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BVB wird Zweiter:"Wir stehen ja erst am Anfang"

Bundesliga - Borussia Moenchengladbach v Borussia Dortmund

Als Zweiter nicht so recht zufrieden: Marco Reus.

(Foto: REUTERS)
  • Die Dortmunder haben lange die Tabelle angeführt - nun beenden sie die Saison auf Rang zwei.
  • Geschäftsführer Watzke sagt: "Mit nur einem einzigen Sieg mehr wären wir Meister gewesen."
  • Die Fans trösten die Spieler, die Vereinsführung verspricht, dass der BVB noch stärker zurückkommen werde.

Minutenlang standen die Fußballer von Borussia Dortmund vor ihren etwa 9000 in Gelb gehüllten Fans, die in einer Tribünenecke des Borussia-Parks standen. Die Fans sangen, die Spieler applaudierten ihnen. Und so sangen die Fans immer lauter, fast ein bisschen hysterisch. Sie sangen sich den Frust von der Seele und sie lobten ihre Fußballer damit für eine trotz des verpassten Meistertitels starke Saison.

"Bei uns überwiegt der Stolz auf die 76 Punkte", sagte etwas später im Kabinengang der Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, "klar war mehr drin, aber wir stehen ja erst am Anfang einer Entwicklung." Mit diesem Satz tröstete sich Watzke auch ein bisschen selbst. Er ist überzeugt, dass seine Dortmunder den Münchnern in den kommenden Jahren insgesamt noch dichter auf den Leib rücken. Das betonte auch der Sportdirektor Michael Zorc: "Diese Saison ist für uns Verpflichtung, nächstes Jahr wieder anzugreifen und eine noch bessere Mannschaft aufzustellen." Die Dortmunder wollen ab jetzt jedes Jahr mindestens an der Meisterschale schnuppern.

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Während die Spieler etwa eine Stunde nach dem Spiel ihre Kabine im Borussia-Park verließen und auf Papptellern riesige Pizzastücke und kleine gewickelte Wraps mit in den Mannschaftsbus trugen, liefen auf den Monitoren im Stadion-Innenraum wieder und wieder die Bilder vom Jubel der Münchner. "Das braucht doch kein Mensch", schimpfte BVB-Torwart Roman Bürki und schaute ein bisschen angewidert. Die Mannschaft fuhr anschließend im Bus zum Trainingszentrum nach Dortmund und bekam dort noch ein Büffet. Die Spieler räumten fürs Erste ihre Spinde. In ein paar Wochen werden die meisten ihren Spind wieder belegen.

"Wir hatten in der Hinrunde ein Maximum an Glück", sagt Favre

Keiner der Dortmunder wusste so genau, ob man die Meisterschaft verpasst hatte oder Platz zwei erobert. "Wir hatten in der Hinrunde ein Maximum an Glück", sagte der Trainer Lucien Favre, als er die Saison bilanzieren sollte. Daraus sprach, dass man auch tabellarisch ein Maximum erreicht hat. Vereinsboss Watzke, der versprach, "am Montag Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß anzurufen und zu einem verdienten Meistertitel zu gratulieren", sagte über die zwei Punkte Rückstand zum FC Bayern aber auch: "Mit nur einem einzigen Sieg mehr wären wir Meister gewesen."

Favre wahrte die Fassung. "Es gibt eine Enttäuschung - ein wenig!", sagte er. Über ganz persönliche Befindlichkeiten spricht der Schweizer ja ohnehin selten. Und auch Mario Götze, in Mönchengladbach wieder 75 Minuten lang zentraler Stürmer, scherzte im Kabinengang mit den Gladbacher Spielern herum.

Es wurde viel gelacht. Obwohl auch die Gladbacher ihr Primärziel Champions League verpasst hatten, wirkten alle halbwegs gelöst. "Ich bin glücklich", sagte der Torwart Yann Sommer. Und der Trainer Dieter Hecking, der ja die Früchte der Europa-League-Qualifikation nicht mit ernten darf, versprach: "Ich halte mir die Donnerstagabende frei, um mir die Spiele der Borussia anzuschauen."

Zwei Mannschaften mit zwei verpassten Zielen, aber auch zwei Qualifikationen für den Europapokal als Trost - von Niedergeschlagenheit war am Samstagabend im Borussia-Park nichts zu spüren.

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