Süddeutsche Zeitung

Boxen:Wladimir Klitschko kämpft im Oktober gegen Tyson Fury

Beim Kampf in Manchester will er den Titel zurückerobern. Philipp Lahm fordert den FC Bayern auf, einen Generationswechsel einzuleiten. Sportvorstand Heidel appelliert an die Mentalität der Profis von Schalke 04.

Boxen, Wladimir Klitschko: Der frühere Weltmeister bestreitet den Rückkampf gegen seinen Bezwinger Tyson Fury in Manchester. Das gab das Management des 40 Jahre alten Ukrainers bekannt."Das Team Klitschko ist sehr froh, dass es nach Furys Verschiebungen einen neuen Termin gibt. Wladimir wird am 29. Oktober in seiner besten Form sein, und wir sind zuversichtlich, dass er sich seine WM-Titel zurückholt", sagte Manager Bernd Bönte. Ursprünglich sollten Fury und Klitschko bereits am 9. Juli in Manchester aufeinandertreffen, der Brite sagte jedoch offiziell wegen einer Knöchelverletzung ab. In dieser Phase kamen jedoch Dopinganschuldigen auf, die sich später erhärteten.

Wie die britische Anti-Doping-Agentur UKAD Anfang August mitteilte, wurde Fury am 24. Juni wegen der nachgewiesenen Einnahme einer Dopingsubstanz vorläufig gesperrt - am gleichen Tag sagte er den für den 9. Juli geplanten Kampf ab. Die Sperre wurde gemäß der Verordnungen des britischen Dopingsystems allerdings bis zu einer Anhörung vor dem Nationalen Anti-Doping-Ausschuss aufgehoben. Laut Bönte soll diese am 4. November, nur sechs Tage nach dem Kampf, stattfinden. Fury soll schon Monate vor seinem gewonnenen WM-Kampf gegen den langjährigen Champion Klitschko im November vergangenen Jahres in Düsseldorf positiv auf das anabole Steroid Nandrolon getestet worden sein.

FC Bayern: Ein bald anstehender Generationswechsel stellt den FC Bayern für Kapitän Philipp Lahm vor eine große Herausforderung. Spieler wie er selbst, Franck Ribéry, Arjen Robben oder Xabi Alonso sind Leistungsträger beim Fußball-Rekordmeister, aber auch schon älter als 30 Jahre. "Wir werden nicht jünger", sagte Lahm der Sport Bild. "Es ist wichtig, dass sich der Verein frühzeitig Gedanken macht: Was passiert eigentlich, wenn diese Spieler peu à peu aufhören und wegbrechen? Das ist eine große Aufgabe." Der Abwehr-Routinier selbst will seine Karriere 2018 beenden. Danach könnte er direkt ins Management der Bayern einsteigen, etwa als Sportchef. Ob es konkrete Planungen gibt, verriet der 32-Jährige nicht. "Ich kann sagen, dass mir der Verein am Herzen liegt, ich dem FC Bayern gerne erhalten bleiben möchte und ich ein Top-Verhältnis zu den Verantwortlichen habe. Alles Weitere wird sich dann irgendwann ergeben." Zuletzt hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge mehrfach angedeutet, dass er sich Lahm als Bayern-Manager vorstellen könne.

Schalke 04: Sportvorstand Christian Heidel hat vor dem Heimspiel gegen Titelverteidiger Bayern München am Freitag die Mentalität und Selbsteinschätzung einiger Profis kritisiert. "Ich war natürlich auch enttäuscht. Es gibt sicher Spieler in unseren Reihen, die sich stärker einschätzen, als sie sind. Das sind alles gute Jungs, aber wir müssen die Mentalität verändern", betonte der Manager nach dem verpatzten Saisonauftakt der Königsblauen in der Sport Bild. Die Mentalität sei aber schwer trainierbar. Heidel: "Es kommt also auf den Mix in einem Team an. Deshalb haben wir einige Veränderungen im Kader vorgenommen." Sehr bedauerlich sei die Verletzung des Spaniers Coke. "Seine Art wird uns erst einmal leider fehlen, aber bald helfen", sagte Heidel.

Olympia: Der für den Unfall des bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro tödlich verunglückten deutschen Kanuslalom-Trainers Stefan Henze verantwortliche Taxifahrer ist wegen fahrlässiger Tötung angeklagt worden. Im polizeilichen Abschlussbericht heißt es, dass die Fahrt gegen einen Pfahl wegen "Nichteinhaltung von Verkehrsregeln" erfolgt sei. Der Taxifahrer sowie Henzes Kollege Christian Käding hatten bei dem Aufprall nur leichte Verletzungen davongetragen. Henze erlag hingegen am 15. August einem Schädel-Hirn-Trauma, das er sich beim Unfall drei Tage zuvor zugezogen hatte. Sein Tod hatte im ganzen deutschen Olympiateam Trauer und Entsetzen ausgelöst. Vier Organe des nur 35 Jahre alt gewordenen Olympiazweiten im Zweier-Canadier von Athen 2004, darunter das Herz, waren kurz danach erfolgreich an schwerkranke Patienten transplantiert worden.

Tennis, US Open: Der Weltranglisten-Erste Novak Djokvovic hat erneut von der Aufgabe seines Gegners profitiert und das Halbfinale der US Open erreicht. Der von Boris Becker trainierte Serbe führte am Dienstag (Ortszeit) gegen Jo-Wilfried Tsonga 6:3, 6:2, als der Franzose wegen einer Knieverletzung aufgeben musste. Im Kampf um den Einzug ins Endspiel trifft Djokovic am Freitag auf Tsongas Landsmann Gael Monfils. Der 30-Jährige gewann gegen Nadal-Bezwinger Lucas Pouille 6:4, 6:3, 6:3. Pouille hatte zwei Tage zuvor noch den früheren Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal in fünf Sätzen besiegt. Vor der zweiten Runde hatte der Tscheche Jiri Vesely gegen Djokovic verletzt zurückgezogen. In der dritten Runde gab der Russe Michail Juschni beim Stand von 4:2 für Djokovic im ersten Satz auf.

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