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Borussia Dortmund:Trotz der Erkrankung spielte Götze eine passable Hinrunde

Wäre man abergläubisch, könnte man meinen, dass über dem begnadeten Fußballer Mario Götze seit seinem Siegtor im WM-Finale 2014 ein Fluch liegt. Bis zum Sommer 2013 lief alles wie am Schnürchen; dann wechselte Götze, der als Fünfjähriger mit seinen Eltern nach Dortmund kam und seit seinem neunten Lebensjahr für Borussia Dortmund spielte, ausgerechnet zum Erzrivalen Bayern München. Unter Trainer Pep Guardiola kam dort Götzes Karriere ins Stocken.

Insgesamt kam er zwar immer noch zu seinen Einsatzminuten und erzielte auch Tore oder legte Vorlagen auf, kaum weniger als vorher beim BVB. Doch hinter den kolossalen Erwartungen, die sich mit dem WM-Finaltor 2014 noch einmal steigerten, blieb Götze zurück, weil sein Trainer von seinen Qualitäten nicht ganz so begeistert war. Im letzten Münchner Jahr musste Götze dann lange pausieren.

Seine Rückkehr nach Dortmund war von großen Hoffnungen begleitet, auch weil Götze nachgesagt wurde, er funktioniere als sensibler Künstlertyp in seiner heimischen Umgebung - und anderswo halt nicht so recht. Auch in Dortmund aber traf Götze in Thomas Tuchel auf einen Trainer, der ihm gegenüber durchaus skeptisch wirkte. Gleich im allerersten Saison-Pflichtspiel, im Supercup gegen seinen abgebenden Verein FC Bayern, ließ Tuchel Götze draußen.

Es wirkte für viele wie eine Botschaft von Tuchel: Ich wollte Götze nicht. Viele beim BVB schätzen es so ein, dass der Konflikt um Götze die viel beschriebenen atmosphärischen Störungen zwischen dem Trainer und seinen Vorgesetzten erst so richtig ausgelöst hat. Unter seinen Mitspielern gehört Götze jedenfalls zu den höchst geschätzten Kollegen. Trotz seiner nun diagnostizierten Erkrankung spielte er auch eine passable Hinrunde, in der sein Über-Talent allerdings selten aufblitzte. Man wird nun abwarten müssen, wie schnell die Ärzte seinen Muskelstoffwechsel in den Griff bekommen.

© SZ vom 01.03.2017/chge

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