Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Fremdelnd ins Finale

Roman Weidenfeller hätte Zeit, seine Arbeitskleidung mit einem Malkasten umzugestalten, ein Panther namens Lucas Barrios lässt Beißerqualitäten vermissen, zwei Oberbayern fühlen sich nicht ganz wohl in Franken. Und der ehemalige Clubberer Ilkay Gündogan erlebt den wichtigsten Rechtsschuss seines Lebens. Der BVB beim 1:0 gegen Fürth in der Einzelkritik.

Jonas Beckenkamp, Fürth

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SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Roman Weidenfeller

Roman Weidenfeller hätte Zeit, seine Arbeitskleidung mit einem Malkasten umzugestalten, ein Panther namens Lucas Barrios lässt Beißerqualitäten vermissen, zwei Oberbayern fühlen sich nicht ganz wohl in Franken. Und der ehemalige Clubberer Ilkay Gündogan erlebt den wichtigsten Rechtsschuss seines Lebens. Der BVB beim 1:0 gegen Fürth in der Einzelkritik.

Von Jonas Beckenkamp, Fürth

Roman Weidenfeller: Trug ein Torwartleibchen in der Modefarbe Türkis, was sich arg mit dem Grün der Fürther Kleeblätter biss. Hätte Zeit gehabt, seine Arbeitskleidung mit einem Malkasten umzugestalten, so wenig bekam er in der ersten Halbzeit zu tun. Freute sich dann, dass er wenigstens einen Ball wegfausten durfte. Eine Übung, die ihm wohl auch mit dem Pinsel in der Hand gelungen wäre. War auch in der Folge meist unbeteiligter Zuschauer, denn die Fürther Versuche landeten meist eine Etage zu hoch - außer in der Verlängerung, da fing er endlich einmal einen Ball.

SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Lukasz Piszczek

Lukasz Piszczek: Kaum ein Verteidiger stürmt so unaufhaltsam nach vorne wie der Pole, außer vielleicht Dani Alves - und der spielt beim FC Barcelona. Wurde in seinem Vorwärtsdrang aber von der aktiven linken Fürther Seite gebremst und hatte gut damit zu tun, seinen Gegenspieler Sercan Sararer vom Wirbeln abzuhalten. Sah die gegnerische Eckfahne deshalb nur aus der Distanz. Positionierte sich dann etwas weiter vorne und ärgerte sich, dass er zu wenig Bälle bekam. Lag es daran, dass vor ihm statt Messi "nur" Kuba spielte?

Occean of Spvgg Greuther Fuerth challenges Subotic of Borussia Dortmund during their German soccer cup (DFB-Pokal) semi-final in Fuerth

Quelle: REUTERS

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Neven Subotic

Neven Subotic: Gab in der ohnehin großgewachsenen Borussia-Abwehr den Leuchtturm. Bekam es im Verbund mit Defensivpartner Hummels häufiger mit Fürths 15-Tore-Sturmtank Olivier Occean zu tun. Löste Laufduelle und Luftkämpfe mit dem Kanadier meist eher auf die altbewährte Art: Lang und weit nach vorne oder per gutgetimter Grätsche. Hatte damit in diesem Pokalfight die richtige Taktik gewählt, denn an Schönspielerei war ohnehin nicht zu denken.

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Quelle: AFP

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Mats Hummels

Mats Hummels: Fühlte sich als langjähriger Oberbayer in Franken etwas unwohl - anders ließen sich einige Kerzen in die dunkle Fürther Nacht kaum erklären. Löste zumindest seine Kopfballduelle mit der ihm angeborenen Lufthoheit. Zeigte dann, dass er auch mit dem Fuß präzise sein kann: Im Spielaufbau meist mit brauchbaren Lösungen. War von beiden Innenverteidigern dennoch der wackligere, denn sein Hang zur Lässigkeit verschaffte den Fürthern den ein oder anderen gefährlichen Strafraumausflug.

SpVgg Greuther Fuerth v Borussia Dortmund - DFB Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Marcel Schmelzer

Marcel Schmelzer: Rannte links die Linie entlang, als gäbe es Bonuspunkte für jeden Tempolauf. Wenn er flankte, segelte der Ball jedoch meist Richtung Nürnberger Südstadt. Ähnlich gestaltete sich der Versuch eines Prügelgeschosses aus der Distanz, der irgendwo zwischen dem Dutzendteich und der Ausfahrt Langwasser landete. Demonstrierte immerhin sein Können als Zweikampfterrier, als er zweimal in höchster Not dazwischenpeste.

SpVgg Greuther Fuerth v Borussia Dortmund - DFB Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Sven Bender

Sven Bender: Versprühte nicht immer die gewohnte Abgeklärtheit, stocherte ein paar Bälle geradewegs zum Gegner und vergab auch eine feine Schusschance im Sechzehner recht schüchtern. Neben Hummels damit der zweite Oberbayer, der im Frankenland irgendwie fremdelte. Vielleicht vermisste er tatsächlich seine Heimat Brannenburg im Voralpenland. Ging nach 82 Minuten vom Platz und dachte sich wohl: Bloß weg hier aus dieser Gegend.

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Quelle: AFP

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Sebastian Kehl

Sebastian Kehl: Hatte vor der Partie in schönstem Fußballerdeutsch von einer "engen Kiste" gesprochen und sich wegen einer Erkältung extra ein paar Vitamine spritzen lassen. Spielte dann, als hätte er ayurvedische Beruhigungskräuter konsumiert - bedächtig und überlegt, ohne jedoch das Spiel nachhaltig anzutreiben. Dass seine Prophezeiung von der kniffligen Aufgabe wahr wurde, lag auch daran, dass er die Aktionen seiner Mannschaft nicht ordnen konnte. Blockte dann immerhin einmal grimmig Gerald Asamoah aus dem Weg. Am Ende schien die Spritze wenigstens etwas Testosteron freizusetzen.

SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Kevin Großkreutz

Kevin Großkreutz: Wird als heimatverbundenster Dortmunder genau hingehört haben, wie der frühere Schalker Gerald Asamoah sich auf das Treffen mit seinem Erzrivalen eingestimmt hatte ("Wir wollen Lüdenscheid rauskicken"). Verzichtete aber zunächst auf verbale Konter in Richtung "Herne-West", schließlich ging es an diesem Abend gegen Fürth (Nürnberg-West) und nicht gegen Schalke. Auf dem Platz dann äußerst hungrig nach Offensivaktionen. So zum Beispiel bei seinen Vorlagen zu den Chancen seiner Kollegen Lewandowski und Kagawa. Weil die Mitspieler nicht trafen, schlich er sich nach der Pause selbst in den Strafraum - und scheiterte erst knapp mit einem Kopfball und dann mit einem Rechtsschuss.

DFB-Pokal: SpVgg Greuther Fuerth - Borussia Dortmund

Quelle: dapd

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Jakub Blaszczykowski

Jakub Blaszczykowski: Dürfte sich gefreut haben, mit dem Fürther Edgar Prib endlich einmal den Fußballer zu treffen, der in diesem Winter noch kurioser das leere Tor verfehlte, als er selbst damals gegen Freiburg. War über rechts erst einmal damit beschäftigt, sich die Fürther vom Leib zu halten. Erkannte dann den Raum, den ihm der Gegner ließ und versuchte sich als flachpassender Vorbereiter. Das gelang ihm mal zielgerecht, mal aber auch in hastiger Ungenauigkeit.

DFB-Pokal: SpVgg Greuther Fuerth - Borussia Dortmund

Quelle: dapd

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Shinji Kagawa

Shinji Kagawa: Sorgte mit seiner bloßen Anwesenheit dafür, dass sich gleich mehrere japanische Reporter auf der Tribüne versammelten. Schien seine Landsleute für die weite Reise belohnen zu wollen, denn: Er trickste und wirbelte gleich zügig los. Demonstrierte dann, dass er trotz seines Kopfballtreffers gegen Bremen kein neuer Horst Hrubesch ist, als er völlig frei übers Tor köpfte. Ging Mitte der zweiten Halbzeit für Barrios vom Platz und hinterließ bei den Berichterstattern aus Fernost fragende Gesichter: War das der Kagawa, von dem wir in der Heimat Wunderdinge erzählen sollen?

DFB-Pokal: SpVgg Greuther Fuerth - Borussia Dortmund

Quelle: dapd

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Robert Lewandowski

Robert Lewandowski: Schaute sich das Spiel zunächst ziemlich unbeteiligt an - bis ihm nach einem Pressschlag am Strafraum der Ball vor die Füße trudelte. Sein abgeblockter Schuss bedeutete die erste BVB-Chance. Verdingte sich dann als wandelnde Billardbande und legte geschickt die Bälle ab - so auch kurz vor der Halbzeit, als er freistehend zu viele Pirouetten im Strafraum drehte. Wechselte später auf die Zehnerposition, wo er weiter die Kugel verteilte ohne richtig zu glänzen. War in der Verlängerung platt und wurde von Jürgen Klopp vom Feld zitiert.

SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund

Quelle: dpa

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Lucas Barrios

Lucas Barrios: Der Mann, den sie "Panther" nennen, kam nach 70 Minuten für Kagawa und schickte Lewandowski auf die Position des Japaners. Echte Beißerqualitäten blieb er aber schuldig.

SpVgg Greuther Fuerth v Borussia Dortmund - DFB Cup

Quelle: Bongarts/Getty Images

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Ivan Perisic

Ivan Perisic: Kam in der Verlängerung für Lewandowski und durfte auch noch feststellen, dass Fürth ein verdammt unangenehmer Gegner ist.

SpVgg Greuther Fürth - Borussia Dortmund 0:1

Quelle: dpa

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Borussia Dortmund in der Einzelkritik:Ilkay Gündogan

Ilkay Gündogan: Trabte nach 82 Minuten für Bender aufs Feld und erinnerte sich sogleich daran, dass er einst um die Ecke in Nürnberg spielte. Verlieh der Offensive des BVB in der Folge ein wenig mehr Struktur. Als sich das komplette Stadion schon dem Elfmeterschießen entgegensehnte, traf er mit einem satten Rechtsschuss an den Pfosten im kurzen Eck - und sorgte mit dem Abpraller von Fejzic' Rücken so für die Entscheidung. Als früherer Clubberer für ihn sicher ein besonderer Moment.

© SZ.de/jbe/cop
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