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Bundesliga:Ausgerechnet Naldo ist überfordert

Hertha BSC - FC Schalke 04

Noch nicht richtig auf Schalke angekommen: Der neue Verteidiger Naldo.

(Foto: Annegret Hilse/dpa)

Schalkes Naldo ist aus der Bundesliga kaum wegzudenken - und doch unterlaufen ihm gerade die größten Patzer. Der Tabellenletzte braucht dringend Punkte, für Naldo könnte es eng werden.

Wenn sich Ronaldo Aparecido Rodrigues, genannt Naldo, in den vergangenen elf Jahren an den Strafräumen der Bundesliga aufgebaut hatte, dann war das folgende Duell meist schon entschieden. Das lief so: Naldo schnappte sich die Kugel vom Angreifer und schlug sie entweder weg oder begann ruhig den Spielaufbau.

Am Mittwochabend baute sich der 1,98-Meter riesige Innenverteidiger bei der Niederlage gegen Köln (1:3) am rechten Strafraumeck wieder einmal auf, er eröffnete damit ein ungleiches Duell: Vor dem 302-maligen Bundesligaspieler, schon allein ob dieser Zahlen mit einer Erfahrung ausgestattet wie ein alter Weiser, dribbelte der wuselige 18 Jahre alte Salih Özcan, knapp 20 Zentimeter kleiner als Naldo. Und Özcans Erfahrung beschränkte sich zu diesem Zeitpunkt auf eine Bundesliga-Minute, er war kurz zuvor eingewechselt worden, also eher der Typ Zauberschüler.

Doch Naldo unterlag: Beide stolperten im Zweikampf, der junge Mann rappelte sich schneller auf als der alte, zog davon Richtung Tor. Und noch ehe Naldo ganz aufgestanden war, lag der Ball schon im Netz. In der Zeit, in der sich der inzwischen 34 Jahre alte Brasilianer aufrichtete, konnte Salih Özcan Richtung Fünfmeterraum laufen, den Ball vors Tor spielen und Kollege Simon Zoller den Ball ins Tor befördern.

Am Ende ist es diese eine Szene aus der 82. Minute, die Naldos bisherige Auftritte im Schalker Dress am eindrucksvollsten zu beschreiben vermag. Naldo, der alte Kämpfer, tut viel in der Schalker Hintermannschaft, er fightet für die anderen, sogar rechts draußen, wo eigentlich der Rechtsverteidiger Sascha Riether die Sicherheitsschleusen schließen müsste. Doch durch die viele Arbeit in Schalkes Hintermannschaft scheitert er nun öfter als früher. Bereits beim 1:2 sah er schlecht aus. "Die individuellen Fehler sind nicht förderlich", klagt sein Trainer Markus Weinzierl.