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0:3 gegen Hoffenheim:Köln verliert im Elfmeterschießen

1899 Hoffenheim - 1. FC Köln

Kölns Anthony Modeste (M) scheitert bei einem Elfmeterschuss an Hoffenheims Torwart Oliver Baumann.

(Foto: Uwe Anspach/dpa)

Während Andrej Kramaric seine beiden Strafstöße verwandelt, vergibt Anthony Modeste vom Punkt. Die Abstiegsgefahr bleibt am Rhein groß, vor allem ist unklar, wie das Team genug Tore schießen will.

Von Christoph Ruf, Sinsheim

Marius Wolf war es vorbehalten, nach dem 0:3 seiner Kölner in Hoffenheim das erste Interview zu geben. Doch bevor er seinem Ärger darüber Luft machte, wie "dumm" man verteidigt habe, schoss der Offensivmann noch einen Ball in den schwarzen Nachthimmel. Die Wut über die völlig verdiente Niederlage war ihm damit weit mehr anzumerken als seinem Trainer Markus Gisdol, der die letzte Viertelstunde auf der Bank sitzen geblieben war, aber nach dem Spiel ähnlich frustriert wirkte. "Wie wir die Gegentore bekommen haben, war richtig ärgerlich", sagte er. "Wenn du so verteidigst und Standardsituationen produzierst, hast du keine Chance."

Schon nach sieben Minuten stand es 1:0 für die TSG. Und das nach einem Handelfmeter, der ausnahmsweise einmal völlig unstrittig war. Sava-Arangel Cestic war mit erhobenen Armen in einen Schuss von Ilas Bebou gesprungen und hatte dabei mit einer Hand den Ball gestoppt. Andrej Kramaric hatte keine Mühe, den Elfmeter zu verwandeln (7.).

Kölns Trainer Gisdol hatte derweil erneut eine Startformation aufgeboten, in der unter zehn Feldspielern kein Angreifer stand. Am weitesten vom eigenen Tor entfernt spielten die beiden Mittelfeldleute Wolf und Ondrej Duda. Überraschend findet eine solche Grundausrichtung kaum noch jemand beim FC, der derzeit mit Hochdruck nach einem kurzfristig zu verpflichtenden Stürmer fahndet. Dass man nach dem Rückstand aber zunächst so abwartend weiter spielte, ehe es im zweiten Durchgang deutlich energischer zur Sache ging, verwunderte dann aber doch.

Wenn Köln in der ersten Halbzeit dann doch einmal in die Nähe des Hoffenheimer Strafraumes kam, standen sich die Offensiven häufig selbst im Weg. Duda versprang der Ball gleich zweimal bei der Annahme (12./16.). Wolf, der auffälligste Kölner an diesem Abend, scheiterte nach einer halben Stunde aus kurzer Distanz an Torwart Oliver Baumann, kurz vorm Halbzeitpfiff köpfte er den Ball an den Pfosten (45.). Dass beiden Chancen Eckbälle vorangingen, war kein Zufall.

Aus dem Spiel heraus brachte Köln nicht viel zustande - auch das nicht unbedingt ein Befund, den man nach dem 18. Spieltag zum ersten Mal lesen würde, wenngleich man den Rheinländern zugestehen musste, dass sie zwischen den beiden Strafräumen oft gefällig kombinierten und trotz des niederschmetternden Ergebnisses nicht aufgaben - das war beim 0:5 in Freiburg vor zwei Wochen noch anders. "Wir haben es bis zum Sechzehner ordentlich gemacht", befand auch Gisdol. "Das Offensivspiel war heute nicht der Kritikpunkt."

Tatsächlich war auch Hoffenheim, das am Samstag bekanntgegeben hatte, dass Jakob Bruun-Larsen bis Saisonende an den RSC Anderlecht ausgeliehen wird, in einigen Aktionen anzumerken, dass es erst am vergangenen Dienstag den ersten Sieg in diesem Jahr gelandet hatte. Dennoch führten sie zur Halbzeit verdient mit zwei Toren Unterschied. Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke zog Mijat Gacinovic ab, Christoph Baumgartner verlängerte per Hacke, und es stand 2:0 (28.), Kramaric (42.) hätte die Führung noch ausbauen können.

Hätte man hingegen die Kölner Angriffsbemühungen mit einer Wärmekamera aufgezeichnet, wäre der Hoffenheimer Strafraum eine weitgehend tiefblaue Zone geblieben. Die Frage, wie dieses Team Tore schießen will, stellte sich also auch am Sonntag in aller Dringlichkeit, während Hoffenheim fleißig am Torverhältnis arbeitete und dabei von den Kölnern tatkräftig unterstützt wurde.

Nach einem ungeschickten Foul des eingewechselten Anthony Modeste an Baumgartner verwandelte Kramaric, der zuvor schon eine weitere Chance gehabt hatte (65.), seinen zweiten Elfmeter zum 3:0 (75.). Trainer Gisdol, der beim jüngsten 0:5 in Freiburg fast die komplette zweite Hälfte auf der Bank sitzend verbracht hatte, musste auch bis zum Schlusspfiff nicht wieder aufstehen. Denn weder brachte Modeste einen Strafstoß an Baumann vorbei (76.), noch gelang ihm der erste Saisontreffer, als er in der 84. Minute zum Kopfball kam.

© SZ/schm
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