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Bundesliga: Bayern - Dortmund:Dortmunder Meisterleistung

Dortmund gewinnt klar und völlig verdient in München. Während die Borussen schon fast die Meisterschaft feiern können, müssen die Bayern wieder um die Teilnahme an der Champions League bangen.

Im Bauch der Münchner Arena standen Trainer Louis van Gaal und die Spieler des FC Bayern - und schauten fern. Gebannt blickten sie vor dem Spiel gegen den Tabellenführer aus Dortmund auf die Bildschirme und wussten: Jetzt stehen wir unter Druck. Hannover 96 war nach dem Sieg gegen St. Pauli in der Tabelle an den Bayern vorbeigezogen.

FC Bayern München - Borussia Dortmund 1:3

Meisterlicher Jubel in München? Die Spieler von Borussia Dortmund feiern ausgelassen.

(Foto: dpa)

Bayern gegen Hannover, dieses Fernduell um die direkte Qualifikation für die Champions League war es doch, um das es hier ging, nicht die Meisterschaft.

Es ging um viel mehr, als um den Parvenü aus Hannover. Natürlich. Es ging gegen Dortmund ums Prestige, vielleicht sogar um die Ehre. Das zählt in München ja beinahe so viel wie der Titel. Es ging in diesem Spiel der Spiele, das live in 198 Länder übertragen wurde, um den inoffiziellen Titel der aktuell besten deutschen Fußballmannschaft und es ging, wenn man den Münchnern vor dem Spiel genau zuhörte, tatsächlich auch noch um die allerletzte Chance, Dortmund vielleicht doch noch abzufangen. Denn sie wussten zwar in München, dass die Meisterschaft eigentlich bereits verloren war, aber glauben, glauben wollen sie es bis zu dieser bitteren und völlig verdienten 1:3 Niederlage nicht. 16 Punkte liegen die Bayern jetzt hinter den so gut wie uneinholbaren Dortmundern.

Es war vor allem in der ersten Hälfte ein großartiges Fußballspiel. Denn Dortmund versteckte sich in München nich, hielt gegen die nach den jüngsten Erfolgen so selbstbewussten Bayern mit genialisch mutigem Sturm und Drang dagegen, mit Herz und Leichtigkeit und Eroberungsgeist. Dortmund gelang sogar das Kunststück, den niederländischen Dribbelkünstler Arjen Robben 90 Minuten lang nicht ins Spiel kommen zu lassen. "Es war ein großer Tag für uns. Wir wollten ein besonderes Spiel machen und das ist uns gelungen. Ich bin hochzufrieden", schwärmte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Louis van Gaal war dagegen schwer enttäuscht: "Die ersten beiden Gegentore waren große individuelle Fehler, schade, dass das gegen Dortmund passiert", jammerte der Niederländer. Und: "Sie haben in den richtigen Momenten die Tore geschossen."

64 Prozent Ballbesitz für Dortmund nach 20 Minuten, in der Allianz Arena, gegen die Mannschaft von Mr. Ballbesitz Louis van Gaal: Es hätte dieses Beweises eigentlich gar nicht mehr bedurft, aber dieses Team aus Jungspunden, in München stand die jüngste Elf in der Bundesligageschichte von Borussia Dortmund auf dem Platz, führt die Tabelle zu Recht an. Und diese Mannschaft wird zu Recht Deutscher Meister werden. Wer will dem jetzt noch widersprechen? Uli Hoeneß, der einen Münchner Sieg mit zwei Toren Vorsprung versprochen hatte? Christian Nerlinger, der gesagt hatte, die Meisterschaft, die gehöre ja wohl eigentlich den Bayern?

In der vierten Minute schon tauchte der Dortmunder Marcel Schmelzer, den Bastian Schweinsteiger aus den Augen verloren hatte, frei vor Torhüter Thomas Kraft auf, drosch den Ball jedoch über das Tor. Und Schweinsteiger, der in einem für ihn albtraumhaften Spiel einen Fehler an den anderen reihte, war es auch, der Dortmund die Führung schenkte. Er vertändelte auf eine für den Nationalspieler deprimierende Art und Weise den Ball, traf bei einem simplen Passversuch überraschenderweise das Spielgerät nicht. Kevin Großkreutz war nicht überrascht. Der schnappte sich den Ball, stürmte los und nach seinem schönen Zuspiel schob Lucas Barrios überlegt ein (9. Minute). Die Bayern kamen zwar durch Luiz Gustavo, der nach einer Ecke von Franck Ribéry traf (16. Minute), schnell zum Ausgleich, doch noch schneller war die Dortmunder Führung wiederhergestellt. Barrios setzte sich gegen den überforderten Holger Badstuber durch, nach einigem Gestochere am Strafraum kam der Ball zum wieder überragenden Nuri Sahin und der schlenzte ihn, wie so oft schon in dieser Saison, wunderbar gefühlvoll ins Tor.

Dortmund hatte vor allem im Mittelfeld Vorteile. Und das lag auch an Louis van Gaal. Denn der ließ Danijel Pranjic, der in der Champions League bis zu seiner Auswechslung auf der linken Abwehrseite überzeugte, im defensiven Mittelfeld auflaufen. Pranjic war kaum zu sehen.Und Luiz Gustavo, der in der Champions League im defensiven Mittelfeld überzeugte, spielte linker Verteidiger. Auch er: kaum zu sehen.

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