Boxen:"Traurig für das Boxen"

Robin Krasniqi v Dominic Bösel - Rematch World Championship Light Heavyweight

Robin Krasniqi (rechts) wittert ein parteiisches Urteil.

(Foto: Martin Rose/Getty)

Robin Krasniqi unterstellt den Ringrichtern nach einer knappen Punktniederlage im WM-Kampf im Halbschwergewicht gegen Dominic Bösel Schiebung.

Nach seiner Entthronung als Weltmeister im Halbschwergewicht deutet Robin Krasniqi den Vorwurf eines parteiischen Urteils an und erwägt dagegen rechtliche Schritte: "Es ist einfach sehr traurig für das deutsche Boxen." Man habe gesehen, dass er nur durch K.o. gewinnen hätte können, die ganze Welt habe gesehen, dass er eigentlich gewonnen habe. "Ich fühle mich verarscht", sagte Krasniqi am Sonntagmorgen nach seiner knappen Punktniederlage gegen Dominic Bösel in Magdeburg.

Der 34-Jährige richtete zudem deutliche Worte an seinen Promoter Ulf Steinforth: "Ich habe mich in elf Jahren immer bei Ulf bedankt. Aber das möchte ich jetzt klären lassen, was das für ein Geschäft ist. Das gibt es mit Anwalt. Ich möchte Gerechtigkeit." Zwölf Runden lang hatten sich Krasniqi und der neue Weltmeister Bösel eine packende Ringschlacht geliefert. Am Ende sah nur einer der drei Punktrichter Krasniqi vorn, was der nicht verstand. "Als Titelträger wäre ein Unentschieden das Mindeste. Ansonsten habe ich keine Ahnung vom Boxen", sagte Krasniqi. Auch Box-Idol und ARD-Experte Henry Maske meinte, eher ein Unentschieden gesehen zu haben. Promoter Steinforth nahm Krasniqis Emotionen gelassen hin. "Menschlich ist die Reaktion verständlich. Es war ein hauchdünnes Ding, aber Bösel hatte die Nase vorn", sagte der Magdeburger. Die Drohung mit rechtlichen Schritten beeindruckte Steinforth nicht. Es sei Krasniqis gutes Recht, das zu versuchen. "Aber letztlich war das Kampfgericht bekannt, es gab ein Meeting, und da hat niemand etwas dagegen gesagt." Sieger Bösel, 31, holte sich nicht nur den Gürtel der IBO sowie die Interims-WM der WBA zurück, sondern rettete den Rest seiner Laufbahn. "Bei einer Niederlage wäre meine Karriere zu Ende gewesen", betonte der Freyburger, "ich brauche jetzt erst einmal zwei, drei Wochen, um das mental zu verarbeiten." Fast auf den Tag genau vor einem Jahr war Dominic Bösel gegen Krasniqi noch in der dritten Runde K.o. gegangen.

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