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Buch über Ex-Bayern-Trainer Guardiola:Guardiola: "Es gibt kein Freundschaftsspiel"

Perarnau schreibt, dass sich Guardiola auf Benfica Lissabon, Gegner im Champions-League-Viertelfinale, zwölf Tage lang per Videostudium vorbereitete. Doch auch Darmstadt 98 oder der FC Nöttingen werden vorher begutachtet. "Pep glaubt: Wenn du gegen einen Zweitligisten spielst und nicht 100 Prozent bringst, kann der Gegner ein blödes Tor schießen. Es ist ähnlich für ihn, gegen Barcelona zu spielen als gegen Crystal Palace. Es gibt kein Freundschaftsspiel oder ein leichtes Spiel. Nie!"

Nach drei Jahren den Kader komplett austauschen - oder selbst gehen

Der FC Bayern wollte diesen Trainer, der weder sich noch seinem Team jemals eine Pause gönnte, gerne länger bei sich haben. Doch eigentlich war nie von einem vierten Jahr die Rede gewesen. Weil sein viertes Jahr in Barcelona sehr mäßig verlaufen war, glaubt er selbst an die natürliche Grenze für seine Arbeit an einem Ort. Weil er keine Ruhe gibt, "ist es sehr schwierig, mehr als drei Jahre bei einem Verein zu sein. Es sei denn, man wechselt den Kader komplett aus. Wir bringen uns gegenseitig an den Rand der Erschöpfung, weil wir alles geben. Am Ende werden wir völlig fertig sein, unfähig weiterzumachen."

Womit man bei Carlo Ancelotti wäre. Dem Italiener fällt ja nun die Aufgabe zu, Guardiolas Erbe zu verwalten und fortzuführen. Längst läuft beim FC Bayern nicht mehr alles so geschmiert wie in der vergangenen Saison. Und nach der Lektüre von Perarnaus Buch verwundert das auch nicht. Drei Jahre mussten die Spieler in jeder Minute alles geben, erhielten genaueste Anweisungen und mussten selbst beim Tabellenletzten immer hellwach sein - das schlaucht. Perarnau zitiert den italienischen Vordenker Arrigo Sacchi: "Jeder Trainer, der Guardiola ersetzt, hat ein Problem: Er kann nicht besser sein als er. Er hat aber auch einen Vorteil: Er kann sich an den gedeckten Tisch setzen."

Mit 15 Koffern, 87 Umzugskartons und einer Erkenntnis nach Manchester

Pep Guardiola ist nun in Manchester, 15 Koffer und 87 Umzugskartons sind mitgeflogen. Martí Perarnau ist wieder bei fast jedem Spiel dabei. Erlebt England denselben Guardiola, getrieben und niemals nachlassend? Gewiss. Auch Fragen von Journalisten nerven ihn wie eh und je. Nur eines habe Guardiola verändert: "Er hat in München verstanden, dass er näher zu den Leuten muss. In Manchester versucht er, ein bisschen emotionaler zu werden mit Spielern und Fans", erzählt Perarnau. Guardiola sei eben sehr scheu, das musste er erst lernen. Oder wie es der Trainer im Buch einmal erklärt, offenbar in einem Anflug von Sentimentalität: "Mir geht es nicht um Titel. Mir geht es darum, dass ich die Leute mag und die Leute mich mögen."

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