British Open im Golf Martin Kaymer hadert mit neuem Driver

Deutscher Golfprofi spielt trotz Schwierigkeiten eine passable erste Runde bei den British Open und kündigt Veränderungen an, Boxer Marco Huck und Firat Arslan eröffnen den verbalen Schlagabtausch, Tennisprofi Annika Beck gewinnt trotz Nasenbluten in Bad Gastein.

Golf, British Open: Martin Kaymer hat zum Auftakt der 142. British Open eine passable 72er Runde gespielt. Bei optimalen Wetterbedingungen blieb der 28-Jährige am Donnerstag auf dem Par-71-Kurs des schottischen Muirfield Golf Clubs damit einen Schlag über dem Platzstandard. "Das war o.k., ich habe ein, zwei Fehler gemacht", sagte der Weltranglisten-35. aus Mettmann. Mit der frühen Startzeit um 8.22 Ortszeit (9.22 MESZ) kam Kaymer gut klar. Auf der fünften Bahn gelang ihm mit nur drei Schlägen sogar ein Eagle (zwei unter Par). Vier Bogeys bei nur einem Birdie trübten aber das Gesamtbild.

"Es war sehr schwer zu spielen, die Grüns sind unfassbar hart, fast verbrannt", berichtete Kaymer. Mit dem neuen Driver kam er gar nicht klar, verwendete am Abschlag häufiger ein Eisen zwei. "Am Freitag nehme ich wieder den alten Driver", betonte er. Besonders hinderlich war auch eine starke Erkältung, die er sich an der windigen schottischen Küste zugezogen hat. Der Weltranglistenerste und dreimalige British-Open-Champion Tiger Woods aus den USA startet ebenso wie der Ratinger Marcel Siem erst am Nachmittag in das mit 5,25 Millionen Pfund (6,07 Millionen Euro) dotierte Traditionsturnier. (Liveticker zu den British Open)

Spielmanipulationen in der Türkei: Der türkische Fußball-Traditionsverein Fenerbahce Istanbul darf in der kommenden Saison möglicherweise doch in der Champions Leauge starten. Der Internationale Sportgerichtshof CAS setzte die Sperre durch die Europäische Fußball-Union (UEFA) aufgrund eines schwebenden Verfahrens aus. Wie die UEFA bestätigte, wird der 18-malige Meister daher am Freitag an der Auslosung der 3. Qualifikationsrunde der Königsklasse teilnehmen. Der ebenfalls gesperrte Stadtrivale Besiktas Istanbul wird vorerst auch bei der Auslosung zu den Play-offs der Europa League (9. August) dabei sein. Die UEFA hatte Fenerbahce ebenso wie Besiktas wegen Spielmanipulationen gesperrt. Beide Teams waren daraufhin am Mittwoch vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS gezogen. Dieser kündigte im Falle von Fenerbahce eine Entscheidung für den 28. August an, zwei Tage später soll über Besiktas entschieden werden. "Ich möchte mich bei Fans, Mitgliedern und Anwälten bedanken", sagte Fenerbahces Klubpräsdent Aziz Yildirim in einer Videobotschaft.

Zehn schnellste 100-Meter-Sprinter

Jede Menge Lug und Trug

Boxen: Weltmeister Marco Huck hat sich vor seinem Rückkampf gegen Pflichtherausforderer Firat Arslan selbstkritisch gezeigt. "Ich habe Firat im letzten Jahr unterschätzt. Das ärgert mich. Doch dieses Mal werde ich es besser machen", sagte der 28-Jährige vor dem Duell am 14. September in Stuttgart. Die beiden Cruisergewichtler waren bereits im November 2012 gegeneinander angetreten, damals hatte WBO-Champion Huck gegen den Schwaben Arslan umstritten nach Punkten gesiegt. "Ich glaube, ich werde die gleiche Leistung wie im ersten Kampf zeigen. Wenn es ein faires Urteil gibt, dann gewinne ich", sagte der 42-jährige Arslan, der sich mit einem Sieg gegen Varol Vekiloglu auf Platz eins der WBO-Weltrangliste vorgeschoben hatte. Huck verteidigte seinen WM-Gürtel zuletzt gegen den Briten Ola Afolabi erfolgreich.

"Für uns war das eine Frage der Ehre", sagte Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer: "Beide haben sich damals als Sieger gesehen. Doch solche Dinge kann man ganz einfach klären, indem man den WM-Kampf einfach noch einmal macht. So kann man sehen, wer der Bessere ist."

Tennis der Frauen: Annika Beck hat beim WTA-Turnier in Bad Gastein/Österreich die Runde der letzten Acht erreicht. Im Achtelfinale der Nürnberger Gastein Ladies besiegte die 19-Jährige aus Bonn nach langem Kampf die Luxemburgerin Mandy Minella 2:6, 6:4, 6:4. In ihrem nächsten Match trifft Beck auf die Italienerin Karin Knapp (Nr. 8). "Mandy hat taktisch sehr klug gespielt, mit viel Spin und hat die Bälle sehr hoch auf die Grundlinie gestellt", sagte Beck. Sie selbst habe "durch die Höhenlage nicht den richtigen Zeitpunkt für mein Schlagtiming gefunden".

Die im Salzburger Land an Position zwei gesetzte Beck tat sich mit der Außenseiterin überraschend schwer. Schnell verlor die Deutsche den ersten Satz und lag mit 2:6, 3:4 zurück, dann bekam Beck auch noch Nasenbluten. Erst nach der medizinischen Auszeit fand sie ihren Rhythmus, behielt in der entscheidenden Phase die besseren Nerven und beendete das Spiel nach 2:16 Stunden - erneut mit einem Break.

Fußball, Winnie Schäfer: Der frühere Bundesliga-Trainer Winfried Schäfer startet in ein neues Fußball-Abenteuer. Der 63-Jährige übernimmt mit sofortiger Wirkung die jamaikanische Nationalmannschaft und soll die "Reggae Boyz" noch zur WM 2014 in Brasilien führen. Schäfer, der bereits am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellt wurde, hatte erst im Juni seinen Vertrag als Thailands Nationaltrainer aufgelöst und war zum Erstligisten Muangthong United aus Bangkok gewechselt. "Heute habe ich ein neues Kapitel in meiner Karriere aufgeschlagen. Ich werde Jamaikas neuer Cheftrainer. WM - wir kommen", twitterte Schäfer, der Nachfolger von Theodore "Tappa" Whitmore wird. Whitmore musste nach einem 0:2 in der WM-Qualifikation Anfang Juni gegen Honduras gehen. Nach sechs von zehn Spielen ist Jamaika in der entscheidenden Gruppenphase mit nur zwei Punkten Tabellenletzter. Honduras auf Relegationsplatz vier hat fünf Punkte Vorsprung. Schäfer hatte bereits 2002 mit Kamerun den Sprung zur WM geschafft. Jamaika hat bislang erst eine Endrunden-Teilnahme (1998) vorzuweisen.

Leichtathletik, Doping: Nach dem Amerikaner Tyson Gay hat auch der ehemalige 100-Meter-Weltrekordhalter Asafa Powell im Zuge des Dopingskandals seinen Hauptsponsor verloren. Der chinesische Sportartikel-Hersteller Li Ning kündigte den Vertrag mit dem 30 Jahre alten Jamaikaner am Mittwoch mit sofortiger Wirkung auf. Der Konzern sprach in einer Mitteilung von einem "Betrug, der allen Prinzipien des fairen Wettbewerbs widerspricht". Powells Manager Paul Doyle hatte am Sonntag bestätigt, dass sein Klient bei den jamaikanischen Leichtathletik-Meisterschaften positiv auf eine verbotene Doping-Substanz getestet wurde. Li-Ning-Konkurrent Adidas hatte bereits am Dienstag den Vertrag mit dem ebenfalls erwischten Ex-Weltmeister Gay ausgesetzt.

Fußball, England: Der Streit zwischen dem früheren Freiburger Bundesliga-Profi Papiss Cissé und seinem Klub Newcastle United über eine nicht islamkonforme Trikotwerbung des englischen Fußball-Erstligisten eskaliert. Der senegalesische Stürmer sagte seine Teilnahme an der Trainings- und Testspielreise der "Magpies" nach Portugal ab, weil er sich weigert, das Logo des neuen Trikotsponsors Wonga zu tragen. Das Finanzunternehmen Wonga bietet kurzfristige Kredite zu hohen Zinsen an. Der gläubige Muslim Cissé, der im Januar 2012 vom SC Freiburg nach Newcastle gewechselt war, hatte frühzeitig seinen Boykott des Sponsors angekündigt, weil dessen Geschäftsmodell nicht mit seinen religiösen Überzeugungen vereinbar sei. Cissé hatte angeboten, mit einem werbefreien Trikot oder dem Schriftzug einer wohltätigen Organisation aufzulaufen. Dies lehnte der Klub anscheinend ab. Cissé ist nicht der erste afrikanische Fußballstar, der sich einem Trikotsponsor verweigert. So hatte es der Malier Frederic Kanouté beim FC Sevilla zeitweise abgelehnt, mit dem Logo eines Wettanbieters aufzulaufen.