Borussia Dortmund:Isaks Referenzen sind schon jetzt erstaunlich

Würden Real, Barcelona oder Manchester City bei Talenten wie Isak jetzt schon ernst machen, dann hätte der BVB kaum eine Chance. So aber profitiert die Borussia - erst fußballerisch und dann auch finanziell. In Zeiten, in denen Talente immer früher ins Blickfeld solventer Klubs geraten, kann solch eine Strategie ein sogenanntes Win-Win-Modell sein. Der BVB betätigt sich als früher Vogel, und Isak kann der großen Fußballwelt im westfälischen Ausbildungs-Camp auf schon recht hohem Niveau beweisen, was er alles drauf hat.

Dabei sind die Referenzen des 1,90 Meter großen Stürmers schon jetzt erstaunlich: Anfang April 2016 kam Isak für Solna erstmals in der obersten schwedischen Liga zum Einsatz; er war damals 16 Jahre und sechs Monate alt. In der 50. Minute erzielte er bei seinem Debüt direkt den Siegtreffer. Bis zum Saisonende im November kam er beim Meisterschaftszweiten auf insgesamt 24 Einsätze und zehn Treffer, anschließend wurde er zum besten Newcomer der Liga gewählt.

Isak soll den BVB etwa zehn Millionen Euro kosten

Seit Montag gilt er nun auch noch als teuerster schwedischer Fußballexport der Geschichte. Bislang war das Ibrahimovic, der 2001 für 8,5 Millionen Euro von Malmö FF zu Ajax Amsterdam wechselte. Isak soll den BVB ungefähr zehn Millionen Euro kosten. Wie lange der Vertrag in Dortmund läuft, verrät der börsennotierte BVB überraschend nicht. Die Verlängerung mit dem 18 Jahre alten US-Amerikaner Christian Pulisic datierte der Klub am Montag dagegen präzise auf das Jahr 2020, den Vertrag mit Isak hingegen nannte er nur: "langfristig".

Bezahlen kann der Klub die Ablöse für den Schweden vermutlich mit jenem Geld, das er dem Vernehmen nach für den Verkauf seines Stürmers Adrian Ramos zum chinesischen Klub Chongqing Lifan erhält. Beide Summen sollen sich ähneln. Perspektivisch indes erscheint der Spielertausch für den BVB äußerst vorteilhaft, zumal ein Abschied des Stürmers Pierre-Emerick Aubameyang in absehbarer Zeit droht.

Bevor es aber ernst wird mit diesem Abschied, feiert Dortmund jetzt zunächst einmal die Rückkehr seines besten und beim Publikum so beliebten Torschützen. Am Wochenende ist Aubameyang mit Gabun beim Afrika-Cup ausgeschieden.

© SZ vom 24.01.2017/chge
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