bedeckt München 26°

Mario Götze beim BVB:Gewissheit vor dem Spitzenspiel

Borussia Dortmund - Mario Götze

Wird Dortmund am Saisonende verlassen: Mario Götze.

(Foto: dpa)

Vor dem Duell gegen den FC Bayern verkünden die Dortmunder den Abschied von Mario Götze - und zeigen, dass sie zurecht ein Titelkandidat sind.

Nicht jedes Saisonspiel einer Spitzenmannschaft kann spektakulär sein, nicht einmal Borussia Dortmund schafft das. Einen Titelkandidaten erkennt man auch daran, dass er genau an solchen Tagen Effektivität über Schönheit stellt - und punktet. Genau deshalb war der eher farblos anmutende 2:0 (1:0)-Erfolg von Dortmund in Wolfsburg so wichtig: weil er eine Woche nach der Gala-Vorstellung gegen Schalke 04 (4:0) und drei Tage vor dem richtungsweisenden Duell gegen Bayern München dafür sorgte, dass der Rückstand auf den Rekordmeister nicht anwuchs. In der Rückrunde holten die Westfalen 27 von 30 möglichen Punkten, nur der FC Bayern ist in dieser Statistik noch erfolgreicher (28).

Und da Erfolg Recht gibt, konnten die Dortmunder entspannt vermelden, dass Mario Götze, 27, in der kommenden Saison nicht mehr zum Kader des Klubs gehören wird. "Wir sind übereingekommen, dass wir die Zusammenarbeit nach der Saison nicht fortsetzen werden", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc dem TV-Sender Sky und bestätigte das, was schon lange erwartet wurde. Die Entscheidung habe man "gemeinsam getroffen", sagte Zorc in die Mikrofon-Stange des Senders: "Wir sind in einer Situation, die für beide Seiten nicht zufriedenstellend ist."

Überraschend kam das alles nicht, Götze spielt in den Überlegungen von Lucien Favre schon lange keine Rolle mehr - das war auch in Wolfsburg nicht anders. Auf dem Papier war die Ausgangssituation an diesem Samstag gespenstisch eindeutig. Wolfsburg mag derzeit zwar Tabellensechster sein, aber der VfL ist einer der Lieblingsgegner des BVB: Acht der vergangenen neun Duelle waren an die Schwarz-Gelben gegangen, mit 24:3 Toren.

Haalands Ausrutscher ermöglicht Guerreiro das Führungstor

Die soliden Niedersachsen wollten sich gegen die Bilanz stemmen, indem sie den Gästen die Lust am Zaubern raubten. Wout Weghorst ging sehr rustikal gegen Delaney vor (9.), Steffen stieg Dahoud auf den Schlappen (11.). Julian Brandt, Raphael Guerreiro, Thorgan Hazard und Erling Haaland, die Helden des Derbys, agierten freundlich formuliert unauffällig.

Doch just als man Wolfsburg dafür loben wollte, wie sie den Dortmunder Flow verhinderten - indem sie den Gästen den Ball überließen, aber die wichtigen Passwege abschnitten -, kam die Szene, die das Spiel veränderte. Julian Brandt, scheinbar abgemeldet an der Seitenlinie, öffnete die Situation mit einem feinen Außenristschnackler, Hakimi leitete den Ball an der Strafraumkante ebenfalls per Außenrist weiter nach rechts auf Hazard, dessen flache Hereingabe Guerreiro fand, der aus Mittelstürmerposition mühelos sein achtes Saisontor erzielte.

Es handelt sich hier nicht um einen Tippfehler, Erling Haaland war nicht an dem Tor beteiligt. Oder doch? Der Torjäger verfehlte die Chance, Hazards Hereingabe zu verwerten und stürzte. Erst das verhalf Guerreiro zu seinem Freiraum.

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite