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Brasiliens Fußballer:Felipãos Rumpeln

Brasilien hat sich trotz der schwächsten Generation seit den Fünfzigerjahren ins Halbfinale gerumpelt. Die drei Säulen von Nationaltrainer Scolari hießen Neymar, Luiz und Silva. Das war ein Glücksspiel mit zu hohen Risiken.

Das Beste vorneweg, aus Sicht der Seleção: Bei keinem anderen WM-Turnier hätte sie es überhaupt in die K.o.-Runde geschafft. Möglich war das Halbfinale nur in Brasilien, dank der Energie, die der Heimatboden und das Heimpublikum vermitteln. Dazu kam die Hilfe der Schiedsrichter, schon der Sieg im Eröffnungsspiel wurde mit einem falschen Elfmeterpfiff lanciert. Brasilien hat im WM-Jahr nicht nur eine schwache Spielergeneration; es ist die schwächste seit den Fünfzigerjahren.

Aber das weiß man Jahre vorher, und es lässt sich hinsteuern auf so ein Ereignis, mit langfristiger Planung. Nur sind Begriffe wie Voraussicht, Planung Fremdwörter in dem Land, dessen Stadien auf den letzten Drücker fertig wurden und wo nun in Belo Horizonte eine Brücke einstürzte, die in tödlicher Eile hingepfuscht war. In Deutschland war es für die WM 2006 gelungen, in kurzer Zeit eine neue Spielergeneration aufzubauen; die schickt sich jetzt an, Weltmeister zu werden, sie hat der Seleção die schlimmste Niederlage ihrer Historie verpasst.

Fußball-WM Gott ist Brasilianer - und er weint
Brasilien nach dem WM-Aus

Gott ist Brasilianer - und er weint

Es herrscht Katerstimmung in Rio de Janeiro nach der schlimmsten Niederlage in der Geschichte des brasilianischen Fußballs. Die meisten bleiben ruhig, müssen erst einmal verstehen. Doch nicht alle Fans können gut mit der Katastrophe umgehen.   Von Konstantin Kaip

Doch wie soll so ein Aufbau funktionieren in einem halben Kontinent, der in Kernbereichen wie Gesundheit, Bildung, Infrastruktur noch immer ein Entwicklungsland ist? Brasilien hat jetzt eine dazu passende Punktlandung hingelegt: Ins erste Heimat-Turnier seit 1950 schickte es auch erstmals eine Auswahl, der das gelbe Trikot des Rekordweltmeisters viel zu groß war.

Den Fußballansatz vermittelten die Trainerveteranen Felipe Scolari und Carlos Alberto Parreira. Beide Weltmeister, 2002 der eine, 1994 der andere. Beide einem Stil verpflichtet, der auf strikter Disziplin und schlichten taktischen Elementen beruht. Scolari kann ein Team nur führen, wenn es ihm die Dreifaltigkeit aus Guru, Priester und Herbergsvater abnimmt.

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