bedeckt München
vgwortpixel

Bundesliga: Abstiegskampf:Und in Frankfurt?

Die Gladbacher haben's gut, werden sie in Wolfsburg denken, und in Frankfurt denken sie das erst recht. Im Abstiegskampf suchen ja alle verzweifelt nach Figuren, von denen man sich beschützt fühlen darf, nach Gesichtern, die Hoffnung ausstrahlen. Die Wolfsburger hätten zwar auch ein paar, aber eben nur in der Theorie.

Eintracht Frankfurt - Training Session

Lange verletzt, nun die Hoffnung als Einwechselspieler: Frankfurts Ioannis Amanatidis.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

In der Praxis möchte man sich von Arne Friedrich, Diego oder Grafite zurzeit lieber nicht beschützen lassen, allerdings immer noch lieber als von den Frankfurtern Theofanis Gekas oder Pirmin Schwegler, die nach exzellenter Vorrunde ins Logan-Bailly-hafte abgerutscht sind. Gekas ist nur noch die Karikatur eines Torjägers, Schwegler die Parodie einer Nummer sechs.

Wenn es nach den vertrauenswürdigen Köpfen geht, dann starten die Gladbacher - in der Tabelle 16. - mit klarem Vorsprung ins letzte Saisonwochenende. Dahinter kommt der VfL Wolfsburg (15.), der im letzten Moment doch noch einen Spieler entdeckt hat, von dem sich Friedrich, Diego oder Grafite beschützt fühlen können. Der Kroate Mario Mandzukic, 24, hatte keinen leichten Start beim VfL, wer von Dieter Hoeneß verpflichtet wird, gerät schnell unter Fehleinkaufs-Verdacht.

Der ehemalige Trainer Steve McClaren tat alles, um diesen Verdacht zu befestigen, er schickte den Mittelstürmer raus auf den rechten Flügel. "Jeder Spieler hat eine Lieblingsposition, und da spielt Mario jetzt", sagt der aktuelle Trainer Felix Magath süffisant. Seit der Mittelstürmer Mandzukic wieder Mittelstürmer spielt, hat er im Abstiegskampf sechs Tore geschossen

Amanatidis, der alte Zausel

Und Frankfurt? Der Tabellen-Siebzehnte ist weit abgehängt in der Hoffnungsträger-Wertung, man kann den Kader drehen und schütteln, es fällt einfach keine Vertrauensperson heraus. In ihrer Not konzentrieren die Anhänger ihre Heilserwartungen auf Ioannis Amanatidis, den alten Zausel, der vor seinen Knieverletzungen einmal ein hochkarätiger Stürmer war. Inzwischen sieht er aus wie der Bassist einer kanadischen Holzfäller-Rockband, er ist immer noch voller Leidenschaft und Aggression, aber sein Körper ist nicht mehr derselbe. Er wird meistens nur noch eingewechselt.

"Die Liga ist extrem wie nie", sagt Eberl. Gladbachs Manager ist gespannt, ob die Borussia ihren Lauf beibehält, jetzt, da sie erstmals etwas zu verlieren hat. "Wir waren ja schon abgeschrieben, da spielt man relativ druckfrei", sagt er, auch ter Stegen, der kleine Kahn, habe "ja noch keine wirklich brenzlige Drucksituation bestehen müssen".

Wer die launische Liga erlebt hat, der kann nichts ausschließen für den letzten Spieltag, nicht mal, dass der Teenager im Tor an einer Flanke vorbeifliegt und Gekas plötzlich drei Tore schießt.

© SZ vom 12.05.2011/jüsc
Zur SZ-Startseite