Bundesliga:Dortmund gewinnt das Sieben-Tore-Spiel

Bayer Leverkusen - Borussia Dortmund

Dortmund jubelt, der Sieg in Leverkusen war aber auch Schwerstarbeit.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Der BVB siegt furios in Leverkusen, der 1. FC Köln hat Pech - und Wolfsburg bleibt Tabellenführer. Das Wichtigste zum Spieltag.

Von Sebastian Fischer und Carsten Scheele

Bayer 04 Leverkusen - Borussia Dortmund 3:4 (2:1), Tore: 1:0 Wirtz (9.), 1:1 Haaland (37.), 2:1 Schick (45.+1), 2:2 Brandt (49.), 3:2 Diaby (55.), 3:3 Guerreiro (71.), 3:4 Haaland (77., Foulelfmeter)

Das war doch mal - Vorsicht, Untertreibung - ein ansehnliches Fußballspiel! Fast alles wurde geboten: Sieben schöne Tore, wobei vor allem das Einsnull durch Florian Wirtz (sehr cool gemacht), das Zweizwei durch Julian Brandt (erst mit der Hacke mitgenommen, dann ins kurze Eck) sowie das Dreidrei durch Raphael Guerreiro (Freistoß in den Winkel) stilistisch hervorzuheben waren. Zwischendurch gab es einen aberkannten Treffer für den BVB von Jude Bellingham, wegen eines kleinen Foulspiels von Mo Dahoud in der Entstehung (was gar nicht leicht zu erkennen war). Und einen Elfmeter: Leverkusens Odilon Kossounou traf Marco Reus mit der Hand im Gesicht, Haaland verwandelte den Strafstoß sicher. Ein achtes Tor fiel nicht mehr, wirklich enttäuschend.

Greuther Fürth - VfL Wolfsburg 0:2 (0:1), Tore: 0:1 Nmecha (10.), 0:2 Weghorst (90.+1, Foulelfmeter)

SpVgg Greuther Fürth - VfL Wolfsburg

Wolfsburgs Lukas Nmecha (rechts) erzielt das Führungstor in Fürth.

(Foto: Tom Weller/dpa)

Der Tabellenführer heißt auch nach dem vierten Spieltag: VfL Wolfsburg. Zwölf Punkte aus vier Spielen, optimale Ausbeute eben. Und dass Aufsteiger Greuther Fürth diese Bilanz nicht vermiesen würde, war schnell klar. Lukas Nmecha traf für Wolfsburg nach einem Kuddelmuddel im Strafraum, danach war Fürth viel zu harmlos, um die Elf von Mark van Bommel ernstlich zu gefährden. Erst fünf Minuten vor Schluss kam Fürth zur ersten Großchance, doch VfL-Torwart Koen Casteels parierte stark. Kurz vor Schluss machte Wout Weghorst per Elfmeter alles klar.

SC Freiburg - 1. FC Köln 1:1 (0:1), Tore: 0:1 Anthony Modeste (33.), 1:1 Czichos (89., Eigentor); Gelb-Rot Kainz (Köln, 74.)

Sport-Club Freiburg v 1. FC Köln - Bundesliga

Torschütze Anthony Modeste und Trainer Steffen Baumgart freuen sich.

(Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)

Stürmerseelen sind empfindlich, das weiß der frühere Angreifer Steffen Baumgart, und inzwischen häufen sich die Indizien, dass er als neuer Trainer des 1. FC Köln eine Meisterleistung in Sachen Stürmerseelenpflege abgelegt hat. Anthony Modeste, 33, hatte zwei Jahre lang nur vier Ligatore geschossen, wurde nach Saint-Etienne verliehen und schien seinen Zenit überschritten zu haben. Als er am Samstag nach einem im Rückwärtslaufen herausragend platzierten Kopfball zur Kölner Führung getroffen hatte, lief er zum Jubel Baumgart in die Arme. Es war schon Modestes drittes Saisontor, das nur wegen eines späten Eigentors von Rafael Czichos nicht zum dritten Kölner Saisonsieg reichte, den der FC am Ende auch in Unterzahl fast über die Zeit gerettet hätte.

TSG Hoffenheim - FSV Mainz 05 0:2 (0:1), Tore: 0:1 Burkardt (21.), 0:2 Ingvartsen (77.)

Zu den zahlreichen Vorwürfen, die Joachim Löw gegen Ende seiner Zeit als Bundestrainer gemacht wurden, zählte auch jener, ihn verhältnismäßig häufig auf der Tribüne beim SC Freiburg anzutreffen. Der Verdacht: Das war für ihn am gemütlichsten. Seinem Nachfolger Hansi Flick werden zurecht noch gar keine Vorwürfe gemacht, aber am Samstag war er auch bei einer Partie in Sinsheim nahe seiner Heimat Bammental, die nicht unbedingt wie ein "Must see" für einen Bundestrainer klang. Andererseits: Er sah nicht nur den Hoffenheimer Neu-Nationalspieler David Raum, sondern auch, wie Jonathan Burkardt mit einem perfekt platzierten Abschluss zur Führung für die Mainzer traf. Burkardt, 21, ist immerhin deutscher U21-Nationalspieler. Der Neu-Mainzer Marcus Ingvartsen, Schütze zum 2:0, wäre womöglich ein geeigneter Neuner für den DFB, spielt aber schon für Dänemark.

FC Union Berlin - FC Augsburg 0:0

Auf dem Weg, in nur zwei Jahren ein scheinbar schon etablierter, sogar im Europapokal vertretener Bundesligist zu werden, hat sich Union Berlin auch in Augsburg bedient: Torwart Andreas Luthe, Innenverteidiger Marvin Friedrich und der defensive Mittelfeldspieler Rani Khedira, sie alle spielten am Samstag gegen ihren Ex-Klub. An ihren Aufgabengebieten lag es nicht, dass Berlin gegen Augsburg nicht über ein 0:0 hinauskam. Überholt haben die Berliner den FCA trotzdem längst. Augsburg wartet noch auf den ersten Saisonsieg. Union ist weiter ungeschlagen.

© SZ
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