Boxer erliegt Krebsleiden Joe Frazier ist tot

Er hat Muhammad Ali besiegt, doch sein letzter Kampf ging verloren: Der frühere Box-Champion Joe Frazier ist gestorben. "Smokin' Joe" erlag im Alter von 67 Jahren einem Krebsleiden. In Erinnerung bleibt vor allem seine Rivalität mit dem Mann, den er Cassius Clay nannte.

Die Boxlegende Joe Frazier ist tot. Der 67 Jahre alte frühere Schwergewichtsweltmeister starb am Montagabend nach schwerer Krankheit. Das teilten die Familie und der Manager des Boxers in Philadelphia mit. Vor wenigen Wochen hatten Ärzte ein Leberkrebs-Leiden bei Frazier diagnostiziert.

Der "Smokin' Joe" genannte Boxer gehörte zu den ganz Großen seiner Sportart. Er gewann als erster Schwergewichtler überhaupt zunächst die olympische Goldmedaille und in der Folge den WM-Titel bei den Profis. 1990 wurde Frazier in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

Frazier war 1971 mit dem "Kampf des Jahrhunderts" gegen Muhammad Ali in die Annalen des Boxsports eingegangen. Dabei war es "Smokin' Joe" im New Yorker Madison Square Garden gelungen, den Herausforderer in der 15. Runde mit einem linken Schwinger zu treffen und Ali seine erste Niederlage als Profi beizubringen.

Zwei spätere Duelle gegen Ali verlor Frazier jedoch. Im "Thriller von Manila" - dem letzten Aufeinandertreffen der beiden - gewann Ali am 1. Oktober 1975 durch Technischen K.o. in der 14. Runde.

Legendäre Rivalität

Die Rivalität zwischen Frazier und Ali war prägend für den Boxsport. Ali, erbitterter Gegner des Vietnamkriegs und ein Idol der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, warf Frazier immer wieder vor, ein Boxer für das weiße Establishment zu sein. Frazier verweigerte es im Gegenzug, Ali bei dessen neuem Namen zu nennen, und sprach weiter von Cassius Clay. Diesen Namen hatte Ali bei seinem Eintritt in die "Nation of Islam" abgelegt.

Joe Frazier wurde am 12. Januar 1944 als jüngstes von zwölf Kindern in Beaufort/South Carolina geboren. Als er 15 Jahre alt war, zog die Familie nach Philadelphia, wo er seine Boxkarriere begann.

Punktsieg gegen Hans Huber

Als Arbeiter in einem Schlachthof schlug Frazier damals stundenlang im Kühlhaus auf Rinderhälften ein. Hollywood-Star Sylvester Stallone baute diese Sequenz Jahre später in sein preisgekröntes Boxer-Epos Rocky ein, in dem Frazier einen Gastauftritt hatte.

1964 in Tokio wurde Joe Frazier durch einen Punktsieg gegen Hans Huber aus Regensburg Olympiasieger und wechselte danach zu den Profis. Von seinen ersten 19 Kämpfen gewann er 17 durch K.o., berühmt-berüchtigt war vor allem sein linker Haken.

Nach der zweiten Niederlage gegen George Foreman beendete Frazier 1976 seine Karriere, um 1981 für einen letzten Kampf gegen Floyd Cummings noch einmal zurückzukehren. Das Duell endete mit einem Unentschieden, danach trat Frazier endgültig zurück. Die einzigen Niederlagen seiner Karriere hatte er gegen Ali und Foreman kassiert.

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