Bundesliga0:6 – Drama für Augsburg

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Verstand nicht ganz, was seine Spieler da fabrizierten: Augsburgs Trainer Sandro Wagner.
Verstand nicht ganz, was seine Spieler da fabrizierten: Augsburgs Trainer Sandro Wagner. Frank Hoermann/Sven Simon/Imago
  • Augsburg kassiert gegen Leipzig eine historisch hohe 0:6-Heimniederlage und ist in dieser Verfassung ein klarer Abstiegskandidat.
  • Wolfsburg gewinnt überraschend 1:0 beim HSV, während viele Fans beider Vereine nach Krawallen am Hauptbahnhof Hannover die Spiele verpassten.
  • Hoffenheim gelingt in pinkfarbenen Trikots der erste Heimsieg der Saison mit einem 3:1 gegen Heidenheim und pirscht sich an die Spitzengruppe heran.
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Das Team von Sandro Wagner verliert historisch hoch, auch sonst ist einiges los: Fans vermöbeln sich am Bahnhof, der BVB bejubelt einen Last-Minute-Sieg. Das Wichtigste zum Spieltag.

Von Carsten Scheele

Achter Spieltag in der Bundesliga: Viel los in den Stadien, aber auch auf den Straßen und in den Zügen. Nicht alles lief glatt in der Fußballrepublik, doch am Ende gab es sechs Spiele mit sechs Ergebnissen. Hier der kurze Überblick:

Was war los auf den Straßen?

Einiges, zumindest rund um die kreisfreie Stadt Mönchengladbach. Der Bus des FC Bayern steckte im Stau fest, die Mannschaft kam verspätet in der Arena an. Also wurde der Anpfiff auf Bitten der Münchner um 15 Minuten nach hinten geschoben – 15.45 Uhr statt 15.30 Uhr. „Der Bus ist nicht weitergekommen, trotzdem sind wir hier“, sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany im Fernsehen. Seine Mannschaft nahm es gelassen und siegte 3:0 beim Tabellenletzten.

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Und in den Zügen?

Auch da lief nicht alles wunschgemäß. Am Hauptbahnhof Hannover, der wie jeden Samstag als Knotenpunkt für Fans aus der halben Republik fungierte, trafen Anhänger des FC St. Pauli und des VfL Wolfsburg aufeinander. Das Ergebnis: eine ordentliche Klopperei (inklusive Flaschenwürfen, Körperverletzungen und Beleidigungen), die von der Polizei geschlichtet werden musste. Im weiteren Reiseverlauf wurden Züge mit Fans beider Klubs gestoppt; viele Anhänger durften die Fahrt nicht fortsetzen und verpassten die jeweiligen Auswärtsspiele.

Das war insbesondere für diejenigen Wolfsburger Fans misslich, die in Hamburg die beste Leistung ihrer Mannschaft seit Wochen verpassten: Wolfsburg siegte auswärts 1:0, profitierte dabei von einem verschossenen Elfmeter von HSV-Stürmer Ransford-Yeboah Königsdörffer.

Was ist mit Augsburg los?

22 Minuten waren gespielt, da lag die Mannschaft von Trainer Sandro Wagner im eigenen Stadion bereits 0:3 gegen RB Leipzig zurück. Die schnellen Tore von Yan Diomande, Romulo und Antonio Nusa brachten die Überlegenheit der Leipziger gut zum Ausdruck. Augsburg machte haarsträubende Fehler, die Leipziger bestraften sie – komplizierter zu deuten war die Angelegenheit tatsächlich nicht. Die Abreibung nahm ihren Lauf, weil auch Christoph Baumgartner, Assan Ouedraogo und Castello Lukeba noch trafen, endete die Partie gar 0:6. Es war die höchste Heimniederlage in der Augsburger Bundesligageschichte. In dieser Verfassung ist Wagners Team ein Abstiegskandidat.

Sollte Dortmund mehr Ecken trainieren?

Wäre vielleicht eine gute Idee. 14 Eckstöße hatten die Dortmunder im Abendspiel gegen den 1. FC Köln in den Strafraum geschlagen, 14 Mal konnten die Kölner die Szenerie bereinigen. Erst der 15. Eckstoß in der siebten Minute der Nachspielzeit brachte dem BVB den gewünschten Erfolg: Ein Schuss von Karim Adeyemi wurde abgeblockt, doch Maximilian Beier fand durch das komplizierte Geflecht an Kölner Abwehrbeinen den Weg ins Tor. Durch den Sieg rückten die Dortmunder auf Rang drei in der Tabelle vor.

Das war doppelt bitter für die Kölner, die zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl spielten, weil sich Abwehrspieler Timo Hübers kurz zuvor in einem Zweikampf das Knie stark verdreht hatte und mit einer mutmaßlich schweren Verletzung vom Platz getragen worden war. So verlor Köln nicht nur in den letzten Sekunden die Partie, sondern auch seinen Abwehrchef.

Warum spielte Hoffenheim in Pink?

Um auf die Initiative „Gemeinsam gegen Brustkrebs“ aufmerksam zu machen. Eine lobenswerte Angelegenheit, und die ungewohnten pinkfarbenen Trikots haben den Hoffenheimern auch sportlich keineswegs geschadet. In Pink gelang der TSG der erste Heimsieg der Saison, nach Toren von Fisnik Asllani, Tim Lemperle und Andrej Kramaric 3:1 gegen den 1. FC Heidenheim. Hoffenheim pirscht sich damit an die Spitzengruppe der Liga heran, Heidenheim verbleibt auf einem Abstiegsplatz.

Und hat Frankfurt tatsächlich zu null gespielt?

Ja, kaum zu glauben! Nach zuletzt 23 Gegentoren in sechs Partien gewann die Eintracht diesmal 2:0 gegen den FC St. Pauli. Vorn traf Jonathan Burkardt doppelt, und hinten? Niemand! Wirklich!

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