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Boris Becker in der SZ:Boris Becker: "Ich musste vor allem meine Familie beruhigen"

Day One: The Championships - Wimbledon 2016

Medien berichteten, er sei bankrott: Ex-Tennisprofi Boris Becker.

(Foto: Getty Images)

Der Wimbledon-Sieger spricht im SZ-Interview darüber, wie sehr ihm die Berichte über ein Londoner Gerichtsurteil zugesetzt haben. Über seine Heimat Deutschland sagt er: Er fühle sich seit vielen Jahren "missverstanden".

Von Gerald Kleffmann

Boris Becker hat die Berichterstattung in den Medien nach seinem verlorenen Prozess vor einem englischen Gericht zugesetzt. "Das war eine anstrengende Woche, mit Überschriften, die ich nicht brauche", sagte der 49-Jährige im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Der dreimalige Wimbledon-Sieger war am 21. Juni in London nach einer juristischen Auseinandersetzung mit einer Privatbank für bankrott erklärt worden. "Ich musste vor allem meine Familie beruhigen, meine Kinder haben sich sofort gemeldet. Ich habe mit meiner Frau lange gesprochen."

Grundsätzlich äußerte er sich positiv über seine deutsche Heimat: "Ich schätze dieses Land, da komme ich her", sagte er, erklärte aber auch, dass er viele Jahre in einem falschen Licht dargestellt wurde: "Ich hatte schon immer so ein Gefühl, missverstanden zu werden", sagte er.

Der Vater von vier Kindern wohnt mit seiner zweiten Familie in Wimbledon. "Ich habe leider in Deutschland die Erfahrung gemacht, dass es ein Fehler ist, wenn ich zu viel aus dem Nähkästchen plaudere. Mit meinen Informationen wurde zu häufig Schindluder getrieben." Er habe vor geraumer Zeit eine Entscheidung getroffen: "Ich bin seit Jahren nicht mehr aktiv in der Boulevardpresse, ich gebe kein privates Interview mehr. Ich bin froh, dass meine Boulevardkarriere zu Ende ist."

Der beste Spieler der deutschen Tennisgeschichte gab sich trotz des Streitfalles mit der Londoner Privatbank Arbuthnot Latham, den er zeitnah lösen wolle, kämpferisch. "Eine der Eigenschaften, die ich selbst an mir schätze, ist, dass ich nicht von Zynismus und Sarkasmus geprägt bin", sagte er. "Ja, ich bin ein lebensbejahender Mensch. Das lasse ich mir nicht nehmen."

© SZ.de/tbr
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