Bob - Whistler:Bob-Cheftrainer Spies fordert Umdenken

Bob - Whistler: Bob-Bundestrainer René Spies in Dresden. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Bob-Bundestrainer René Spies in Dresden. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Whistler (dpa) - Bob-Cheftrainer Rene Spies fordert für seine Sportart ein Umdenken. "Wir müssen uns besser aufstellen, später ins Eis gehen, grüner werden, selber Strom erzeugen", sagte Spies vor dem Weltcup-Start an diesem Wochenende im kanadischen Whistler der Deutschen Presse-Agentur "Auch ich will da Vorreiter sein, wir müssen nicht vor November Bobfahren."

Auch der zweimalige Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich hatte zuletzt große Zukunftsbedenken geäußert. "Es wird die Zeit kommen, wo kein Bob mehr gefahren wird. Wahrscheinlich werden unsere Enkelkinder vom Bobsport nur noch aus den Geschichtsbüchern erfahren", sagte der Sachse aus Pirna in einem Interview der "Welt am Sonntag". 

Nach den außergewöhnlichen Ergebnissen in Peking mit dem deutschen Dreifach-Erfolg im Zweierbob der Männer, dem Doppelsieg im Viererbob dank Johannes Lochner und dem Überraschungsgold von Laura Nolte sieht Spies die Zukunft seiner Sportart in Deutschland positiv. "Wir sind sicherlich eine Premium-Randsportart, es gibt Sportarten, die viel weiter am Rand stehen. Wir haben zudem im Winter eine sehr gute Medienpräsenz", sagte Spies. 

Um Nachwuchs mache er sich keine Sorgen. "Gerade im Herrenbereich haben wir enormen Zulauf, da sind wir sicherlich sehr, sehr gut aufgestellt", sagte der Winterberger. Auch wenn der Zufluss aus der Leichtathletik nicht mehr so enorm sei, kommen genug Interessenten zum Bob. Selbst Fußball-Bundesligist und Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt gründete jetzt eine Bobsparte im Verein.

© dpa-infocom, dpa:221122-99-612359/2

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