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Borussia Dortmund:Wohlfühlen mit Dreierkette

14.12.2019, xmhx, Fussball 1.Bundesliga, FSV Mainz 05 - Borussia Dortmund emspor, v.l. Jadon Sancho (Borussia Dortmund)

Jadon Sancho bejubelt seinen Treffer mit Zagadou und Hazard.

(Foto: imago images/Jan Huebner)
  • Der BVB gewinnt mit 4:0 gegen Mainz. Marco Reus, Jadon Sancho, Thorgan Hazard und Nico Schulz erzielen die Tore.
  • Vor dem Spitzenspiel am Dienstag gegen Leipzig stimmt die Form in Dortmund.
  • Ein nicht geahndetes Handspiel führt bei den Dortmundern trotz des Siegs zu Unverständnis.

Michael Zorc kam nicht dazu, seinen Satz zu vollenden. "Wer heute etwas zum Meckern findet, der ...", bilanzierte Dortmunds Sportdirektor gerade den Nachmittag in Mainz, als schon wieder die nächste Frage kam. Dabei wäre es wirklich interessant gewesen, welche Konsequenzen Zorc für den Fall der Meckerei androhen wollte. Denn einen Herren gab es tatsächlich, der etwas auszusetzen hatte, also zumindest ein klitzekleines bisschen was: Dortmunds Trainer Lucien Favre. "Am Anfang haben wir Mühe gehabt, den Ball zu halten", sagte er in seiner Analyse.

Aber nach diesem Anfang, da war es dann ein ziemlich überzeugender Auftritt der Dortmunder. Mit 4:0 (1:0) gewann der BVB und setzte vor dem Spitzenspiel gegen RB Leipzig am Dienstag so seine Positivserie fort. "Wir sind sehr zufrieden. Wir haben sehr dominant gespielt, die Tore sehr schön herausgespielt und zum richtigen Zeitpunkt gemacht", sagte Sportchef Zorc: "Jetzt wollen wir gegen Leipzig nachlegen. Das ist ein Spitzenspiel, das wir gewinnen wollen."

"Hand ist Hand."

Die Dortmunder begannen erneut mit einer Dreierkette, und es verdeutlichte sich mal wieder der Eindruck, dass sie sich in diesem System wohler fühlten. Als sie die mühevollen zehn Anfangsminuten mal überwunden hatten, entstand recht bald eine eindeutige Spielanlage: Die Dortmunder standen hinten außerordentlich stabil, und vorne waren sie ziemlich variabel und kombinationssicher.

Die ersten Schuss-Chancen durch Marco Reus (7./19.) sowie Nico Schulz (10./12.) konnten sie zwar nicht verwerten. Und zwischendurch beschwerten sie sich lautstark, weil es keinen Elfmeter gab, als der Mainzer Verteidiger Jeremiah St. Juste bei einer Grätsche im Strafraum den Ball gleich zwei Mal mit der Hand berührte. "Das ist ein Elfmeter", sagte BVB-Kapitän Reus: "Wenn es anders läuft, ist es eine größere Diskussion. Wenn es Handspiel ist, ist es Handspiel. Ich weiß nicht, was diese Diskussion immer soll. Hand ist Hand."

Aber es war förmlich zu spüren, wie der BVB dem Tor immer näherkam. FSV-Torwart Robin Zentner parierte noch einmal sehenswert gegen Reus, aber aus einem Eckstoß entstand dann die Führung: Von der Strafraumgrenze aus schoss Reus den Ball zum 1:0 ein (32.). In den Minuten danach vergaben Thorgan Hazard und Julian Brandt ihre Gelegenheiten zum zweiten Treffer.

FC Bayern in der Einzelkritik

Nur Boateng wirkt wie festgefroren

Ganz kurz vor und nach der Pause gab es tatsächlich mal Szenen, aus denen ein Mainzer Treffer hätte entstehen können - und eine knappe halbe Stunde vor Schluss versuchte es FSV-Trainer Achim Beierlorzer mit einer Umstellung von Fünfer- auf Viererkette. Doch das erwies sich als schlechtes Zeichen. Erst dauerte es auffällig lange, bis auch alle Spieler kapiert hatten, welche Position sie nun einnehmen sollten - und dann fiel kurz nach dem Systemwechsel bei einem Konter der zweite Dortmunder Treffer.

Dan Zagadou rannte über fast das ganze Spielfeld und hatte dann noch einen guten Blick für Jadon Sancho in der Mitte, der den Ball einschob (66.). Drei Minuten und einen Konter später war die Partie endgültig gelaufen, als Hazard so hart aufs Tor schoss, dass der Ball FSV-Schlussmann Zentner über die Fingerspitzen rutschte.

Ausgerechnet Schulz trifft

Angreifer Sancho wiederum hätte zwingend noch einen weiteren Treffer erzielen müssen, aber erst wurde sein Schuss an den Pfosten abgefälscht, danach brachte er eine starke Hereingabe von Hakimi freistehend nicht im Tor unter. Aber es passte zu diesem Dortmunder Tag, dass just Linksverteidiger Nico Schulz den Endstand markierte - der Nationalspieler hatte nicht gerade überzeugende Wochen hinter sich.

"Wir haben heute gegen einen richtig starken Gegner gespielt und verdient verloren", sagte Mainz' Trainer Achim Beierlorzer. Auch auf seine Mannschaft wartet in der englischen Woche ein Duell gegen einen unmittelbaren Tabellenkonkurrenten: Nach zuletzt zwei Niederlagen muss Mainz nun auswärts bei Werder Bremen ran.

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