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Boxen:Klitschko erhält die höchste Gage seiner Karriere

Enorme Einnahmen versprechen sich die Vermarkter von den Fernsehzuschauern: Pay-TV-Sender Sky überträgt den Kampf in Großbritannien, zur Pressekonferenz der Boxer am Donnerstag säumten Hunderte Mitarbeiter die Gänge im Hauptgebäude. Ringsprecher-Legende Michael Buffer gönnte man sich für die Anmoderation, die Boxer liefen mit ihrer Einmarschmusik zum Podium - es sollte nach großem Spektakel aussehen. Über 1,2 Millionen zahlende Kunden erhoffen sich die Vermarkter von dem Kampf, das macht bei dem Paketpreis von 25 Euro stolze Einnahmen von mindestens 30 Millionen. Und das wäre Rekord in der britischen Sportgeschichte: Die höchsten Abrufzahlen (1,2 Millionen) hält bis heute der Kampf zwischen Ricky Hatton und Floyd Mayweather im Jahr 2007.

"Ich freue mich, dass wir beide so viele Menschen weltweit zusammenbringen können, ohne uns verrückt verhalten zu müssen", sagt Joshua und das kleine Wörtchen "weltweit" steht dann auch gleich für ein paar weitere Milliönchen. In den USA wird der Kampf gleich von zwei Sendern übertragen, HBO und Showtime wollen ihn an die Zuschauer bringen. Das Land, in dem der Sport früher mit Kämpfern wie Muhammed Ali, Mike Tyson und Lennox Lewis eine Hochphase erlebte, musste in den vergangenen Jahren eine Krise durchmachen. Mit dem WBC-Weltmeister Deontay Wilder ist das Interesse in den Staaten aber wieder spürbar angestiegen.

Auch amerikanische Sender interessieren sich für den Kampf

"Das ist der bedeutsamste Vergleich im Schwergewicht seit mehr als einer Dekade", ließen die Sender verlauten, positiv auf die Verkaufszahlen dürfte sich auch die Zeitverschiebung auswirken: Wenn in London die Glocke zum ersten Mal schrillt, wird es etwa in New York erst nachmittags sein - da kann man schon mal reinschalten. Die internationalen Rechte - RTL bezahlte wohl etwa 4,7 Millionen Euro - sollen zusammen mit Merchandising und Sponsoring die 50 Millionen voll machen.

Bleibt festzuhalten, dass sich der Kampf freilich auch für die Boxer lohnt: Jeder der beiden soll eine Börse von 20 Millionen Euro bekommen, was auch für Klitschko die höchste Gage seiner Karriere bedeutet. Das soll man aber nicht als seine Motivation verstehen, auch mit 41 Jahren noch in den Ring zu treten gegen einen 14 Jahre jüngeren Konkurrenten. Klitschko sagt: "Geld ist nicht meine wichtigste Motivation." Sein Vermögen sollte ihn über die Dauer seiner Karriere von finanziellen Anreizen befreit haben. Was sich über Anthony Joshua so bestimmt nicht sagen lässt. Die jungen Beine könnte das schon schneller machen.

© sz.de/schma

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