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Borussia Mönchengladbach:Eberl und das selbstverdiente Einkaufsbudget

Sein Einkaufsbudget für diesen Sommer hat er sich gewissermaßen selbst verdient: Den für mindestens acht Millionen Euro nach Bremen verkauften Nationalspieler Marko Marin hatte Eberl vor vier Jahren aus dem B-Juniorenteam von Eintracht Frankfurt geholt - für 20.000 Euro Ablöse, Inklusivpreis ohne Zusatzleistungen.

Seine Bekanntschaften mit Spielervermittlern hat Eberl zuletzt erheblich vertiefen dürfen. "Man bekommt ja ständig Namen um die Ohren gehauen", sagt er. "Ich bin da erst mal unvoreingenommen und gucke mir die Vita der Leute an, und wenn ich sehe, dass der Spieler in den vergangenen Jahren in seinen Teams immer gespielt hat, dann fange ich an, mich zu informieren." Borussia unterhält eine Recherchestelle, die Dossiers über Transferkandidaten anfertigt, und im Falle des 29 Jahren alten Arango, der als Nachfolger für Marin vorgesehen ist, kam zu Hilfe, dass auch der fürs Sportliche zuständige Aufsichtsrat Reiner Bonhof etwas beitragen konnte.

Arango war Bonhof noch aus den Zeiten seiner Tätigkeit als Scout für den FC Chelsea ein Begriff. 3,3 Millionen Euro legt Borussia für den Venezolaner an, von dem es heißt, dass er scharf flankt und schießt, dass er aber auch die Launen des Exzentrikers hat: "Aber wenn ich höre, dass er seine besten Spiele beim FC Barcelona und bei Real Madrid gemacht hat, weil er diese Atmosphäre braucht, dann habe ich angesichts der Stimmung im Borussia-Park keine Sorgen", sagt Eberl.

Mit allen neuen Spielern habe man schon vor Saisonende in Kontakt gestanden, berichtet der Sportdirektor. Die Gewissheit des Klassenerhalts beschleunigte das Kennenlernen, beim Bielefelder Marx ("schon lange auf der Liste"), dem in Bern angeworbenen argentinischen Angreifer Bobadilla ("im Sturm muss man ja immer was tun") und auch beim neuen niederländischen Mittelfeldchef Meeuwis, der seit März im Gespräch mit Borussia ist.

"Und Sie werden es nicht glauben", sagt Eberl: "Aber wir überlegen jetzt schon mit unserem Trainer: Was können wir im nächsten Sommer tun, um die Mannschaft zu verbessern?" Wohin ihn dann der Urlaub führt, weiß er aber noch nicht.

© SZ vom 13.07.2009

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