Gladbach gegen Dortmund„Es ist ärgerlich“

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Enttäuschte Dortmunder: Marcel Sabitzer, Nico Schlotterbeck und Pascal Groß (von links) konnten auswärts schon wieder nicht gewinnen.
Enttäuschte Dortmunder: Marcel Sabitzer, Nico Schlotterbeck und Pascal Groß (von links) konnten auswärts schon wieder nicht gewinnen. (Foto: Christof Koepsel/Getty Images)

Nur 1:1 in Gladbach: Der BVB kann in der Bundesliga auswärts einfach nicht gewinnen – und hat noch Glück, dass der Schiedsrichter nicht häufiger auf Elfmeter gegen Dortmund entscheidet.

Von Ulrich Hartmann, Mönchengladbach

Es ist ja nicht so, dass Borussia Dortmund nicht einen gewissen Aufwand betriebe, um Auswärtsspiele zu gewinnen. Kürzlich war der BVB 900 Kilometer durch die Lüfte gereist, um in Zagreb 3:0 zu siegen. In der Champions League war dies bereits der zweite Auswärtserfolg in dieser Saison gewesen. Aber in der Bundesliga?

Hat es Dortmund am Samstagabend auch im sechsten Auswärtsspiel nicht geschafft, einen Sieg zu holen. Dabei war die Anreise in den Borussia-Park nach Mönchengladbach per Bus und mit 100 Kilometern Distanz vergleichsweise kommod. Das 1:1 (0:0) zwischen den beiden Borussias bedeutete für die Gladbacher nach zuvor vier Heimsiegen hintereinander eine kleine Ernüchterung und für die Dortmunder Gäste nach zuvor vier Auswärtsniederlagen in Serie eher eine kleine Erleichterung.

Wobei manche Spieler das anders sahen. „Es ist ärgerlich, mit einem Punkt nach Hause zu gehen“, sagte Dortmunds Nico Schlotterbeck bei Sky: „Als Borussia Dortmund musst du den Anspruch haben, hier zu gewinnen. Wir haben ein ordentliches Spiel gemacht, mehr aber auch nicht.“

Dortmund hat zweimal Glück, dass es nicht schon in der ersten Halbzeit Elfmeter gibt

Beim BVB saß der nach zwei Bundesliga-Spielen entsperrte Rotsünder Emre Can bis kurz vor Schluss auf der Bank, was daran zu liegen schien, dass Felix Nmecha ihm auf der Sechser-Position im zentral-defensiven Mittelfeld den Rang abgelaufen hat. Doch Trainer Nuri Sahin erklärte Cans Bankplatz damit, dass dieser leichte Rückenprobleme und deshalb wenig trainiert habe. Angeschlagen gar nicht mit im Kader war der offensive Mittelfeldmann Julian Brandt. Am Mittwoch in der Champions League gegen den FC Barcelona wird Brandt dringend gebraucht.

Das Spiel war gerade mal eine knappe Viertelstunde alt, da hatten die Dortmunder binnen zwei Minuten zweimal Glück, keinen Elfmeter gegen sich gepfiffen zu bekommen. Zunächst war Ramy Bensebaini im BVB-Strafraum dem Gladbacher Joe Scally deutlich auf den Fuß getreten (13.). Der Ball war da allerdings schon fast ins Tor-Aus geflogen, was ebenso für den Schiedsrichter Tobias Stieler wie auch für den Videoassistenten Tobias Reichel womöglich der Grund war, sich gegen Foul und eher auf eine Art unglückliche Aktion zu entscheiden. Umstritten war zwei Minuten später auch die Entscheidung, nach einem von Serhou Guirassy per Arm und in bester Cucurella-Manier geblockten Torschuss von Rocco Reitz wiederum nicht auf Elfmeter zu votieren. Hier benötigte der Videohelfer Reichel für seine Entscheidung schon ein wenig länger. Das waren die beiden Aufreger in einer torlosen und auch eher mauen ersten Halbzeit.

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In der zweiten Hälfte wurden die Dortmunder aktiver. In der 57. Minute kam Donyell Malen ins Spiel, weil sich Maximilian Beier in einer Aktion weh getan hatte. Dass zeitnah in der 65. Minute tatsächlich das 1:0 für Dortmund fiel, muss aber dem Torschützen Jamie Gittens gutgeschrieben werden. Und dem Umstand, dass die Gladbacher Joe Scally und Franck Honorat den BVB-Wirbelwind beim Eintritt in den Strafraum allenfalls höflich eskortierten und nicht an jenem Schuss hinderten, der aus zwölf Metern unter die Latte krachte. Für den 20 Jahre jungen Engländer war das schon im dritten Bundesligaspiel nacheinander ein Treffer, und wenn man das Champions-League-Spiel in Zagreb dazunimmt, dann war es im vierten Pflichtspiel sein vierter Treffer.

Gladbachs Tomas Cvancara sieht Gelb und Gelb-Rot binnen zwei Minuten

In diesem Moment schien Dortmunds erster Auswärtssieg in der Liga Form anzunehmen, allerdings entwickeln die Gladbacher aktuell gewisse Comeback-Qualitäten, und mit just diesen kamen sie schon in der 71. Minute zum 1:1-Ausgleich durch einen Foulelfmeter von Kevin Stöger. Dieser Strafstoß kam zustande, nachdem sich Referee Stieler und Videoassistent Reichel allerdings wieder minutenlang schwergetan hatten. Dortmunds Pascal Groß hatte Gladbachs einköpfbereiten Tim Kleindienst unterhalb einer Flanke erheblich umklammert – und so wirkte Stielers Entscheidung nach eigenem Monitoring am Spielfeld zumindest äußerst korrekt.

In der 81. Minute hatte der eingewechselte Robin Hack für Gladbach den Sieg auf dem Fuß, doch seinen Fernschuss lenkte der BVB-Torwart Gregor Kobel geistesgegenwärtig an die Latte. In der Nachspielzeit wiederum hatte Guirassy für Dortmund noch den Siegtreffer auf dem Kopf, der Ball ging knapp daneben. Kurz vor Schluss sah Gladbachs erst wenige Minuten zuvor eingewechselter Stürmer Tomas Cvancara binnen zwei Minuten Gelb und Gelb-Rot. Er konnte es kaum fassen.

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