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Nächster Hoeneß-Angriff:"Er beschädigt einen völlig untadeligen Sportsmann"

  • Uli Hoeneß legt im Streit mit Torwart Marc-André ter Stegen und dem DFB nach.
  • Er erwarte vom DFB, "dass man den Herrn ter Stegen schon mal in die Ecke stellt und ihm klar sagt, dass es so nicht geht", sagte Hoeneß am Donnerstag.
  • Oliver Bierhoff weist die Kritik dagegen zurück: "Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis."

Präsident Uli Hoeneß von Bayern München hat in der Torhüterdebatte nachgelegt und erneut den Deutschen Fußball-Bund (DFB) um Bundestrainer Joachim Löw sowie Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen angegriffen. Er erwarte von den handelnden Personen beim DFB, "dass man den Herrn ter Stegen schon mal in die Ecke stellt und ihm klar sagt, dass es so nicht geht", sagte Hoeneß am Donnerstag bei einem Basketball-Termin in München: "Er beschädigt hier einen völlig untadeligen Sportsmann wie den Manuel Neuer."

Herausforderer ter Stegen hatte vor wenigen Tagen seinem Unmut darüber Luft verschafft, dass er hinter Kapitän und Stammkeeper Neuer trotz starker Leistungen für den FC Barcelona kaum zum Zuge komme. Neuer werde "als altes Eisen dargestellt, der nach der Europameisterschaft aufzuhören hat", sagte Hoeneß wenige Stunden nach seinem ersten Angriff auf den DFB vom Vorabend: "Da werden sich manche noch wundern. Wenn das so weitergeht, spielt der in fünf Jahren noch - und dann hat der ter Stegen wahrscheinlich schon einen grauen Bart."

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Wenn ter Stegen ein Problem habe, solle er "mit den Verantwortlichen reden - und nicht mit den Medien", empfahl Hoeneß dem Ex-Gladbacher. Vom DFB habe er noch keine Reaktion bekommen, ergänzte Hoeneß fast genüsslich: "Deren Stärke ist es ja immer, in den Wald zu gehen und zu pfeifen." DFB-Direktor Oliver Bierhoff wies am Donnerstag aber öffentlich den Vorwurf zurück, Rio-Weltmeister Neuer in der Debatte nicht gestützt zu haben und undankbar zu sein.

Sein erster Angriff sei "total berechtigt" gewesen, sagte Hoeneß über seine Attacke nach dem Champions-League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad (3:0). Er habe mit Rummenigge abgesprochen gehabt, "dass wir unseren Torwart unterstützen müssen, weil er in eine Situation getrieben wurde, die er nicht verdient hat und er sich nichts hat zu schulden kommen lassen". Löw und der DFB hätten ein öffentliches "Machtwort" in Richtung ter Stegen versäumt, meinte Hoeneß. Außerdem erwarte er von ter Stegen eine Entschuldigung: "Wenn man in der heutigen Medienwelt lebt, das habe ich ja zu Genüge erlebt, muss man wissen, was man anrichtet."

Bierhoff weist die Anschuldigungen zurück

Zuvor hatte Bierhoff die Angriffe von Hoeneß und Rummenigge deutlich zurückgewiesen. "Die Vorwürfe überraschen mich, und ich habe dafür auch kein Verständnis. Man muss sich da schon die Fakten anschauen", sagte Bierhoff am Donnerstag dem Sport-Informations-Dienst: "Man sollte nicht vergessen, dass Jogi vor der WM in Russland bis zur letzten Sekunde auf Manu gewartet hat, der zuvor monatelang ausgefallen war." Neuer sei dann "entgegen einiger kritischer Stimmen die Nummer eins in Russland" gewesen und trotz Umbruchs in der DFB-Elf weiter Kapitän: "Er hat in den zwölf Länderspielen seit der WM zehnmal komplett durchgespielt. Das sind doch eindeutige und ganz entscheidende Statements der Trainer."

Konfliktpotenzial mit Blick auf die EM sieht Bierhoff nicht. Beide Torhüter seien "menschlich wie fußballerisch absolute Bereicherungen unseres Teams". Löw habe bereits "Ende letzten Jahres gesagt, dass er bis zur EM auf Manu baut, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Ich weiß nicht, ob man das ständig wiederholen muss, zumal Manus gerade zuletzt gezeigte Leistungen doch absolut für ihn sprechen". Dem stünden die "herausragenden Leistungen" von ter Stegen gegenüber, "der seine Einsätze bekommen wird".

Auf höchstem Level gehe es in erster Linie um Leistung, ergänzte Bierhoff, "da reicht Dankbarkeit allein als ausschlaggebendes Kriterium für eine Berufung in die Nationalmannschaft sicher nicht aus. Aber gerade Jogi Löw bringt den Spielern immer wieder höchste Wertschätzung entgegen, dafür wurde er ja auch schon kritisiert. Da hieß es dann, er halte zu lange an verdienten Spielern fest".

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