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Arnd Peiffer bei der Biathlon-WM:Juhu, es wird kalt!

Biathlon - WM Pokljuka

"Weitermachen, neue Chancen kommen", sagt Arnd Peiffer (links) vor dem Sprintrennen bei der Biathlon-WM.

(Foto: Sven Hoppe/dpa)

Falscher Belag auf den Skiern: Die deutschen Biathleten haben ihr Problem zum WM-Auftakt analysiert. Nun macht ihnen der Wetterbericht neuen Mut.

Von Saskia Aleythe, Pokljuka

Eine Zeitmaschine hat Arnd Peiffer noch nicht erfunden, auch wenn er durchaus als Tüftler seiner Sportart bekannt ist. Sie käme ihm und Erik Lesser gerade bei der WM in Slowenien ganz gelegen, denn zu gerne würden die Deutschen die Zeit zurückdrehen: Noch einmal auf Mittwoch vor WM-Start, bitteschön, dann wäre ihre Skiwahl nämlich anders ausgefallen.

14. Rang in der Laufzeit für Lesser, Platz acht für Peiffer - die Skier rutschten nicht über den Schnee wie sie sollten, der Podiumsplatz für die deutsche Mixed-Staffel geriet schnell außer Sichtweite. "Erik und ich haben auf denselben Belag gesetzt, der hat bei den Bedingungen dann nicht so funktioniert wie eine Stunde vorher. Ist blöd", sagte Peiffer am Ruhetag am Donnerstag. Aber was in solchen Situationen am besten hilft, weiß er bei seiner elften WM schon: "Weitermachen, neue Chancen kommen."

Mit ihrem Material haben die deutschen Biathleten in diesem Winter immer wieder gehadert, es klappte mal schlechter, mal besser, das Problem ist nur: International ist das Niveau in den vergangenen Jahren in Sachen Präparation enorm gestiegen, Ausrutscher bedeuten eben schon mal einen siebten Platz mit der Staffel - wenn man sich auch noch elf Nachlader erlaubt. Doch der Wetterbericht stimmt das Team um Peiffer um Co. jetzt zuversichtlich.

In eisiger Kälte wurde Peiffer einst Sprint-Olympiasieger

Auf bis zu minus 19 Grad sollen die Temperaturen auf der Pokljuka sinken, die Strecke kann durchfrieren. "Ich glaube, dass das unserem Skimaterial entgegenkommt, weil wir unsere Stärken eher bei kalten Bedingungen haben", sagte Peiffer, da macht ihm das Frieren nicht so viel aus. Dass er selber mit kalten Bedingungen am besten klar kommt, weiß man spätestens seit 2018: Da wurde er Sprint-Olympiasieger in Pyeongchang, gefühlte Temperatur damals in den dokumentierten Statistiken: minus 19 Grad.

Zwei seiner drei Podiumsplätze hat Peiffer in dieser Saison im Sprint eingefahren, dass er deswegen berechtige Hoffnungen auf eine Medaille im nächsten WM-Rennen am Freitag haben könnte, findet er aber nicht. "Man kann sich nichts, absolut gar nichts erlauben. Es ist so ein Tag, da muss alles stimmen", sagte Peiffer, natürlich sind es vor allem die Norweger, die alle anderen im Medaillenkampf auf Trab halten. "Sie haben ihre Laufform als Basis, dann haben sie immer Top-Material und dann kommt häufig noch ordentliches Schießen dazu", sagte Peiffer. Dass sich Überflieger Johannes Thingnes Bö nur eine Woche vor WM-Start einen neuen Gewehrlauf hat anfertigen lassen, ist ein Risiko, dass sich aber bezahlt machen könnte, erklärte Peiffer: "Für manche ist es wichtig, eine Veränderung zu haben, um wieder hellwach zu sein."

Er selber muss sich mit nur einem Fehler in der Mixed-Staffel wenig vorwerfen, was seine Schießleistung angeht, überhaupt konnte er seine Trefferquote im Vergleich zur vorherigen Saison von 87 auf 90 Prozent verbessern. Dass er mit 33 Jahren kaum körperliche Probleme verspürt, erklärt sich Peiffer mit geübter Erholung: Er "regeneriere professionell", nicht nur den Körper, sondern auch den Kopf. "Das gilt ja allgemein für den Biathlon-Sport: Dass man lernen muss, schlechte Rennen zu analysieren, aber dann auch in nicht allzu langer Zeit wieder abzuhaken und nach vorne zu blicken", sagte er schon vor der Reise nach Slowenien. Mit dieser Strategie braucht es auch keine Zeitmaschine.

© SZ/ebc
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