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Borussia Dortmund:Götze wechselt Berater: "Wichtige Weichenstellung"

Am Saisonende läuft der Vertrag von Mario Götze in Dortmund aus.

(Foto: AFP)

Der Mittelfeldspieler bereitet offenbar seinen Abschied aus Dortmund vor. Fia-Präsident Jean Todt rechtfertigt sich nach Vertuschungsvorwürfen in der Ferrari-Affäre. Zlatan Ibrahimovic befeuert Wechsel-Spekualtionen.

Fußball, Borussia Dortmund: Der frühere Fußball-Weltmeister Mario Götze hat ein neues Berater-Team, will über seine sportliche Zukunft aber erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Mit sofortiger Wirkung schließt sich Götze der Agentur "International Soccer Management" von Reza Fazeli an. Dieser betreut unter anderem die Bundesliga-Trainer Lucien Favre und Peter Bosz (Bayer Leverkusen) sowie Nationalspieler Emre Can.

Favre und Can sind in Dortmund derzeit noch Kollegen Götzes in Dortmund, den BVB wird der Siegtorschütze des WM-Finals 2014 aber wohl im Sommer nach Auslauf seines Vertrages verlassen. "Was die sportliche Zukunft bringt, wird sich erst zeigen, wenn wieder ein wenig Normalität eingekehrt ist", sagte Götze am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Er habe sich allerdings zum jetzigen Zeitpunkt "nach intensiven Überlegungen" dazu entschieden, sich "in der sportlichen Planung" seiner Karriere neu aufzustellen. "Bewusst habe ich mir für diesen Schritt die nötige Zeit gelassen, weil es eine wichtige Weichenstellung der Zukunft von mir ist, da ich Berufliches vom Privaten trennen möchte", sagte er. An seinem neuen Berater-Team habe ihn vor allem "deren fachliche Kompetenz" überzeugt.

Fußball, Zlatan Ibrahimovic: Zlatan Ibrahimovic hat am Donnerstag in seiner Heimat Schweden am Training des Erstligisten Hammarby teilgenommen und die Spekulationen über seine Zukunft angeheizt. Noch steht der 38-Jährige beim italienischen Renommierklub AC Mailand unter Vertrag, will sich aber offenbar am Ende der Saison von seinem Klub trennen. Ibrahimovic gehören 25 Prozent der Anteile an dem Stockholmer Klub Hammarby.

Der Starstürmer habe gebeten, mit dem Klub trainieren zu dürfen, sagte der Hammarby-Vorsitzende Richard von Yxkull dem TV-Sender SVT. Ibrahimovic hatte Italien wegen der Coronakrise bereits im März verlassen. Schweden hat mit vergleichsweise lockeren Regelungen auf die Pandemie reagiert. Laut der Gazzetta dello Sport will "Ibra" nicht die Option in Anspruch nehmen, seinen Vertrag mit Milan um ein weiteres Jahr zu verlängern. Der schwedische Ausnahmespieler, der bereits von 2010 bis 2012 in Mailand gespielt und mit den Rossoneri einen seiner vier italienischen Titel gewonnen hatte, soll von den Entwicklungen bei Milan enttäuscht sein, nachdem sich der Klub von Sportchef Zvonimir Boban getrennt hat, der Ibrahimovic nach Mailand zurückgeholt hatte.

Motorsport, Formel 1: Präsident Jean Todt vom Automobil-Weltverband Fia hat sich rund vier Wochen nach der Entscheidung rund um die Schummel-Vorwürfe gegen Ferrari erstmals gegen die immensen Vertuschungsvorwürfe gewehrt: "Wir haben der vertraulichen Vereinbarung zugestimmt, aber wir wollen nichts verbergen", sagte der 74-Jährige der Nachrichtenagentur AFP: "Im Gegenteil: Wir wären dafür, dass die komplette Vereinbarung offengelegt wird."

Die Fia hatte vor rund vier Wochen erklärt, ihre Untersuchungen gegen Sebastian Vettels Ferrari-Team wegen eines möglicherweise regelwidrigen Motors offiziell abgeschlossen zu haben - hält das Ergebnis seitdem aber weitgehend unter Verschluss. Eine vertrauliche Vereinbarung sei "keine ausschließliche Praxis des Motorsports", wehrte sich Todt. Es habe von konkurrierenden Teams Zweifel gegeben, wie Ferrari seinen Motor verwendete, sagte der Franzose: "Unsere Techniker hatten ebenfalls Zweifel, die von Ferrari bestritten wurden und wir konnten einen Regelverstoß nicht mit Sicherheit und auf präzise Weise nachweisen."

Man habe dann die Möglichkeit gehabt, den Fall in die Hände des Berufungsgerichts zu legen oder sich mit Ferrari zu einigen. Man habe sich für eine Vereinbarung mit dem Team entschieden, die mit erheblichen Strafen für den italienischen Rennstall einhergehe. Doch Ferrari sei dagegen gewesen, den Inhalt der Vereinbarung offenzulegen und daran halte man sich nun. Angeführt vom Weltmeister-Team Mercedes hatten insgesamt sieben Rennställe die Fia aufgrund der kruden Einigung scharf kritisiert und sich "rechtliche Schritte" vorbehalten. Sie forderten eine "vollständige und ordnungsgemäße Offenlegung" der Untersuchungsergebnisse, "um sicherzustellen, dass unser Sport alle Konkurrenten fair und gleich behandelt."

© SZ.de/sid/dpa/tbr
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