Süddeutsche Zeitung

Bremen - Augsburg:Bremer Festwoche

Nach dem Pokalerfolg gegen Dortmund schlägt der SV Werder den FC Augsburg mit 4:0. Die Abwehr des FCA präsentiert sich in bedenklichem Zustand.

Werder Bremen hat fünf Tage nach dem dramatischen Pokalcoup bei Borussia Dortmund in der Bundesliga das nächste Fest gefeiert. Das Team von Trainer Florian Kohfeldt ließ dem begeisternden Viertelfinal-Einzug im DFB-Pokal ein furioses 4:0 (3:0) gegen den FC Augsburg und damit den höchsten Saisonsieg folgen. Am Sonntag schossen Milot Rashica (5. Minute/28.), Johannes Eggestein (27.) und Kevin Möhwald (83.) die im Kalenderjahr 2019 weiterhin ungeschlagenen Bremer vor 40 138 Zuschauern im Weserstadion zum achten Erfolg in dieser Spielzeit.

Eine Woche nach dem Augsburger 3:0-Sieg gegen Mainz wird die Situation für die Schwaben im Kampf gegen den Abstieg wieder etwas komplizierter. Werder dagegen verkürzte den Rückstand auf die angestrebten Europapokal-Plätze auf drei Punkte. Getrübt wurde der Erfolg am Sonntag aber durch die Verletzung des Doppeltorschützen Rashica. Der 22 Jahre alte Kosovare musste nach seinen Saisontoren drei und vier bereits zehn Minuten vor der Halbzeit mit Rückenproblemen vom Feld und wurde dabei lautstark gefeiert.

Das Liga-Debüt für Augsburgs Verteidiger Reece Oxford geht schief

"Ich glaube nicht, dass das schlimm ist. Vielleicht ein paar Tage, aber dann sollte es wieder gehen", sagte der Bremer Doppel-Torschütze aber am Sonntagabend. Den Bremern fehlt in der Offensive neben dem Rekonvaleszenten Fin Bartels bereits Martin Harnik mit einer Hüftverletzung langfristig. Zudem war der Japaner Yuya Osako nach seiner Rückkehr vom Asien-Cup kurzfristig noch mit einer Sehnenreizung ausgefallen. Von Offensivproblemen war im Spiel der Werderaner dennoch kaum etwas zu merken. Die Bremer legten gleich stürmisch los. Bereits nach fünf Minuten ließ Rashica bei einem frühen Konter den Augsburger Innenverteidiger Rani Khedira aussteigen und vollendete zum 1:0. Die Bremer waren aber schon vor dem Spiel in Feierlaune, die Hanseaten feierten ihr 120-jähriges Vereins-Bestehen und waren deshalb mit einem eigenen Geburtstagstrikot aufgelaufen. Die Fans würdigten das Jubiläum mit einem Fanmarsch und mit einer Choreografie im Stadion. "In der ersten Halbzeit war fast jeder Schuss ein Treffer", sagte nach dem Spiel Maximilian Eggestein, der natürlich wusste, "dass heute für den Verein ein ganz besonderer Tag ist. Die Atmosphäre war auch außergewöhnlich". Und der eingewechselte Torschütze Möhwald meinte später, nach dem Pokalcoup gegen Dortmund habe man schon den Druck gespürt, "so eine Leistung noch einmal auf den Platz zu bringen. Das haben wir geschafft. Es war ein würdiges Jubiläum". Mitten in einer Phase, in der die Gäste aus Augsburg etwas besser ins Spiel fanden, startete ein Doppelschlag nach knapp einer halben Stunde dann aber endgültig die Bremer Party. Zunächst fiel Johannes Eggestein der Ball nach einem Freistoß vor die Füße. Der jüngere der Eggestein-Brüder in der Bremer Startformation schoss fulminant in den Winkel und konnte nur eine Minute später wieder jubeln. Erneut flitzte Rashica auf dem Flügel auf und davon und ließ diesmal den anderen FCA-Innenverteidiger - Reece Oxford - aussteigen. Der ehemaliger Gladbacher, den die Augsburger als Ersatz für den nach Frankfurt gewechselten Martin Hinteregger im Winter von West Ham United ausgeliehen haben, gab ein unglückliches Bundesliga-Debüt in der FCA-Startelf.

Trotz ihres Bemühens auch in der zweiten Halbzeit lief für die Gäste kaum noch etwas zusammen. Mit dem 3:0 im Rücken stürmte auch Werder nicht mehr so furios, bekam aber dennoch weitere Chancen. Eine von ihnen nutzte der eingewechselte Möhwald. Am kommenden Samstag müssen die Hanseaten, die als einziges Bundesligateam bislang in jedem Saisonspiel mindestens ein Tor geschossen haben, beim direkten Konkurrenten Hertha BSC ran. Für Augsburg wird es nach der elften Niederlage nicht einfacher. Am Freitag wartet Rekordmeister Bayern München im Nachbarschaftsduell.

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SZ vom 11.02.2019 / DPA
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