Montage: sueddeutsche.de

<b>Maik Franz</b>

Quelle: SZ

2 / 11

Maik Franz

Für Freunde des hart geführten Zweikampfes gehört Maik Franz natürlich in jede Elf des Spieltags. In dieser Woche allerdings schafft es der Frankfurter in der Kategorie "Comeback" in diese Elf. Reumütig hatte er sich die Schuld am Pokalaus seiner Mannschaft gegen den FC Bayern gegeben, erzielte den Ausgleich für Bochum per Eigentor - doch dann drehte er das Schicksal und köpfte das 2:1 für sein Team. Für eine Nominierung in Joachim Löws Kader wird das freilich nicht reichen - Löw ist ja auch kein Freund des hart geführten Zweikampfes.

Foto: rtr

aaron hunt

Quelle: SZ

3 / 11

Aaron Hunt

Es ist immer verführerisch, wenn ein Fußballer einen Nachnamen hat, mit dem sich Wortspiele anstellen lassen. So könnte man etwa behaupten, dass die Mannschaft von Werder Bremen in der ersten Halbzeit ziemlich "auf den Hunt gekommen" war - und dass der "coole Hunt" das 2:2 rettete. Abseits dieser Wortspiele befindet sich Hunt in bestechender Form und ist ab sofort ein Kandidat, für den sich sueddeutsche.de starkmacht (siehe Kießling/Kuranyi).

Foto: AP

andreas ivanschitz

Quelle: SZ

4 / 11

Andreas Ivanschitz

Wo wir schon beim Thema Nationalelf sind: Dietmar Constantini ist österreichischer Nationaltrainer, und ein österreichischer Nationaltrainer ist qua Amt eine bedauernswerte Person. Unter anderem deshalb, weil die ihm zur Verfügung stehenden Spieler nicht die Klasse haben, die ein Nationaltrainer gerne hätte. In der vergangenen Woche regten ihn die Qualitäten und der körperliche Zustand eines Akteurs mal wieder besonders auf. So sagte Constantini zum Beispiel: "Ich lese alle 14 Tage sehr gute Kritiken. Allerdings lese ich auch alle 14 Tage gar nichts." Oder: "Die Frage ist halt, ob du bei einem Länderspiel Spieler verwenden kannst, die wenig nach hinten machen." Oder: "Für mich hat er die Kraft für 90 Minuten noch nicht."

Kaum zu glauben, aber Constantini richtete diese Worte tatsächlich an Andreas Ivanschitz (im Bild rechts), Offensivspieler in Diensten des FSV Mainz. Der bewies an diesem Wochenende gegen Wolfsburg nicht zum ersten Mal in dieser Saison, welch Transfercoup den Rheinland-Pfälzern da gelungen ist. Einen Treffer steuerte er zum überraschenden 3:3 bei, er zeigte eine starke Leistung, und das sogar - tatsächlich, Dietmar Constantini - über 90 Minuten.

Foto: ddp

-

Quelle: SZ

5 / 11

Maicosuel

Keine Elf des Spieltags ohne einen Spieler, der sich den Finger in den Mund steckt. Freilich darf man sich nach dem ungeschriebenen Jubel-Gesetz der Bundesliga nur dann den Finger in den Mund stecken, wenn man ein geniales Tor erzielt hat. In diesem Fall hat der Brasilianer Maicosuel allen Grund dazu. In Freiburg bekam er den Ball an der Strafraumgrenze und schnibbelte ihn derart gefühlvoll in den Torwinkel, dass wohl selbst der Ball gerne den Finger in den Mund gesteckt hätte.

Foto: Getty

lukas podolski

Quelle: SZ

6 / 11

Lukas Podolski

Lukas Podolski ist ein Spieler mit einem guten Zug zum Tor. Und ein Spieler mit einer wunderbaren Schusstechnik. Und ein Spieler, der nie um einen guten Spruch verlegen ist. Und ein Spieler mit etlichen anderen hervorstechenden Eigenschaften. Aber ein Spieler jener Kategorie, die gemeinhin als Führungsspieler firmieren? Offenbar hat sich Podolski vorgenommen, ein neues Attribut zu erarbeiten. Schon mehrfach in dieser Saison trat er als Wortführer der Geißbock-Elf in Erscheinung, allerdings noch nie mit solch deutlichen Formulierungen wie nach dem 0:1 gegen Hannover. "Ich kann verstehen, dass die Zuschauer pfeifen. Wir waren sehr schwach. Hannover hat verdient gewonnen. Wir haben hier nichts gezeigt und sind nicht als Team aufgetreten. Wir hatten kaum Aktionen. Wir müssen uns jetzt als Team hinterfragen und Gespräche führen. So brauchen wir nächste Woche gar nicht erst nach Berlin fahren."

Kleiner Tipp an den neuen Wortführer: Vielleicht ändert sich schon etwas zum Guten, wenn Lukas Podolski wieder der Lukas Podolski mit dem guten Zug zum Tor und der wunderbaren Schusstechnik wird.

Foto: AP

robert enke ap

Quelle: SZ

7 / 11

Robert Enke

Es war das Wochenende, an dem einige zuletzt in der Nationalelf nicht berücksichtigte Spieler Leistungen zeigten, mit denen sie sich nachdrücklich für eine Berufung empfohlen haben. Siehe Kießling, siehe Hunt, siehe Ivanschitz. Es war aber auch das Wochenende, an dem sich ein zuletzt nicht in der Nationalelf berücksichtigter Spieler für eine Berufung empfahl, ohne leistungsmäßig sonderlich herauszuragen. Gegen den 1. FC Köln musste Hannovers Torwart Robert Enke lediglich zwei Bälle parieren, doch das wichtigste für Löw, Hannover und natürlich für Enke selbst war, dass der 32-Jährige zum ersten Mal nach seiner mysteriösen Virus-Erkrankung und zum ersten Mal nach neun Wochen Zwangspause überhaupt wieder mitwirken konnte. Die Leistungsempfehlung für die Nationalelf kann Enke ja in den kommenden Wochen nachholen. Chancen dazu dürfte es genug geben, es geht nacheinander gegen Hamburg, Schalke, den FC Bayern und Leverkusen.

Foto: AP

-

Quelle: SZ

8 / 11

Felix Brych

Gewöhnlich wechselt ein Trainer die Spieler ein und aus - vor allem, seit Günter Netzer nicht mehr aktiv tätig ist. Am Freitag jedoch sorgte Schiedsrichter Felix Brych dafür, dass Dede vom Feld genommen wurde. Brych erkannte, dass der Dortmunder nach einem Zusammenprall benommen übers Feld torkelte - und informierte dessen Trainer Jürgen Klopp. Eine feine Geste des Schiedsrichters.

Foto: dpa

guido winkmann

Quelle: SZ

9 / 11

Guido Winkmann

Und noch eine sehr gute Schiedsrichter-Leistung an diesem Wochenende: Guido Winkmann sah zunächst ein Handspiel des Nürnbergers Albert Bunjako, das nun wahrlich nicht leicht zu erkennen war. Danach erkannte Winkmann einen Treffer von Bunjako an, weil der Ball die Linie überschritten hatte - auch das war nicht einfach zu entscheiden. Und dann behielt er auch noch in der hektischen Schlussphase Ruhe und Übersicht.

Foto: dpa

<b>Shinji Ono</b>

Quelle: SZ

10 / 11

Shinji Ono

Nein, viele Bundesliga-Rekorde hält Shinji Ono nun wirklich nicht - er hat ja bisher auch erst 25 Partien für den VfL Bochum absolviert. Beim Spiel in Frankfurt könnte der Japaner jedoch eine Bestmarke aufgestellt haben: Gerade einmal 24 Sekunden lagen zwischen der gelben Karte und der gelb-roten Karte. Richtig gefreut hat sich Ono jedoch nicht, als er vom Spielfeld schlich.

Foto: rtr

jerome boateng

Quelle: SZ

11 / 11

Jérôme Boateng

Jérôme Boateng hat echt Pech, dass er nicht für Borussia Dortmund spielt. Oder dass am Samstagabend beim Spiel seines HSV gegen Mönchengladbach nicht Felix Brych der Schiedsrichter war. In beiden Fällen hätte er sich nach der Partie wohl deutlich weniger Diskussionen rund um seine Person anhören müssen. Denn der Neu-Nationalspieler blieb in der zweiten Hälfte gegen die Borussen trotz einer Verletzung auf dem Feld, und in dieser Zeit verspielten die Hamburger ihre 2:1-Führung. Als HSV-Trainer Bruno Labbadia seinen Abwehrspieler dann austauschte, war es schon zu spät. Wer ist nun schuld an dieser blöden Situation? Boateng, weil er nicht signalisierte, dass er ausgetauscht werden muss? Labbadia, weil er nicht reagierte, obwohl er sah, wie sich Boateng quälte? Oder Schiedsrichter Deniz Aytekin, weil der weniger aufmerksam handelte als der Kollege Brych in Dortmund?

Foto: ddp

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema