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Bundesliga:Borussia Dortmund erzielt Rekordumsatz

BVB-Bilanz

Verkündet sichtlich stolz die positiven Geschäftszahlen des BVB aus der abgelaufenen Saison: Hans-Joachim Watzke.

(Foto: Bernd Thissen/dpa)
  • Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer von Borussia Dortmund, verkündet stolz die Geschäftsbilanz für die Saison 2015/2016.
  • Obwohl der BVB nur in der Europa League startete, hat der Verein Umsatz und Gewinn gesteigert - was auch an den Transfers des Sommers liegt.
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Von Vivien Timmler

Es wurde viel geredet in den letzten Tagen und Wochen, dessen ist sich auch der Geschäftsführer von Borussia Dortmund Hans-Joachim Watzke bewusst. Über die sportliche Zukunft des BVB einerseits, andererseits über die Verfassung der Mannschaft nach den Weggängen gleich dreier wichtiger Führungsspieler - aber auch über die finanzielle Lage des börsennotierten Klubs, der im letzten Jahr erstmals wieder aus der Champions- in die Europa League weichen musste.

Sichtlich stolz trat er daher am Freitag auf der Bilanzpressekonferenz seines Vereins auf, um die Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres 2015/16 zu verkünden. Borussia Dortmund hat darin einen Rekordumsatz von 376 Millionen Euro erzielt, was einem Zuwachs von 36 Prozent im Vergleich zur Saison 2014/15 entspricht oder, wie Watzke sagt: "Das sind genau 100 Millionen Euro mehr als im letzten Jahr."

Natürlich basiert der gute Umsatz des Vereins zu großen Teilen auf den Verkäufen von Mats Hummels für 35 Millionen Euro zum FC Bayern München und Ilkay Gündogan für 30 Millionen Euro zu Manchester City (der Wechsel von Henrikh Mkhitaryan zu Manchester United wird bereits der Bilanz der neuen Saison zugerechnet). Doch auch nach Abzug der Transfergelder ist der Umsatz des Vereins noch um sieben Prozent gestiegen - was nach einem Abstieg aus der Champions League als ungewöhnlich gilt. Der Gewinn des Vereins nach Steuern steigerte sich ebenfalls auf 29,4 Millionen Euro.

Seitenhieb auf Schalke 04

Watzke führt das unter anderem auf die Internationalisierung des Vereins zurück. Bereits diesen Sommer unternahm der BVB eine längere Asienreise und startete seine Testspielserie in Shanghai. Im kommenden Jahr wolle der BVB sich noch stärker auf China und Japan konzentrieren, danach will die Geschäftsführung den amerikanischen Markt ins Auge fassen. Die Internationalisierung des Vereins voranzutreiben sei eines der wichtigsten Projekte der nächsten Jahre, sagt Watzke und kann sich einen Seitenhieb auf Allzeit-Konkurrenten Schalke 04 nicht verkneifen: "Es gibt ja auch einige Ruhrgebietsvereine, die mittlerweile keinen Anspruch mehr auf Internationalisierung haben."

Wachstumspotenzial sieht der Geschäftsführer vor allem in den Bereichen Sponsoring und im Wiedereinstieg in die Champions League in diesem Jahr. Zudem plant er, wie alle Bundesliga-Vereine, mit steigenden Einnahmen aus Fernsehübertragungsrechten. Ziel sei es, in absehbarer Zeit die 400-Millionen-Umsatz-Marke zu übertreffen.

Jung, aber nicht unerfahren

Gleichzeitig betont Watzke jedoch, dass Borussia Dortmund nie ein ausschließlich profitorientierter Verein war und auch in Zukunft nicht sein wird. Das bekämen in der kommenden Saison vor allem die Fans zu spüren. Die Ticketpreise seien seit der vergangenen Saison in keinem Bereich erhöht worden, nicht einmal um die normalerweise übliche Inflationsrate, so der BVB-Geschäftsführer. Die "Gelbe Wand" mit ihren 28 000 Stehplätzen zu erschwinglichen Preisen sei schließlich noch immer das, was die Fankultur des Vereins ausmache.

Auch den neuen BVB-Kader kommentiert Watzke gegen Ende der Pressekonferenz noch. "Wir haben drei absolute Leistungsträger verloren, aber wir gehören nicht zu den Menschen, die absolut in der Vergangenheit behaftet sind", so Watzke. Hin und wieder sei eine Auffrischung des Kaders sowieso nötig und der BVB habe die Sommerpause genutzt, um seine Mannschaft mit immerhin acht Transfers deutlich zu verjüngen - was er nicht mit Unerfahrenheit gleichgesetzt wissen will. "Wir haben keine Krabbelgruppe zusammengestellt", so Watzke. Titelambitionen für die kommende Saison will er trotzdem nicht bestätigen. "Wir lassen uns nicht in irgendwelche Rollen hineinmanövrieren, in die wir nicht hineinpassen."

© Süddeutsche.de/tbr
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