Dortmund gewinnt ohne Haaland:Hummels stoppt den Hüftbeuger-Blues

Dortmund gewinnt ohne Haaland: Schau an, der Hummels! Der Bielefelder Alessandro Schöpf (links) staunt nicht schlecht über den Kunstschuss des Dortmunder Innenverteidigers, der das 2:0 für den BVB bringt.

Schau an, der Hummels! Der Bielefelder Alessandro Schöpf (links) staunt nicht schlecht über den Kunstschuss des Dortmunder Innenverteidigers, der das 2:0 für den BVB bringt.

(Foto: Sascha Schuermann/AFP)

Ohne zu glänzen gewinnt Borussia Dortmund 3:1 in Bielefeld - weil Mats Hummels gerne auf der Alm spielt und trifft. Fürs Erste kann der BVB den Ausfall von Erling Haaland kompensieren, aber wie lange?

Von Ulrich Hartmann, Bielefeld

Wenn den Stürmer Erling Haaland der Hüftbeuger schmerzt, dann jault ganz Dortmund auf. Der Norweger ist in dieser Saison an 55 Prozent aller Treffer von Borussia Dortmund beteiligt, aber er kann jetzt erst einmal für ein paar Wochen nicht mehr mitspielen, weil ihm der besagte vordere Hüftmuskel so wehtut. Im Gastspiel bei Arminia Bielefeld hat das dem BVB am Samstagnachmittag nicht viel ausgemacht. Es reichte auch ohne Haaland zu einem ungefährdeten 3:1 (2:0)-Sieg. Die Treffer übernahmen Emre Can per Foulelfmeter sowie Mats Hummels und Jude Bellingham.

Auch gegen den Zweitligisten FC Ingolstadt am Dienstag und nächsten Samstag gegen den 1. FC Köln könnten es die Dortmunder ohne Haaland schaffen. Danach gegen Ajax und in Leipzig könnte es aber eng werden. So richtig gefährlich wirkte Dortmund trotz dreier Treffer gegen allzu harmlose Bielefelder nicht.

Der BVB machte auch vier Tage nach der 0:4-Champions-League-Blamage bei Ajax Amsterdam keinen überzeugenden Eindruck. Trainer Marco Rose und Mittelfeldmann Can nannten die Vorstellung unabhängig voneinander aber eine "gute Reaktion" auf die Leistung von Amsterdam. "Zwischendrin war's ein bisschen holprig", gestand Rose mit Blick auf die Anfangsphase. "Bis auf ein paar Minuten in der ersten Halbzeit waren wir komplett fokussiert", befand derweil Mats Hummels.

Pongracic eröffnet Bielefeld eine Großchance

Gegen seriös verteidigende Bielefelder gelangen den Dortmundern mit wenig Tempo und Kreativität anfangs kaum Chancen. Als Marin Pongracic, Center in einer Dreierabwehrkette, in der 18. Minute als letzter Mann den Ball an Arminias Stürmer Janni Serra verlor, hatte er Glück, dass Serra den Ball verstolperte und nicht im Tor unterbrachte. Bei dieser Szene verletzte sich der BVB-Torwart Gregor Kobel. Er knallte mit dem Bein gegen den Torpfosten, spielte aber zunächst weiter.

Can per Foulelfmeter zum 1:0 für die Borussia (31., Cedric Brunner hatte Donyell Malen gelegt) und Hummels zum 2:0 mit einem fabelhaften Sonntagsschuss aus der Luft vom Strafraumrand (45.) erzielten für die Dortmunder eine beruhigende 2:0-Pausenführung. Zwischenzeitlich hatte Rose am Spielfeldrand einen ziemlich unzufriedenen Eindruck gemacht. Aber bei Hummels' Kunstschuss lächelte er. Auf der Alm hatte Hummels schon in der vergangenen Saison als Torschütze geglänzt. Es war ein Tor, das trostlose Passagen überdeckte.

Es gibt nicht viele Bundesliga-Stadien, in denen man auch mit einer mauen Leistung ganz gut gewinnen kann. Bielefeld ist in dieser Hinsicht relativ weit vorne. In fünf Heimspielen haben die Arminen erst zwei Tore geschossen: 0:0 gegen Freiburg, 1:1 gegen Frankfurt, 0:0 gegen Hoffenheim, 0:4 gegen Leverkusen und nun 1:3 gegen Dortmund - und das auch nur dank eines späten Elfmeters. Als sich Fabian Klos in der 37. Minute aufzuwärmen begann, applaudierte ihm das ganze Stadion. Der von den Fans so geliebte und seit zehn Jahren in Bielefeld spielende Stürmer ist zurzeit kein Startspieler für Trainer Frank Kramer.

Nach der Pause durfte Klos für Serra mitspielen, aber gefährlicher wurde Bielefeld dadurch nicht. Marwin Hitz, der für den muskulär angeschlagenen Kobel nach der Pause ins Dortmunder Tor ging, parierte in der 69. Minute einen Schuss des Arminen Patrick Wimmer. Viel mehr bekam Hitz nicht zu tun. Gegen die harmloseste Mannschaft der Bundesliga brachte Dortmund den Sieg mit überschaubarer Kraft problemlos nach Hause.

Trauriger Evergreen: wieder nicht zu null!

Mit einer ansehnlichen Einzelleistung markierte Jude Bellingham in der 73. Minute das dritte Gästetor. Den Bielefelder Ehrentreffer erzielte Klos in der 87. Minute per Elfmeter. Zuvor hatte Mats Hummels den Arminen Wimmer gefoult und sich sichtlich geärgert, denn dadurch stand hinten mal wieder nicht die ersehnte Null.

Das beklagte in der Pressekonferenz später auch Rose. "Leider haben wir verpasst, zu Null zu spielen", sagte Dortmunds Trainer. Er schien nicht den Eindruck erwecken zu wollen, dass seine Mannschaft - zumal angesichts von acht verletzungsbedingten Ausfällen - nahe an ihrem spielerischen Limit gewirkt hat. "Aber wir haben schon das gebracht, was es brauchte, um hier zu gewinnen", sagte er im Ringen um eine positive Bewertung.

Und so bleibt der BVB dem Tabellenführer Bayern München bis auf einen Punkt auf den Fersen. Das war die wichtigste Nachricht für all jene Fans, die nach Erling Haalands Ausfall schmerzvoll aufgejault hatten.

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