Süddeutsche Zeitung

12. Spieltag der Bundesliga:Der große Xabi Alonso grüßt vom Relegationsplatz

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Leverkusen rutscht nach einer Pleite in Leipzig auf Rang 16 ab. Ein Wolfsburger beweist, dass er einen Lauf hat und Stuttgart feiert in allerletzter Minute. Das Wichtigste vom Spieltag.

Von Jonas Beckenkamp und Claudio Catuogno

RB Leipzig - Bayer 04 Leverkusen 2:0 (1:0), Tore: 1:0 Christopher Nkunku (31.), 2:0 Timo Werner (81.)

90 Minuten Fußball plus Nachspielzeit - und dann entscheidet sich so ein Spiel anhand weniger Szenen. Da war zunächst diese verhängnisvolle Doppelszene in der ersten Halbzeit: Ein Foul kurz vor dem Leverkusener Strafraum: Hincapie grätscht gegen Szoboszlai, er trifft zwar den Ball - aber räumt auch Szoboszlai ab. Freistoß und Gelb gegen Hincapie, Freistoß Szoboszlai, Kopfball Nkunku, 1:0 für RB Leipzig. Das war's dann auch für eine ganze Weile; ansonsten sah das Publikum in Leipzig eine eher spielschwache Partie. Leverkusen drängte irgendwann so ein bisschen auf den Ausgleich, aber dann hatte Timo Werner seinen Auftritt, 2:0. Was bleibt? RB Leipzig ist weiterhin die beste Heimmannschaft der Liga. Und Xabi Alonso, der große Xabi Alonso, ist als Trainer von Bayer Leverkusen auf den Relegationsplatz abgerutscht.

VfB Stuttgart - FC Augsburg 2:1 (1:1), Tore: 0:1 Florian Niederlechner (4.), 1:1 Serhou Guirassy (15.), 2:1 Waldemar Anton (90.)

Heute also Heimspiel gegen die sogenannten ekligen Augsburger - jene Kampftruppe aus dem bayerischen Schwaben, gegen die immer keiner spielen will. Aber die Stuttgarter wollten spielen! So viele Torchancen wie an diesem Samstagnachmittag hatten sie sich jedenfalls schon lange nicht mehr erspielt. Dummerweise begannen sie damit erst nach der 4. Minute - da stand es nach einem Treffer von Niederlechner schon 1:0 für die Augsburger: Niederlechner hatte Zagadou schlecht aussehen lassen und cool verwandelt.

Doch Guirassy glich schon in der 15. Minute per Kopfball aus - und dann taten die schwäbischen Schwaben eine Menge dafür, endlich den zweiten Saisonsieg zu sichern. Es dauerte dann allerdings bis in die Nachspielzeit der zweiten Halbzeit, ehe in Stuttgart der große Jubel ausbrach: Tomas bereitete überragend mit der Hacke vor, Anton haute ihn rein - und holte sich noch im Schuss einen Krampf. Auswechselung, aber gewonnen.

VfL Wolfsburg - VfL Bochum 4:0 (2:0), Tore: 1:0 und 3:0 Felix Nmecha (28., 58.), 2:0 Ridle Baku (35.), 4:0 Jonas Wind (80.)

Der VfL Bochum hat ein Problem: Anders als vergangene Saison hängt man tief unten in der Tabelle fest und wer nach Gründen fahndet, landet schnell bei einer bestimmten Statistik. Auswärts geht nichts. Noch kein Punkt gelang dem VfL bislang auf seinen Rundreisen durch die Republik, da helfen auch Überraschungs-Heimsiege wie zuletzt gegen Tabellenführer Union wenig. In Wolfsburg prägte das Spiel der Elf von Trainer Thomas Letsch nicht nur Harmlosigkeit, sondern auch akutes Herbstlustwandeln in der Defensive. Das führte zu vier Wolfsburger Treffern quasi ohne Gegenwehr und einer einseitigen Partie. Interessant: Felix Nmecha, der jüngere Bruder von Lukas, erzielte per Kopf seine ersten Bundesligatore - und das, nachdem Trainer Niko Kovac erst vergangene Woche beim 2:2 gegen Leverkusen feststellte: "Er war unser bester Mann". Da hat also jemand einen sogenannten Lauf.

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