Bundesliga Bayern rauscht zum nächsten Sieg

Torschütze zum 2:0: Bayerns Robert Lewandowski.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
Von Ulrich Hartmann, Gelsenkirchen

Leon Goretzka wollte seine früheren Schalker Kollegen trösten. Er wollte ihnen ein Lob aussprechen, als er sagte: "Das Schalker Spiel ist intensiv, sie spielen robust, sie haben es gut gemacht." Dabei hatte der neue Mittelfeldspieler des FC Bayern München unter dieser Intensität mit am meisten zu leiden gehabt am Samstagabend in der Arena auf Schalke. Beim fußballerisch ungefährdeten 2:0 (1:0)-Sieg der Münchner musste Goretzka ein bisschen was einstecken, wurde mehrfach und nicht immer ganz regelkonform zu Boden gebracht und sah zu, wie seine Gegenspieler in zwei Fällen dafür Gelb sahen. Am Ende war Goretzka aber entspannt und unverletzt. Deshalb fiel sein Urteil milde aus.

Der Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin hätte sich derweil vorkommen können wie ein Wildhüter. Die empörten Schalker Fans unterstellten ihm akustisch gewissermaßen, dass seine fleißige Ahndung von Schalker Fouls an Spielern des FC Bayern München mit der "Freiwild"-Debatte zu tun gehabt haben könnte, die die Münchner losgetreten hatten, nachdem sich gegen Bayer Leverkusen zwei Spieler verletzt hatten. Doch diesen Vorwurf wird sich Siebert nicht gefallen lassen wollen - und bei genauer Betrachtung waren die drei meistbebuhten Schalker Fouls der ersten Halbzeit durch Naldo (an Leon Goretzka), Alessandro Schöpf (an James Rodríguez) und Daniel Caligiuri (wieder an Goretzka) auch alle ahndungswürdig. Naldo und Caligiuri sahen zurecht sogar Gelb.

Es lag schlicht daran, dass die Münchner den Schalkern zumeist einen Schritt voraus waren, dass die Gastgeber sich schwer taten mit dem flotten und präzisen Spiel der Gäste und dass sie das eine oder andere Foul nicht aus Frust oder Absicht, sondern deshalb begingen, weil sie die Bayern anders nicht hätten halten können. Der entsprechende Münchner 2:0 (1:0)-Sieg durch Treffer von James und Robert Lewandowski hatte zur Folge, dass der FC Bayern mit seinem vierten Sieg im vierten Ligaspiel die Tabellenführung verteidigte - und dass die Schalker durch ihre vierte Niederlage im vierten Ligaspiel vorübergehend auf den letzten Tabellenplatz rutschten.

"Es spricht für uns, dass die Schalker nur eine einzige Chance hatten", sagt Niko Kovac

In der fünften Minute hatten die Münchner bereits ein Eckenverhältnis von 3:0, in der 6. Minute jagte Thomas Müller den Ball knapp übers Tor, in der 7. Minute verpasste Goretzka hauchdünn eine Hereingabe vom Rechtsaußen James und in der 8. Minute fiel das 1:0 für die Gäste, als James die vierte Münchner Ecke (durch Joshua Kimmich) mit einem beherzten Sprung einköpfelte.

James hätte in der 50. Minute auch schon für die Vorentscheidung sorgen müssen, allerdings nahm er sich die Freiheit, eine knackige Quervorlage von Franck Ribéry neben das leere Tor zu schießen. Ein Kopfball von Breel Embolo nach einer Flanke von Rudy bedeutete drei Minuten später die einzige Chance für die Schalker, doch der Ball flog knapp am Pfosten vorbei. Ein neuerliches Foul von Schöpf an James in der 63. Minute besiegelte den Münchner Sieg. Weil dieses eindeutige Foul im Schalker Strafraum geschah, durfte Lewandowski in der 64. Minute einen Elfmeter schießen, den er flach und stramm in die richtige Ecke drosch.

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"Ich hoffe, es geht jetzt genau so weiter", sagte Linksverteidiger David Alaba nach diesem siebten Sieg im siebten Pflichtspiel der Saison - "aber die nächsten Wochen werden schwer", bremste Sportdirektor Hasan Salihamidzic vorsichtshalber. Er ist ja auch für die psychologische Komponente der Münchner Siegesserien zuständig und weiß, dass man da im Zweifelsfall besser warnt.

Trainer Niko Kovac betonte derweil, wie hart erkämpft dieser eigentlich eher spielerisch wirkende Sieg doch gewesen sei: "Es spricht für uns, dass die Schalker nur eine einzige Chance hatten." Und so zielstrebig die Münchner ihr Spiel gewonnen hatten, so eilig hatten sie es hinterher, die Arena zu verlassen. Der Flieger wartete. Es war, auch in dieser Hinsicht, ein Routinesieg für die Münchner.

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