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Tiger Woods bei British Open:"Ich möchte einfach nach Hause"

148th Open Championship - Day Two

Schon am zweiten Tag der British Open muss sich Tiger Wood geschlagen geben.

(Foto: Getty Images)
  • Bei der 148. Ausgabe der British Open ist wieder einmal Tiger Woods der Publikumsmagnet.
  • Sein Spiel und seine Haltung zeigen jedoch einmal mehr, wie unwohl er sich zu fühlen scheint.
  • Indes zeigt Lokalmatador Rory McIlroy eine der beeindruckendsten Comeback-Leistungen der jüngeren Golfgeschichte - und scheidet trotzdem aus.

Die Mehrheit der großen Geschichten, die sich bei der British Open abgespielt haben, fanden an einem Sonntag statt. Schlusstage sorgen für Erzählungen von Aufholjagden, von Playoffs oder von Enttäuschungen auf den letzten Löchern des Turniers. Die 148. Ausgabe des traditionsreichsten Golfturniers der Welt im Royal Portrush Golf Club jedoch ist bereits vor dem Ende eine besondere: Sie wird auch wegen der Geschehnisse des Freitags in die Geschichte eingehen.

Zweimal hatten sich im Verlauf der zweiten Runde die Massen am 18. Loch versammelt, beide Male waren die Zuschauer gekommen, um sich zu verabschieden. Tiger Woods, ein Publikumsmagnet wie kein Golfer je vor oder nach ihm, wusste bereits auf dem Weg zum letzten Grün, dass er am Freitagabend abreisen würde müssen. Mit einem Bogey verabschiedete er sich, sechs über Par lautete sein Ergebnis nach 36 Löchern. Damit hatte er den Cut verpasst, die Qualifikation fürs Wochenende. Auch, weil sein so für Verletzungen anfälliger Körper diesmal nicht in bester Verfassung war.

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Elf Jahre nach seinem letzten Major-Titel triumphiert der nun 43-jährige Woods beim Masters in Augusta. In einer packenden Schlussrunde setzt sich der Amerikaner vor drei Landsleuten knapp durch und jubelt: "Ich könnte nicht glücklicher sein."   Von Gerald Kleffmann

Erst am Sonntag vor dem letzten Major 2019 war Woods nach Nordirland gereist, hatte zweieinhalb Proberunden gespielt, aber nie ganz den Spirit gezeigt, der ihn im April zu seinem umjubelten Triumph beim Masters getragen hatte. Der 43-Jährige stützte die These mit seinen Aussagen nach der Runde. Er sprach davon, ausgelaugt zu sein: "Ich möchte jetzt einfach nach Hause." Woods wird die nächsten drei Wochen pausieren und erst zu den Playoffs auf der US Tour Mitte August ins Turniergeschehen zurückkehren. Woods betonte, nur wenn er weniger Events bestreite, könne er die Karriere möglichst lange fortsetzen. Auf die Frage, ob die Monate seit Augusta vergleichbar gewesen seien mit der Krisenphase seiner Karriere zwischen 2015 und 2017, sagte er: "Das kann man nicht vergleichen. Damals war es der Tiefpunkt meiner Laufbahn, aktuell spiele und score ich einfach nicht gut."

Als der US-Amerikaner sich auf den Weg zu seinem Privatjet gemacht hatte, war die Stunde des zweiten Scheiterns gekommen. Es war die Stunde des Rory McIlroy, den die Nordiren zum Heimsieg tragen wollten und der sich am Donnerstag mit einer katastrophalen Runde von acht über Par ins Abseits geschossen hatte. Am Freitag immerhin zeigte der 30-Jährige aus Holywood bei Belfast eine beeindruckende Leistung, die nur nicht belohnt wurde.

McIlroy spielte vor allem auf den zweiten neun Bahnen der zweiten Runde nahezu perfektes Golf, er griff jede noch so schwierig gesteckte Fahne mit mutigen Schlägen an. Es war eine der Leistungen, die den 30-Jährigen zu einem viermaligen Major-Champion gemacht haben, allein: Das Aus folgte auf dem letzten Grün, wo McIlroys Annäherungsschlag das Grün knapp verfehlte. Ihm glückte nur das Par, Platzstandard, und mit 65 Schlägen immer noch eine der besten Runden des Tages - und doch hatte er einen Schlag in der Summe der beiden ersten Runden zu viel benötigt.