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Bundesliga:Stuttgart siegt nach bitterem Werder-Patzer

06.12.20 SV Werder Bremen - VfB Stuttgart Deutschland, Bremen, 06.12.2020, Fussball, Bundesliga, Saison 2020/2021, 10.

Viel provokanter wird's nicht: Angreifer Silas Wamangituka bei seinem zweiten Treffer.

(Foto: Pressefoto Rudel/imago)

Der VfB gewinnt nach fünf sieglosen Spielen auswärts in Bremen durch einen Doppelpack von Wamangituka. Der trifft erst stilsicher - und dann maximal provokant.

Von Thomas Hürner, Bremen

Es ist nicht verwunderlich, dass Florian Kohfeldt beim Ligakonkurrenten VfB Stuttgart zuletzt ganz genau hingesehen hat. Einerseits kam er eh nicht daran vorbei, die intensive Auseinandersetzung mit jeglichem Videomaterial gehört ja zur standesgemäßen Vorbereitung eines jeden Bundesligaspiels. Der Trainer des SV Werder machte vor dem Duell am Sonntagnachmittag aber auch kein Geheimnis daraus, dass ihm sehr gefällt, was es von dem Aufsteiger in dieser Saison bislang so zu sehen gibt. Kohfeldt wählte Adjektive wie "attraktiv", "mutig" und "spannend" - und so wollen die robusten, aber eher glanzlosen Bremer ja eines Tages auch wieder spielen, wie der Coach quasi wöchentlich betont.

Eine Mannschaft, die vorne wirbeln kann, und eine, die es gerne würde und zuletzt auch kleine Fortschritte in dieser Hinsicht gemacht hat: Es gibt schlechtere Zutaten für ein Bundesligaspiel, und der 2:1-Erfolg des VfB im Bremer Weserstadion blieb letztlich seiner Verheißungen wenig schuldig. Für die Gästemannschaft traf Silas Wamangituka doppelt (30. + 90. Minute), der auch ein hervorragender Mann des Tages gewesen wäre - wenn er sein zweites Tor nicht allzu unrühmlich zelebriert hätte.

Es entwickelte sich ein Schlagabtausch auf ansprechendem Niveau, wozu auch die mutigen und durchaus spannenden Bremer Ballattacken beitrugen. Als attraktiv muss das zwar noch nicht gelten, allerdings mangelte es der Partie dadurch vor allem an einem nicht: Spieltempo. Beide Mannschaften griffen beherzt an, und das ohne ihre jeweils wohl begabtesten Angreifer. Bei den Bremern fehlten die verletzten Niclas Füllkrug und Milot Rashica, beim Stuttgarter Trainer Pellegrino Matarazzo musste sich der angeschlagene Argentinier Nicolas Gonzalez als nicht spielfähig melden.

Das 1:0 fällt stilsicher, das 2:0 provokant

Zu Beginn der ersten Hälfte waren es die Bremer, die sich leichte Vorteile erarbeiten konnten und in Person von Yuya Osako zur ersten Torchance kamen. Der satte Schuss des Japaners, in Szene gesetzt von seinem Sturmkollegen Josh Sargent, ging in der fünften Minute knapp über die Latte. Ähnlich wuchtig war auch der Abschluss des Stuttgarters Borna Sosa vom Strafraumeck, den der Werder-Torwart Jiri Pavlenka aber noch abwehren konnte (14.). Die Intensität nahm zu, je länger das Spiel ging, und ein bisschen zu viel davon leistete sich Thahith Chong: Der junge Bremer ging im Strafraum etwas ungestüm in einen Zweikampf mit Wataru Endo, wofür es richtigerweise einen Elfmeter für den VfB gab: Angreifer Wamangituka verwandelte diesen stilsicher mit einem Schuss in die Mitte des Tores (30.).

Der Aufwand, den die Mannschaften im ersten Durchgang betrieben hatten, führte in der zweiten Halbzeit keineswegs zu Ermüdungserscheinungen. Die Schwaben bewiesen nun zunehmend, dass sie auch robuste Deckungsarbeit nach Bremer Vorbild beherrschen. Werder wiederum zeigte ein paar sehenswerte Ballstafetten, auch einige kleine Torchancen konnte die Heimelf herausspielen.

Den nächsten Treffer erzielte jedoch erneut der VfB, und das in geradezu aufreizender Art und Weise: Pavlenka leistete sich gemeinsam mit Verteidiger Ömer Toprak ein Missverständnis, der durchgestartete Wamangituka spitzelte den Ball am Torwart vorbei - und wartete gemächlich vor der Torlinie auf anrückende Bremer, ehe er zum 2:0 über die Linie schob (90.). Der VfB-Angreifer wurde umgehend ausgewechselt, womöglich aufgrund der offensichtlichen Provokation. Davie Selke verkürzte in der Nachspielzeit noch mit einem Kopfballtreffer zum 2:1, es folgte ein letztes Aufbäumen der engagierten Bremer. Am Ende allerdings vergeblich.

© SZ/vit
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