bedeckt München
vgwortpixel

Borussia Dortmund:Fahrlässiger BVB

Wie beim 4:0 gegen Gladbach und in der zweiten Halbzeit gegen die überforderten Norweger am Donnerstag war viel vom neuen BVB-Stil erkennbar, den sich Tuchel vorstellt. Spieler wie Shinji Kagawa, Ilkay Gündogan oder Mkhitaryan, in der Vorsaison verunsichert oder uninspiriert, wirken wie ausgewechselt: spielfreudig und voller Elan. Nach 17 Minuten lief Gündogan aus der eigenen Hälfte allen Ingolstädtern davon, mit Ball war er schneller als sie ohne. Erst vor dem Tor legte er sich den Ball zu weit vor.

Das fahrlässige Auslassen bester Gelegenheiten war das einzige Manko, bis zur Pause vergab der BVB Chance um Chance. Doch nach der Pause durchbrach gleich der erste Versuch die Ingolstädter Mauer. Mkhitaryan spitzelte den Ball in der 55. Minute nach rechts zu Matthias Ginter, den Tuchel als Rechtsverteidiger aufgestellt hatte, Neven Subotic spielte an dessen Stelle in der Innenverteidigung. Ginter verteidigte sicher und rückte oft mit nach vorne, machte das BVB-Spiel so noch unberechenbarer.

Er nahm den Ball an, umspielte Konstantin Engel und schloss mit einem Schuss in die linke Ecke zum 1:0 ab. Jubelnd lief er in die Dortmunder Fankurve. "Das Tor gibt mir Selbstbewusstsein", sagte er später und sein Trainer erklärte: "Er darf sich freuen. Er hat gezeigt, dass er auf dieser Position konkurrenzfähig ist." Auch Tuchel selbst war die Erlösung anzusehen, er sprang nach dem 1:0 auf und zersägte mit seinen Handflächen die Luft. Nur fünf Minuten später ballte er die Hände zu Fäusten: Nach einem Foul von Moritz Hartmann an Schmelzer im Strafraum verwandelte Reus den Elfmeter, 2:0 (60.).

Kagawa (84.) und Pierre-Emerick Aubameyang (90.+1) erhöhten in der Schlussphase. Tuchel hatte in der ersten Halbzeit noch unruhig gewirkt, das schönste Spiel nützt ja nichts, wenn die Tore nicht fallen. Doch in der letzten halben Stunde betrachtete er entspannt das Geschehen: "Ich bin zufrieden, dass wir uns in der Halbzeit vom Ärger freigemacht haben", sagte er. Zufrieden war er auch mit der Spielweise, "wir haben mutig angegriffen und mutig verteidigt." Sein Fazit: "Absolut top." Ganz so unglücklich sah auch Kollege Hasenhüttl nicht aus. Er sei nicht unzufrieden: "Das Spiel war für uns eine Riesenerfahrung." Aus seinem Gesicht sprach die Gewissheit: Es werden auch Gegner nach Ingolstadt kommen, gegen die die Schanz halten wird.

SZ Espresso Newsletter

Auch per Mail bestens informiert: Diese und weitere relevante Nachrichten finden Sie - von SZ-Autoren kompakt zusammengefasst - morgens und abends im SZ Espresso-Newsletter. Hier bestellen.