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Bundesliga:Bielefeld trennt sich von Trainer Neuhaus

Trainer Uwe Neuhaus trainiert nicht mehr die Mannschaft von Arminia Bielefeld.

(Foto: AFP)

Der Aufsteiger hat aus den vergangenen fünf Partien nur einen Punkt geholt und reagiert auf die sportliche Krise - auch einen Nachfolger soll es laut Medien schon geben.

Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld hat sich von Trainer Uwe Neuhaus getrennt. Dies teilten die Ostwestfalen am Montag mit. Über einen Nachfolger wolle die Arminia zeitnah informieren, hieß es in einer Mitteilung. Ebenso wurde Co-Trainer Peter Nemeth mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden.

"Aufgrund der aktuellen Entwicklungen haben wir gemeinsam entschieden, den geplanten Wechsel jetzt vorzuziehen", sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi: "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass unsere Mannschaft die nötige Qualität besitzt, um unser sportliches Ziel zu erreichen. Mit dem Wechsel in einer entscheidenden Saisonphase wollen wir der Mannschaft noch einmal einen besonderen Impuls geben." Der Aufsteiger holte aus den vergangenen fünf Partien nur einen Punkt und verlor am Samstag mit 0:3 bei Borussia Dortmund.

Nachfolger von Neuhaus soll laut Westfalen-Blatt und der Neuen Westfälischen Frank Kramer werden. Der 48-Jährige trainierte in der Bundesliga 2012 für zwei Spiele interimistisch 1899 Hoffenheim und 2013 die SpVgg Greuther Fürth, in der 2. Liga 2015 für knapp fünf Monate Fortuna Düsseldorf. Von 2016 bis 2019 coachte er diverse Nachwuchsteams des Deutschen Fußball-Bundes. Aktuell leitet er das Nachwuchsleistungszentrum des österreichischen Meisters RB Salzburg.

In der Tabelle liegt Bielefeld mit 18 Punkten auf dem Relegationsrang, einen Zähler vor Mainz 05. Zudem hat Bielefeld noch ein Spiel mehr als die Konkurrenz zu bestreiten. Am 10. März steigt das Nachholspiel gegen Werder Bremen. Wer die Ostwestfalen schon am kommenden Sonntag gegen Neuhaus' langjährigen Klub 1. FC Union Berlin betreuen soll, war zunächst offen.

Alleine die Medienberichte über die bevorstehende Beurlaubung des 61-jährigen Neuhaus hatten am Sonntag in den sozialen Medien und Klub-Foren für heftige Diskussionen gesorgt. Neuhaus war nach dem überraschenden und souveränen Aufstieg bei den Fans überaus beliebt. Mit Rang 16 sahen die meisten Anhänger die Arminia, die vor zwei Wochen noch beim 3:3 in München überrascht hatte, im Soll. Zwischen Neuhaus und Sportdirektor Samir Arabi soll es zuletzt aber mehrfach zu Diskussionen über Aufstellungen und taktische Ausrichtungen gekommen sein. In den vergangenen fünf Spielen kassierten die Bielefelder immer mindestens drei Gegentore.

Neuhaus hatte die Ostwestfalen 2018 übernommen und in der vorigen Saison nach elf Jahren zurück in die Bundesliga geführt. Der Vertrag des Fußball-Lehrers läuft noch bis Sommer 2022. In der Hinrunde soll der Job von Neuhaus nach sieben Niederlagen am Stück schon einmal in Gefahr gewesen sein, mit 13 Punkten aus den folgenden acht Spielen brachte er das Team aber wieder auf Kurs.

© SZ/dpa/tbr
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